Kino

"Sing", nur fast wie DSDS Eine wirklich versaute Castingshow

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Ich glaub, mein Schwein pfeift: Szene aus "Sing".

(Foto: Universal Pictures)

Beinahe ist alles so, wie wir es kennen. Da ist das Vorsingen, der Recall und eine Art Dieter Bohlen. Aber einen klitzekleinen Unterschied zu "Deutschland sucht den Superstar" gibt es beim Animationsfilm "Sing" dann doch.

Welche Sau geht schon zu einer Castingshow? Nun, im Animationsstreifen "Sing" sind es gleich zwei Schweine, die ihr Glück bei einem Gesangswettbewerb versuchen: Rosita, die Mutter von 25 Ferkeln, und Gunter, eine Speckschwarte im Spandex-Anzug, die am liebsten auf männliche Lady Gaga macht.

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Doch damit ist die Besetzung noch lange nicht komplett. Zur Schar der Sänger und Sängerinnen gehört etwa auch Mike, ein kleiner Mäuserich mit einem umso größeren Ego. Ash ist ein kratzbürstiges Stachelschwein mit Punker-Attitüde. Gorilla Johnny will dem kriminellen Milieu seiner Familie mit seiner glockenklaren Stimme entfliehen. Und auch die junge Elefantendame Meena greift nach der Gesangskrone, hätte sie doch nur etwas mehr Selbstbewusstsein und etwas weniger Lampenfieber.

Ein Koala als Dieter Bohlen

Zusammengehalten wird das Ganze vom eigentlichen Dompteur der Show, quasi dem Dieter Bohlen in Form des Koalas Buster Moon. Ihm zur Seite stehen seine etwas altersschrullige Eidechsen-Sekretärin Miss Crawly und sein Kumpel Eddie, ein neureiches und orientierungsloses, aber ebenso liebenswertes Schaf. Und dann ist da noch Nana Noodleman, Eddies Großmutter, die von Buster nicht viel hält, aber dennoch seine große Hoffnung zur Finanzierung der Show ist …

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Koala Buster hält die Truppe, darunter auch die Stachelschwein-Lady Ash, im Griff.

(Foto: Universal Pictures)

Was bei "Sing" herausgekommen ist, ist nicht nur eine liebevolle Parodie der Castingshow-Welt, wenngleich hier natürlich so manches Klischee aus Formaten wie "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS), "The Voice" oder "The X Factor" auf die Spitze getrieben wird. Doch der Film macht hier nicht Halt. Stattdessen kulminiert er in einer großen Hommage an die Musik und das Theater. Oder wie es der musikalische Leiter des Streifens, Jojo Villanueva, ausdrückt: "'Sing' ist ein Liebesbrief an die Musik."

Musikalisches Feuerwerk

Insgesamt 65 Songs von so unterschiedlichen Künstlern wie Frank Sinatra, den Beatles oder Katy Perry werden in dem Film gecovert. Vielfach klemmte sich das hochkarätige Synchronstimmenensemble, zu dem im Original etwa Matthew McConaughey, Reese Witherspoon, Seth MacFarlane und Scarlett Johansson gehören, selbst hinter das Gesangsmikro. Doch auch ein neuer, von Stevie Wonder und Ariana Grande gesungener Song, ist zu hören.

In der deutschen Version des Films wurden die Lieder selbstredend nicht synchronisiert - bei bekannten englischsprachigen Popsongs macht das keinen Sinn. Dennoch versammelte sich auch hierzulande eine illustre Schar bekannter TV-, Musik- und Schauspiel-Größen in der Sprecherkabine. Iris Berben, Katharina Thalbach und Alexandra Maria Lara sind ebenso mit dabei wie etwa Klaas Heufer-Umlauf, Olli Schulz und Silbermond-Sängerin Stefanie Kloß. Besonderes Schmankerl: Buster Moon erhält seine Stimme von Daniel Hartwich, der als Moderator von einer Sendung wie "Das Supertalent" ja nun mit Castingshows wirklich bestens vertraut ist.

"Sing" stammt aus der Produktionsschmiede, die auch schon für Animationsknüller wie "Ich - Einfach unverbesserlich", die "Minions" und "Pets" verantwortlich war. Im Rennen um den Weihnachts-Familien-Film des Jahres wirft der Streifen nun als erster seinen Hut in den Ring. Konkurrenz bekommt er erst am 22. Dezember, wenn Disney sein ebenfalls mit viel Musik untermaltes Abenteuer "Vaiana" auf Kino-Reise schickt. Doch bis dahin hat "Sing" ja vielleicht auch schon ein größeres Publikum gefunden. Verdient hätte es der Streifen allemal.

"Sing" läuft ab sofort in den deutschen Kinos

Quelle: n-tv.de

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