Unterhaltung

"Für immer befleckt" William und Kate halten emotionale Reden

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Heikle Mission: Prinz William (M.) und Herzogin Kate (M.) bei ihrer Ankunft zu einem Abendempfang in Kingston.

(Foto: dpa)

Es ist keine leichte Reise, die Prinz William und Herzogin Kate durch die Karibik angetreten haben. Angesichts der britischen Kolonialgeschichte in der Region überschatten Proteste ihren Aufenthalt. Das Paar reagiert mit emotionalen Ansprachen.

Prinz William hat die Rolle Großbritanniens im Sklavenhandel als "abscheulich" und als einen "Fleck in unserer Geschichte" beschrieben. Bei einem Abendempfang, den er in Jamaika mit seiner Frau, Herzogin Kate, besuchte, nannte er die Sklaverei in seiner Rede der britischen Zeitung "Daily Mail" zufolge eine "entsetzliche Gräueltat" und drückte seine "tiefe Trauer" darüber aus.

Er verwies auch darauf, dass sein Vater Prinz Charles die Sklaverei bereits zuvor verurteilt habe: "Ich stimme meinem Vater, dem Prinzen von Wales, zu, der vergangenes Jahr auf Barbados sagte, dass die entsetzliche Grausamkeit der Sklaverei unsere Geschichte für immer befleckt." Und William fügte hinzu: "Ich möchte meine tiefe Trauer zum Ausdruck bringen. Die Sklaverei war abscheulich und hätte nie passieren dürfen."

Lossagung von der Queen?

William und Kate trafen bei dem Empfang in Kingston unter anderem mit Generalgouverneur Patrick Allen und dessen Frau Patricia sowie dem Premierminister Andrew Holness und dessen Frau Juliet zusammen. Auffallend war dabei das Kleid, das die Herzogin von Cambridge trug. Kate präsentierte eine schulterfreie grüne Robe der britischen Designerin Jenny Packham, kombiniert mit Schmuck, der ihr offenbar von Queen Elizabeth II. geliehen wurde.

Jamaikas Premierminister Holness hatte bei einem Treffen mit dem Herzog und der Herzogin von Cambridge zuvor erklärt, dass seine Nation "weiterzieht" - und angedeutet, sich von der Queen als Staatsoberhaupt loszusagen. Er habe gegenüber Prinz William zum Ausdruck gebracht, dass es "unvermeidlich" sei, "dass wir uns darauf zubewegen, eine Republik zu werden und damit den Willen des jamaikanischen Volkes und unsere Ambitionen erfüllen, ein unabhängiges, entwickeltes und wohlhabendes Land zu werden", schrieb er auf Twitter.

Kate lobt Lehrkräfte

Herzogin Kate hielt während ihres Aufenthalts in Jamaika ebenfalls eine bewegende Rede - wenn auch in einem anderen Zusammenhang. Beim Besuch eines Ausbildungszentrums für Lehrkräfte in Kingston betonte sie, welch wichtige Rolle Lehrerinnen und Lehrer in der Entwicklung von Kindern spielten. Sie befänden sich "in der ersten Reihe, um unsere Gesellschaft zu formen" und "buchstäblich die Zukunft von Tausenden jungen Menschen positiv zu beeinflussen", zitierte "Daily Mail" aus der Rede der dreifachen Mutter.

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Beim Besuch eines Ausbildungszentrums ging Kate auch mit Kindern auf Tuchfühlung.

(Foto: dpa)

Durch ihren Unterricht unterstützten die Lehrerinnen und Lehrer ihre Schützlinge dabei, ihre Identität zu formen, führte Kate weiter aus. Bei dem Besuch des Ausbildungszentrums unterhielt sich das royale Paar aber nicht nur mit Lehrkräften, sondern auch mit zahlreichen Schülerinnen und Schülern.

Der Ankunft der Royals in Jamaika gingen zahlreiche Proteste voraus. Der Hintergrund: Die ehemalige britische Kolonie war einst Dreh- und Angelpunkt des Sklavenhandels. Im Raum steht Berichten zufolge eine Reparationsforderung in Milliardenhöhe.

Quelle: ntv.de, vpr/spot

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