Kino

Life is Life Es gibt Leben da draußen

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Keine Zeit für Romantik an Bord: Jake Gyllenhaal und Rebecca Ferguson.

(Foto: AP)

Sind wir etwas zu neugierig? Müssten wir nicht erst auf unserer Erde aufräumen, bevor wir anfangen, Dinge von anderen Planeten nach Hause zu schleppen? Rebecca Ferguson und Jake Gyllenhaal haben die Antworten im n-tv.de-Interview.

Mit Ryan Reynolds und Jake Gyllenhaal ins All? Also wenn, dann gern mit diesen beiden. Findet auch Rebecca Ferguson: Die drei Schauspieler sind die Star-Besetzung im neuen Film von Regisseur Daniel Espinosa. Außerdem an Bord sind Hiroyuki Sanada, Ariyon Bakara und Olga Dihovichnaya. "Life" erzählt die Geschichte von Roy Adams (Reynolds), David Jordan (Gyllenhaal) und Miranda North (Ferguson): Die jungen Wissenschaftler befinden sich auf einem Trip zurück vom Mars - und wenn man nun schon mal dort war, dann kann man ja auch ein paar Andenken mitnehmen: Bodenproben, Wasser oder eben ein paar hübsche, kleine Bakterien und so Zeugs.

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Schwerelosigkeit - nicht zu verwechseln mit Leichtigkeit.

(Foto: dpa)

Und was macht man als Forscher, wenn man sich schon sehr lange im All befindet? Man forscht so vor sich hin. In einer Materialprobe nun steckt der Teufel im Detail: die sechsköpfige Crew entdeckt tatsächlich eine Zelle, die von der Besatzung zum Wachstum angespornt wird. Das Ding wächst und wächst, ein bisschen schäkern sie mit dem süßen Teil herum, in ihren Gummihandschuhen, hinter Panzerglas, doch eines Tages - und wir wissen alle, wie undankbar Kinder sind - nimmt das Alien-artige "Ding" nicht mehr nur den hingestreckten, buchstäblichen kleinen Finger, sondern die ganze Hand. Und es will mehr!!

Nun folgen immer wieder recht eklige Szenen, wie der unersättliche Einzeller sich fortan aufmacht, die Crew im wahrsten Sinne des Wortes in- und auswendig kennenlernen zu wollen, und die Forscher müssen sich die Frage stellen: Was haben wir da angerichtet, was haben wir da an Bord geholt? Heißt denn, auf einer Mission zu sein unbedingt auch, missionieren zu müssen? Kann nicht einfach mal alles bleiben, wie es ist?

Wie weit dürfen wir gehen?

Selbst David Jordan (Gyllenhaal), Bordarzt und Einsiedler, der es im All auf einer Raumstation schöner findet als auf der Erde mit all den "Motherfuckern", die da so herumstraucheln, muss sich fragen, ob sie nicht zu weit gehen. Gyllenhaal selbst sagt: "Neugierige Katzen verbrennen sich die Tatzen ("Anm., er sagt natürlich: "Curiosity killed the cat"), aber ohne Neugier kein Fortschritt. Die Risiken und Gefahren sind natürlich immens, vor allem, wenn wir unseren natürlichen Lebensraum verlassen. Aber der Film ist eigentlich mehr ein Sinnbild für unsere eigene Angst. Mehr noch jedoch liebe ich an meiner Rolle als Bordarzt, dass er vor allem fasziniert ist von dem, was dort passiert. Mehr, als er Angst hat."

Und auch Rebecca Ferguson, die einen in der allerbesten Weise an Ingrid Bergman erinnert, findet: "Wir haben etwas zu uns an Bord genommen; dann müssen wir damit auch klar kommen und mit den Konsequenzen leben. Zuallererst finde ich die Forschung jedoch romantisch und wunderschön. Aber, und das frage ich mich auch immer wieder: Wie weit dürfen wir gehen? Ich finde es ganz gut, manches nicht zu wissen."

Die große Frage lautet also nicht nur: Gibt es da draußen irgendwo Leben? Beide Schauspieler beantworten diese Frage mit einem eindeutigen und wie aus der Pistole geschossenen "Ja!", geben aber auch zu bedenken, dass wir, die Menschen auf der Erde, heute noch immer glauben würden, dass die Erde eine Scheibe ist, wenn es nicht Entdecker, Forscher und andere mutige Menschen gegeben hätte, die uns das Gegenteil beweisen konnten.

Die Frage allerdings, die sich vor allem stellt, und zwar mit großem, ungläubigen Entsetzen: "WIE intelligent ist diese Zelle eigentlich?", und das Wissen, dass die Frage nur mit: "Sehr intelligent, vielleicht intelligenter als wir, und vor allem auch viel grausamer als wir" beantwortet werden kann, lässt der Crew und dem Zuschauer das Blut in den Adern gefrieren. Erinnerungen an "Alien" werden wach, nur mit dem Unterschied, dass wir uns bei "Life" in der Jetzt-Zeit befinden. Um die Erde - unseren kleinen, blauen, an und für sich so schönen Planeten - kreisen Satelliten, Raumstationen, anderen Planeten, Meteoriten, alles Mögliche, herum, und wir, die Erdbewohner, müssen uns mal eingestehen, dass wir keinen blassen Schimmer davon haben, was auf uns zukommen könnte.

Freund oder Feind?

Die Fragen, die "Life" aufwirft, sind: Wie nähern wir uns dem Fremden, ohne die alten Fehler zu machen, für die wir Menschen so bekannt sind? Wie schaffen wir es, fremdes Leben nicht nur als suspekt anzusehen, sondern einfach zu achten. Sollten wir es nicht dort belassen, wo es hingehört? Holen wir uns Feind oder Freund ins Haus? Der Einzeller in "Life" macht sich jedenfalls selbstständig, und ohne weiter darauf einzugehen, was an Bord alles passiert - nur, dass es äußerst spannend und realistisch erzählt und gefilmt ist - ist klar, dass unsere Forscherfreunde vom Weg abkommen und sich unaufhaltsam der Erde nähern - mitsamt blindem Passagier, natürlich. Was das für die Erde bedeuten könnte, kann sich jeder denken.

"Life", inspiriert vom Klassiker aller Alien-Filme - Ridley Scotts "Alien" (1979) - startet am 23.März in den deutschen Kinos.

Quelle: n-tv.de

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