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51 Fragen und Antworten Was man über Pop wissen sollte

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"Pop ist überall und jeder redet über ihn - oder ist es eine Sie?" beginnt Maik Brüggemeyer sein Buch.

(Foto: picture alliance / Britta Peders)

Muss Musik schön sein? Wann wurde Country cool? Und auf welchem Weg kam Hip-Hop zur Weltherrschaft? Große und kleine Fragen um Pop und dabei vorwiegend um Popmusik hat "Rolling Stone"-Autor Brüggemeyer gesammelt. In "Pop - eine Gebrauchsanweisung" stehen seine Antworten.

Pop - was ist das überhaupt? Auf jeden Fall ein schönes, lautmalerisches Wort. Laut Duden: "Gesamtheit von Popkunst, -musik, -literatur und so weiter". In erster Linie denkt man wohl bei Pop an Popmusik und um die geht es auch überwiegend im Buch von Maik Brüggemeyer. Schließlich ist der Autor von "Pop - eine Gebrauchsanweisung" Redakteur beim Musikmagazin "Rolling Stone".

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Autor und "Berufsklugscheißer" Maik Brüggemeyer.

(Foto: @ Friederike Göckeler)

Der "Berufsklugscheißer", wie er sich selber nennt, formuliert seine Gebrauchsanweisung anhand von Fragen. Sehr vielen Fragen (genau 51), die ihm mal gestellt wurden oder über die er mit Freunden diskutiert hatte. Die reichen von "Welche Musik war vor Pop populär und was muss man über sie wissen?" über "Darf man Musik von Rechtspopulisten, Pädophilen und Vergewaltigern hören?" bis zu "Welches Lied sollte man für die eigene Beerdigung auswählen?" Zudem sind sie Kapiteln zugeordnet wie "Die Geschichte der Gegenwart", "Der gute Geschmack und die feinen Unterschiede" und "(Vorerst) letzte Fragen".

Kurz und ausführlich, ernst und albern

Da sind dann Fragen dabei, über die man fast ein eigenes Buch schreiben könnte - etwa die, die vor Jahrzehnten die Jugend in zwei Lager spaltete: "Wer ist bedeutender, die Beatles oder die Rolling Stones?" - und welche, die ausführlich, etwas tiefschürfender und mit einem längeren Ausflug in die Historie beantwortet werden ("Welches Jahr ist das wichtigste in der Entwicklung der Popmusik und warum?").

Andere erscheinen eher spaßig-albern oder vergleichsweise irrelevant - wobei die Ratschläge, wie man Tonträger aus ihrer Folienhülle bekommt, vielleicht noch am ehesten in eine praktische Gebrauchsanweisung passen. Aber so richtig auf den Nägeln brennt diese Frage wohl nicht vielen. Und dass man das Wort Vinyl vermeiden sollte, wenn man über Popmusik schreibt und eine Schallplatte meint, weil es sich anhört wie "ein Duschvorhang" - nun ja.

Von der "Vergangenheit des Pop" bis zum Popstar der Zukunft

Autor Brüggemeyer ist, wie er schreibt, "in die Vergangenheit des Pop verliebt" und ein großer Teil seiner Pop-Gebrauchsanweisung dreht sich so auch um Musikhistorie und alte Helden: Bob Dylan, Beatles und Stones, Elvis ... Aber, wie er betont, die Behauptung "Früher war alles besser" liegt ihm fern und auch viele heutige Themen haben im Buch ihren Platz. Da geht es um Feminismus in der Popmusik und was sich zwischen Britney Spears und Billie Eilish geändert hat; darum, ob man - im Zeitalter der allgegenwärtigen Smartphones - bei Konzerten Fotos und Videos damit machen darf. Und wie der Popstar der Zukunft aussieht.

Eines der letzten Themen im Buch ist die Frage "Brauchen wir noch Popjournalismus?" - eine, die Brüggemeyer sehr persönlich betrifft. Wie er kürzlich in einem Deutschlandfunk-Interview sagte, begann er "aus einem Blues heraus" zu schreiben, unter dem Eindruck, dass immer mehr Musikzeitschriften dichtmachen oder zumindest ihre Printausgaben einstellen: "NME", "Intro", "Spex" ... Der "Rolling Stone", für den Brüggemeyer schreibt, ist einer der wenigen Überlebenden.

Wenn also heute kaum noch jemand diese Zeitschriften liest, stellt sich schon die Frage: Wer braucht heute noch Musikkritiker? "Deren Vermittlerfunktion und Einordnungen (sind) nicht mehr so gefragt wie früher. Die Künstler kommunizieren über soziale Medien direkt mit ihren Fans, anstatt Journalisten, wie etwa dem Autor dieses Buches, Interviews zu geben", muss Brüggemeyer feststellen. Musikkritiken wanderten zunehmend in den Feuilletonteil von Zeitschriften. Dennoch - oder deshalb? - seien in den letzten Jahren mehrere umfangreiche Bücher zur Popmusik-Geschichte erschienen, die wirkten wie "vorweggenommene Nachrufe auf eine alte Industrie und ein tradiertes Popverständnis".

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Pop: Eine Gebrauchsanweisung - Der Rolling-Stone-Redakteur über alle großen Fragen der Popgeschichte
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Brüggemeyer bedauert sehr, dass Popmusik durch ihre ständige Verfügbarkeit - immer und überall und oft sogar kostenlos - droht, ihre Bedeutung zu verlieren. Es sollte wieder mehr über Popmusik geredet werden, statt sie nur zu hören, zu konsumieren, und das auch noch häufig nebenbei. Sein Buch soll zu diesem Gespräch beitragen und dabei einer Karte ähneln, "die man liest, dann aber wegwirft, um sich gezielt zu verirren". Den Begriff Gebrauchsanweisung darf man hier nicht zu wörtlich nehmen - es ist eher eine unterhaltsame Sammlung von Fakten, von Gedanken und eigenen Erfahrungen. Eine Art Wegweiser für die verzweigten Straßen der Popkultur.

Maik Brüggemeyer stellt sein Buch am 5. November in einer Lesung vor; ab 19.30 Uhr im Maschinenhaus der Kulturbrauerei, Berlin-Prenzlauer Berg.

Quelle: n-tv.de

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