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Hannelore ist kein "Dummchen" Walter Kohl kritisiert Film über seine Mutter

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Hannelore mit Altkanzler Kohl. Das Foto ist aus dem Jahr 1998.

(Foto: picture alliance / dpa)

Von einem Film über das Leben von Helmut Kohls Ehefrau Hannelore hält deren Sohn Walter gar nichts. Er soll als Zeitzeuge auftreten. Doch er sagt, er müsse sich bei dem geplanten Konzept am Grab seiner Mutter schämen. Die Produktionsfirma wehrt sich.

Walter Kohl hat in einem Interview mit der Illustrierten "Bunte" Vorwürfe gegen den geplanten Fernsehfilm "Hannelore Kohl - Die Frau im Schatten" erhoben. Die von Drehbuchautor und Regisseur Raymond Ley sowie Produzent Nico Hofmann geplante Produktion bewege sich "in der jetzigen Fassung auf dem Qualitätsniveau einer Soap", sagte Kohl. "Völlig inakzeptabel."

Hofmanns Produktionsfirma Ufa Fiction wies die Äußerungen von Walter Kohl als "unzutreffend und unsachlich" zurück. "Die subjektive Geschichtsinterpretation der Kohl-Söhne und eine objektive Perspektive, die einem Doku-Drama zugrunde liegt, ließen sich nicht miteinander vereinbaren", so Ufa Fiction. "An dem Drehbuch arbeiteten nicht nur Raymond Ley, einer der angesehensten und preisgekrönten Dokumentarfilmer, sondern auch namhafte Berater und Experten."

Anfang des Monats hatte der NDR mitgeteilt, dass der Film als reine Dokumentation fortgeführt werde. Die Pläne für ein Doku-Drama habe man aufgegeben, "da mit ihrem Sohn Peter Kohl keine einheitliche Sichtweise auf die Anlage der Hauptfigur gefunden werden konnte". Walter Kohl, der "Frau im Schatten" als Zeitzeuge unterstützen sollte, bemängelte im "Bunte"-Interview: "Unsere Mutter wird durchgängig als kleinbürgerliches Dummchen ohne eigene Meinung dargestellt."

Er mache nicht bei einem Projekt mit, "für das ich mich am Grab meiner Mutter schämen muss". Hannelore Kohl, geboren 1933 in Berlin, heiratete 1960 den damaligen CDU-Landtagsabgeordneten und späteren Kanzler Helmut Kohl. Im Juli 2001 nahm sie sich das Leben.

Quelle: n-tv.de, spt/dpa