Kino

"Marry Me" leider im Kino Definitiv kein Jawort für Jennifer Lopez

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Statt eines Superstars heiratet Valdez (Jennifer Lopez) einen ganz normalen Mathelehrer.

(Foto: imago images/Prod.DB)

Sekunden vor ihrer Live-Hochzeit wird Popstar Kat (Jennifer Lopez) von ihrem Freund öffentlich gedemütigt und heiratet stattdessen in einer Kurzschlusshandlung einen im Publikum stehenden Mathelehrer (Owen Wilson). Klingt dämlich? Ist es auch.

Jennifer Lopez zu unterstellen, sie habe in ihrem Leben keinen einzigen guten Film gedreht, wäre nicht fair. Ihren Durchbruch als Schauspielerin schaffte sie 1997 mit dem Biopic "Selena - ein amerikanischer Traum" über die zwei Jahre zuvor getötete Latina-Sängerin, die für viele als Wegbereiterin von Lopez gilt. 1998 erhielt sie ihre wohl besten Kritiken an der Seite von George Clooney in "Out of Sight". Und auch als smarte Stripperin in "Hustlers" (2019) wurde die damals 50-Jährige nicht nur für ihren stählernen Körper und ihr Talent an der Stange in den höchsten Tönen gelobt.

Weshalb man aber oft vergisst, dass Lopez nicht nur als Sängerin Qualitäten hat, ist der Vielzahl an unterirdischen Filmen geschuldet, die den wenigen guten gegenüberstehen. Da wäre etwa "Genug - Jeder hat seine Grenzen" (2002) oder "Parker" (2013) an der Seite von Jason Statham. Ihr bislang größter Flop ist und bleibt aber "Gigli - Liebe mit Risiko" (2003) an der Seite von Ben Affleck, mit dem sie damals kurzzeitig verlobt war und letztes Jahr ihr Liebes-Comeback feierte. Der Streifen hat beim bekannten Bewertungsportal "Metacritic" einen Metascore von 18 - von möglichen 100 - und wurde bei dem Spottpreis "Goldene Himbeere" als "Schlechteste Komödie in den ersten 25 Jahren des Preises" ausgezeichnet.

In diese Sparte reiht sich auch ihr neuestes Projekt "Marry Me - Verheiratet auf den ersten Blick" ein. Der Plot ist schnell erzählt. Kat Valdez (Lopez) scheint das perfekte Leben zu führen: Sie ist ein absoluter Megastar, hat unzählige Angestellte, die ihr das Leben erleichtern, und Millionen Social-Media-Fans, die sie regelmäßig an ihrem Leben teilhaben lässt. Mit ihrem Freund, der nicht minder berühmte Latino-Star Bastian (Maluma), ist sie kurz davor, den Song "Marry Me" zu veröffentlichen. Während eines Konzerts von Kat wollen sie das Lied erstmals live singen - und dann auf der Bühne heiraten.

Eine unglaubwürdige Handlung

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Können sich zwei so unterschiedliche Menschen ineinander verlieben? Spoiler: Ja.

(Foto: imago images/Prod.DB)

Unter den Zuschauern ist auch Charlie Gilbert (Owen Wilson), ein geschiedener Mathelehrer, der für eine Umarmung seiner zwölfjährigen Tochter Lou (Chloe Coleman) alles tun würde. Von Kat Valdez hat er bis vor wenigen Stunden noch nie etwas gehört, seine Kollegin Parker (Sarah Silverman) schleppt ihn und Lou jedoch mit auf das Konzert. Als Kat und die ganze Welt wenige Sekunden vor der Live-Hochzeit durch eine Breaking News erfahren, dass Bastian sie mit ihrer Assistentin betrogen hat, beschließt sie in einer Kurzschlusshandlung, statt Bastian einfach irgendjemanden aus dem Publikum zu heiraten.

Ihre Wahl fällt auf Charlie, der zufällig ein Schild trägt, auf dem "Heirate mich" steht und gar nicht weiß, wie ihm geschieht. Auf die Bühne geschubst, steht er der sichtlich aufgelösten Sängerin plötzlich gegenüber und lässt sich aus Mitleid vor den Augen der ganzen Welt mit ihr vermählen. Und als ob das Skript bis dahin nicht schon dämlich genug wäre, geht es genauso albern weiter. Denn um die Handlung zu rechtfertigen, müssen drei zurückliegende Scheidungen als unglaubwürdiges Motiv herhalten, weshalb Kat sich nicht am nächsten Tag wieder von dem wildfremden Mathelehrer trennen, sondern die "Ehe" allen Ernstes weiter laufen lassen will.

"Notting Hill" für Arme

Im entferntesten Sinne erinnert die Handlung von "Marry Me" an "Notting Hill" (1999), wo Julia Roberts ebenfalls einen Weltstar spielt, der sich bei einem London-Besuch in den Normalo Hugh Grant verliebt. Doch statt einer unterhaltsamen Rom-Com bekommt man hier eine zum Fremdschämen konstruierte Story mit plakativen, grundlegend unterschiedlichen Figuren. Schließlich passt Charlie, dessen Handy alles andere als smart und Highlight die bevorstehende Mathe-Olympiade seiner Schüler ist, so gar nicht in die moderne Influencer-Welt eines Popstars wie Kat. Und trotzdem, oh Wunder, oh Wunder, kommen sich die beiden näher ...

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Einzig die Nebendarsteller, allen voran Sarah Silverman und John Bradley-West als Kats Manager, halten die lahme Geschichte am Laufen, die aufgrund der fehlenden Chemie zwischen Lopez und Wilson sonst nicht 112 Minuten zu ertragen wäre. Insgesamt bekommt man aber genau das, was man erwartet, wenn man weiß, dass "Marry Me" von J.Lo co-produziert wurde. Für den Film haben sie und Maluma ein paar Originalsongs eingesungen, auf die die 52-Jährige besonders stolz ist. "Die Songs erzählen die Story genauso gut", sagte Lopez kürzlich in einem Interview. Mit anderen Worten: Den Film hätte man sich wirklich sparen können.

"Marry Me" läuft ab sofort in den deutschen Kinos.

Quelle: ntv.de

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