"Wer wird Millionär?"Jauch demonstriert Penisring-Rettung mit Ehering

Muss ein Penisring aus Stahl abgeflext werden, hat auch Günther Jauch etliche Fragen. Der Moderator ist so herrlich ahnungslos ("Acht Millimeter – im Durchmesser?"), dass eine visuelle Hilfe nötig wird. Doch musste es wirklich sein Ehering sein?
Manchmal retten Feuerwehrleute Leben auf eine Art, die scharenweise Urologen anlocken. Auch Günther Jauch war am Montagabend sichtlich fasziniert, als "Wer wird Millionär?"-Kandidat Can Calik von seinem denkwürdigsten Einsatz der vergangenen Zeit berichtete. Er war mit Kollegen in eine Notaufnahme gerufen worden. Dort lag ein Patient, der seinen Penisring nicht mehr abbekommen hatte. Ein Herr fortgeschrittenen Alters, erinnerte sich Calik: "Ein bisschen älter als Sie."
Jauch wand sich beklommen auf seinem Stuhl, als der Kandidat den ungewöhnlichen Einsatz im Detail aufrollte. Die delikate Operation wurde mit einer Flexscheibe auf einem Dremel durchgeführt. "Haben Sie nicht eine Zange?", fragte Jauch. "Das war ein 8-Millimeter-Stahlring. Da bringt keine Zange was", erklärte der hochprofessionelle Kandidat. "Also... acht Millimeter im Durchmesser...?", frage Jauch nach. "Die Stärke", stellte Calik klar. Aus dem Publikum im Studio war Prusten zu vernehmen.
Dann kniffen aber wohl so einige Zuschauer auch daheim schützend die Beine zusammen. Calik ging trocken ins Detail. "Es wird unterbaut mit einem Holzspatel. Dann wird das zusätzlich gekühlt", erklärte der Feuerwehrmann. "Wie, da kommt ein Holzspatel noch drunter?!", fragte Jauch ungläubig. "Ja, auf jeden Fall. Weil, wenn man flext, wird's warm. Und sollte man durchflexen...", bestätigte der Kandidat. "Ja, aber es war doch eh schon eng", erwiderte Jauch und gab mit einer weiteren Geste eine visuelle Hilfe. "Das geht", beruhigte Calik.
Dass der Einsatz selbst für eine Notaufnahme nicht alltäglich ist, wurde dem Feuerwehrmann spätestens dann klar, als die Urologen des Krankenhauses gesammelt herunterkamen, um den Eingriff aus nächster Nähe zu verfolgen. Nach fünf bis zehn Minuten war der bemitleidenswerte Patient dank Schnitten an der Ober- und der Unterseite des Penisrings befreit.
Das doppelte Flexen war nötig, da sich der massive Ring nicht aufbiegen ließ, wie der Fachmann erklärte. Jauchs Vorstellungskraft reichte offenbar nicht aus; der Moderator wollte es wirklich ganz genau wissen. Er zog kurzerhand seinen Ehering vom Finger und degradierte ihn vorübergehend zum Penisring-Double. Folgeschäden?, erkundigte er sich anschließend noch. Der Penis sei schon "sehr, sehr angeschwollen" gewesen, erklärte Calik: "Ich hoffe für ihn, dass die Schwellung zurückgeht."
Möglicherweise war Jauch von dieser Anekdote derart angetan (oder mitgenommen), dass er Calik in der Folge ordentlich unter die Arme griff. Er erklärte dem Kandidaten, was eine Fehde vom Hadern unterscheidet und führte ihn so zur richtigen Antwort für 4.000 Euro. Gesucht wurde die Fehde als gewalttätige Art, um im Mittelalter offiziell Konflikte auszutragen.
Für sogar 32.000 Euro erläuterte Jauch dann noch, was es grundsätzlich mit dem Länderfinanzausgleich auf sich hat. Calik sollte wissen, welches Bundesland 2024 vom Geber- zum Nehmerland geworden ist: A) Bayern, B) Berlin, C) Rheinland-Pfalz, D) Sachsen-Anhalt? Der Feuerwehrmann tippte nach Jauchs Ausführung auf die richtige Antwort C, stieg aber lieber mit 16.000 Euro aus.
