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"Work" & "Network""Alles inspiriert mich" - die Welt des Norman Foster

10.04.2026, 18:34 Uhr dff697a9-ec36-4d60-a8dd-b9e0363450ecVon Sabine Oelmann
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Sieht er vielleicht wirklich Dinge, die andere nicht sehen? Und setzt das dann in unvergleichliche Bauwerke um? Norman Foster bei der Arbeit in seinem Architekturbüro im Riverside Studio in London 2018. (Foto: Nigel Young / Foster + Partners)

"The Guardian" nennt es eine große Retrospektive. Man könnte auch sagen: Es ist ein Meisterwerk, genauer gesagt, mehrere Meisterwerke. Denn der Taschen-Verlag lässt gleich zwei Bücher springen, die das Werk eines der größten Architekten der letzten Jahrzehnte eindrucksvoll präsentieren.

Norman Foster nimmt uns mit zu einigen seiner bekanntesten Bauwerke, darunter auf die Millennium Bridge, zum "Gherkin", in den Apple Park und den Berliner Reichstag. Die vorliegende Chronik umfasst sein gesamtes Werk und zeigt mit handverlesenen Bildern sechs Jahrzehnte brillanter, grenzüberschreitender Architektur.

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Die Westfassade des Reichstags in Berlin, 1999. (Foto: Reinhard Görner)

Mit seiner mehr als sechs Jahrzehnte umspannenden Karriere, die sich über mehrere Kontinente erstreckt, zählt Norman Foster zu den einflussreichsten Architekten der Moderne. Seine Arbeiten zeichnen sich durch unermüdliche Innovationskraft und einen ganzheitlichen Designansatz aus. Sie haben Skylines neu geprägt und die Interaktion von Gebäuden mit Technologie, Gesellschaft und Umwelt neu definiert.

Staunend stand man eventuell sogar schon vor dem einen oder anderen Bauwerk, staunend schaut man nun auf die Fotos und zum Teil bisher noch unveröffentlichten Skizzen, die in dieser Monografie präsentiert werden.

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Hearst Tower New York, USA, 2000-2006. (Foto: Michael Ficeto / Hearst Corporation)

Von den frühen Kooperationen mit Richard Rogers und Richard Buckminster Fuller bis hin zu den globalen Superprojekten, die seinen Starstatus ab den 1980er Jahren begründeten, bietet diese Doppelausgabe seltene und faszinierende Einblicke in die sich wandelnden Arbeitsumgebungen von Foster+Partners, von den Anfängen in einer bescheidenen Wohnung im Hampstead der 1960er Jahre bis hin zum heutigen weitläufigen, lichtdurchfluteten Studio mit Blick auf die Themse.

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Im Rahmen der Sommerfeierlichkeiten spricht Foster im Riverside-Hauptstudio im Jahr 2016. (Foto: Nigel Young/ Foster+Partners)

Fosters Architektur zeichnet sich durch innovative Modernität und ein langjähriges Engagement für Nachhaltigkeit aus. Er hat einige der bekanntesten Gebäude der Welt entworfen: Den Great Court des British Museum in London, das Viadukt von Millau in Frankreich und das Zayed National Museum in Abu Dhabi. Mit einem ausführlichen Einführungsessay und detaillierten Profilen von mehr als 90 bedeutenden Projekten dokumentiert diese Sammlung ein Lebenswerk voller Erfolge und Originalität.

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Zayed-Nationalmuseum, Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate, 2007-2025. (Foto: Nigel Young / Foster+Partners)

Foster arbeitete eng mit dem Autor und Designer des Buches zusammen und wählte persönlich Fotos, Zeichnungen und Skizzen aus seinem Archiv aus. Diese zeigen neben Entwürfen für Möbel und Einrichtungsgegenstände seine absolute Liebe zum Detail in jeder Größenordnung.

Das macht die beiden Bücher nicht nur zu einer maßgeblichen architektonischen Chronik, sondern auch zu einem intimen Porträt seines Schöpfers - Lord Norman Robert Foster of Thames Bank OM. Der Architekt, dessen Karriere sich über unglaubliche und höchst erfolgreiche sechs Jahrzehnte erstreckt, hat auf der ganzen Welt architektonische Wahrzeichen geschaffen, die sich durch ihre innovative Modernität und das grundlegende Interesse an den Nutzern auszeichnen. Beim Apple-Park-Campus in Cupertino, Kalifornien oder auch den zwei neuen Türmen an der Park Avenue in New York handelt es sich um Projekte, die er mit seinem Büro Foster+Partners verwirklicht hat. Zweifellos zählt Foster zu den herausragendsten Architekten unserer Zeit.

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Apple Parc, Cupertino, Kalifornien. (Foto: Steve Proehl)

Von Work zu Network

Einen sehr persönlichen Einblick in die Gedanken, die Fosters Werk prägen und inspirieren, gibt es in dem Band "Networks". In reich bebilderten Essays, verfasst und zusammengestellt von Norman Foster selbst, erkundet der international gefeierte Architekt die Ideen, die sein Werk prägen.

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Fosters Faszination geht weit zurück: Im Band findet sich ein Bild von Alexander Graham Bell (r.), der 1908 den Fortschritt beim Bau eines ringförmigen Tetraeder-Drachens betrachtet. Bell wird die Erfindung des ersten funktionierenden Telefons im Jahr 1876 zugeschrieben. (Foto: Courtesy of the Gilbert H. Grosvenor Collection of Photographs of the Alexander Graham Bell Family, Library of Congress Prints and Photographs Division Washington, D.C.)

In acht Kapiteln mit den Titeln "Roots", "Flight", "Nature", "Art", "Making", "Place", "Cities" und "Alpine" beschreibt er Architektur als kulturelle Praxis, die auf Handwerk, Kontext und Dialog basiert. "Alles inspiriert mich. Manchmal frage ich mich, ob ich Dinge sehe, die andere nicht sehen", fragt er sich und die anderen. Ein paar Antworten finden wir nun, dank dieser beiden Bände. Denn in acht von Foster selbst geschriebenen, eindringlichen Essays, in denen er Architektur nicht als bloße berufliche Tätigkeit beschreibt, erläutert er, warum er seinen Beruf - seine Berufung? - als Schnittpunkt von Leidenschaften, Disziplinen und gelebten Erfahrungen versteht.

Im Essay "Roots" beispielsweise reflektiert Foster über seine bescheidenen Anfänge in Manchester und die frühe Leidenschaft für die Luftfahrt, die sein Leben und Denken seit jeher prägt. Im Kapitel "Flight" zeigt sich dann auch, wie diese Faszination seine Suche nach Leichtigkeit, Effizienz und technischer Eleganz in der Architektur inspiriert hat.

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Solar-angetriebener "Gossamer Penguin", geflogen von Janice Brown, 1979. (Foto: NASA)

"Alpine" schließlich offenbart seine tiefe Verbundenheit mit der Alpenlandschaft, in der er sein eigenes "Haus der Zukunft" errichtet hat, und verdeutlicht, wie Ort, Klima und Topografie seine Sicht auf Architektur bis heute prägen.

In "Nature", "Art" und "Making" legt Foster dar, wie eng diese kreativen Felder mit seiner architektonischen Praxis verwoben sind. Die Essays "Place" und "Cities" erweitern den Blick, indem sie Erinnerung, Identität und das städtische Leben thematisieren und zeigen, wie Gebäude gemeinsam das öffentliche Umfeld gestalten. Auch dieser Band mit fast 1000 Fotos, Skizzen, Kunstwerken, Filmstills und weiteren kulturellen Referenzen ist ein außergewöhnliches Buch: Visueller Atlas und intellektueller Rahmen. Es gibt die grundlegenden Ideen und Denkstrukturen preis, die Fosters Arbeiten zugrunde liegen, und dient zugleich als Selbstreflexion über die Gedanken hinter vielen seiner ikonischen Werke.

Er selbst rückt die Ideen, Kuriositäten und Zusammenhänge in den Fokus, die diesen Giganten der modernen Architektur ausmachen.

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Norman Foster: Net Works / Works
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350,00 €

Der Autor Philip Jodidio studierte Kunstgeschichte und Wirtschaftswissenschaften in Harvard und war über zwei Jahrzehnte lang Chefredakteur der französischen Kunstzeitschrift "Connaissance des Arts". Zu seinen Veröffentlichungen gehören die Reihe "Homes for Our Time" sowie Monografien über zahlreiche bedeutende Architekten, darunter Norman Foster, Tadao Ando, Renzo Piano, Jean Nouvel und Zaha Hadid.

Quelle: ntv.de

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