Diese Gewinnsumme holten direkt vor und nach ihm auch Melanie Offermann aus Hamburg und Vanessa Schork aus München. Die Hanseatin hatte ebenfalls eine Anekdote mitgebracht, bei der ein älterer Herr mit Jauch verglichen wurde, allerdings sehr viel kindgerechter.
Ihr Sohn sei mit sechs Jahren abends ins Wohnzimmer gekommen, als "Wer wird Millionär?" im Fernsehen lief, berichtete die Marketing- und Sales-Managerin. "Warum guckt ihr Opa?", habe ihr Sohn sie verwundert gefragt. Denn der Großvater sieht Jauch tatsächlich recht ähnlich. Der Moderator war jedenfalls überzeugt: "Beste Grüße. Als Double – er ist bei mir in der Kartei jetzt."
Offermann brauchte in der 1.000-Euro-Runde ihren ersten Joker und scheiterte schließlich an der Frage, bei welcher Fußball-WM keine einzige Partie in der Hauptstadt des Gastgeberlandes stattfand. Zur Auswahl standen die Turniere der Jahre 1966, 1974, 1986 und 2014. Ihr Telefonjoker tippte korrekterweise darauf, dass die Fußball-WM 1974 in der BRD nicht in der damaligen Hauptstadt Bonn ausgetragen worden war.
Offermann stieg aber lieber aus. Zwei Runden später war auch Staatsanwältin Schork bei der 32.000-Euro-Frage auf der richtigen Fährte. Sie vermutete, dass eine Gangart des Fuchses nicht Kordeln oder Stricken heißt, sondern Schnüren. Als ihr Telefonjoker jedoch eine andere Antwort bevorzugte, stieg die sehr nervöse Kandidatin vorsichtshalber aus.
Über die höchste Gewinnsumme dieser Ausgabe von "Wer wird Millionär?" freute sich Überhangkandidat Maximilian Sonntag. "Hätte man auch so drauf kommen können", tadelte Jauch zunächst sanft, als der 29-Jährige bei der Frage für 8.000 Euro einen Joker nutzte. Das Publikum votierte mit 82 Prozent für die korrekte Antwort, dass es beim ElterngeldPlus in der Regel doppelt so lang Geld gibt wie in der Basisvariante (dafür allerdings nur halb so hohe Bezüge).
Anschließend brachte der 50:50-Joker Sonntag weiter und wieder eine Runde danach wusste an seiner Statt eine Zuschauerin, dass die Rheinländerin Kim Petras seit 2022 zu den wenigen Deutschen gehört, die Platz 1 der US-Single-Charts belegt haben. Das gelang ihr mit Sam Smiths Hit "Unholy". "Das nenne ich perfektes Joker-Glück", kommentierte Jauch den Lauf.
Gestoppt wurde Sonntag mit einer vertrackten 64.000-Euro-Frage. "Wer macht, um Weibchen zu beeindrucken, Zischlaute, spritzt Wasser aus der Nase und erzeugt Luftblasen?", fragte Jauch. Der Kandidat stieg aus und entschied sich gegen Tigerhai und Weißkopfseeadler und für den Pottwal. Korrekte Antwort: Leistenkrokodil.
Als vierte der sechs Auswahlkandidaten schaffte es kurz vor Schluss Nadine Christmann aus Bocholt auf Jauchs heißen Stuhl. Die Kinderkrankenschwester, die von ihrer Ehefrau begleitet wurde, könnte am nächsten Montag skurrile Geschichten aus dem Klinikalltag teilen. Dass sie zurückkehrt, ist Jauch zu verdanken.
Christmann hatte nämlich keine Ahnung, dass John Lennons Witwe Yoko Ono heißt und war deshalb bei der 1..000-Euro-Frage komplett überfragt. Sie hatte sich eigentlich schon auf eine falsche Antwort festgelegt, da ging Jauch dazwischen ("Ich glaube, Sie schweigen am besten") und drängte zum Joker, der sie dann auch rettete. "Seien Sie froh um die Pause", verabschiedete sich Jauch, mahnte allerdings: "Nächsten Montag starten Sie aber durch!"