Kino

Verbotene Liebe "Firebird" rührt mit sowjetischer Militärromanze

firebird_presse_12.jpg

Oleg Zagorodnii (r.) und Tom Prior spielen die wahre Geschichte von Sergey Fetisov.

Das spannende Militärdrama "Firebird" bringt die traurige, aber wahre Geschichte von Sergey Fetisov auf die Leinwand. Eine verbotene Beziehung in der Sowjetunion der 1970er-Jahre lenkt die Aufmerksamkeit auf die Lage, in der sich queere Menschen in Russland noch heute befinden.

Ein Film, der in den 1970er-Jahren spielt, aber heute fast aktueller ist denn je: Die estnisch-britische Koproduktion "Firebird" ist vor allem eine traurige Geschichte über verbotene Liebe. Der junge russische Provinzler Sergey Serebrennikov, gespielt vom britischen Schauspieler Tom Prior, leistet seinen Militärdienst auf einem Armeestützpunkt in Estland ab. Er kann es kaum erwarten, nach Hause zurückzukehren - doch dann taucht der charmante Kampfpilot Roman Matvajev, gespielt vom ukrainischen Schauspieler Oleg Zagorodnii, auf. Die beiden Männer fühlen sich zueinander hingezogen, und schon bald knutschen sie zu Tschaikowsky-Platten und schleichen sich nach Tallinn, um eine Aufführung von Igor Strawinskys "Firebird" zu besuchen.

Bei all dem gibt es auch noch Luisa (Diana Pozharskaya), die warmherzige und fähige Sekretärin des Kommandanten der Basis (Nicholas Woodeson). Luisa hat ein Auge auf ihren Freund und Kollegen Sergey geworfen, bis Roman auftaucht. Sie kann nicht anders, als sich zu dem charismatischen, verblüffend attraktiven Neuankömmling hingezogen zu fühlen. Sie wird ungewollt in eine Romanze hineingezogen und zahlt am Ende einen hohen Preis für die verbotene Liebesbeziehung zwischen Roman und Sergey.

Damals war Homosexualität im sowjetischen Militär verboten - obwohl die Situation heute nicht viel besser ist. Eine anonyme Quelle gibt dem örtlichen KGB-Offizier einen Tipp, sodass Sergey und Roman ihre Liebe verbergen müssen. Aus Angst vor harten Konsequenzen - wie es im Film heißt, mehrere Jahre in einem Arbeitslager - beendet Roman vorerst die Liebesbeziehung. Der Schmerz und das Leid, das beide Figuren in diesem Moment empfinden, ist sogar durch die Leinwand hindurch spürbar.

Sergey Fetisov erzählt seine Geschichte

firebird_presse_05.jpg

Sergej und Roman besuchen eine Aufführung von Igor Strawinskys "Firebird".

Das liegt nicht so sehr an der Chemie und der überzeugenden Anziehungskraft der Schauspieler - die hält sich in Grenzen. Die Zusammenarbeit von Zagorodnii und Prior wirkt erst gegen Ende des Films leidenschaftlich und glaubwürdig. Vielmehr drückt die Tatsache, dass sich die Situation für viele queere Menschen in Russland in den mehr als 50 Jahren, in denen sich diese Geschichte abspielt, nicht verbessert hat, den ganzen Film über auf die Brust.

Der schlagende Beweis dafür: Die Premiere dieses Films in Moskau musste abgesagt werden, weil sie so stark von Protesten begleitet war. Eine Zeitung titelte: "Ein Brite, ein Este und ein Ukrainer beschämen das Internationale Filmfestival in Moskau."

Die Geschichte basiert auf wahren Begebenheiten: dem Leben von Sergey Fetisov, einem russischen Schauspieler und Schriftsteller. Er wollte seine Geschichte erzählen, um das Bewusstsein für die Situation von queeren Menschen in Russland zu schärfen. Gemeinsam mit Regisseur Peeter Rebane und Prior, der auch am Drehbuch mitschrieb, erzählt Fetisov in "Firebird" seine Odyssee. Leider verstarb er, bevor der Film fertiggestellt wurde.

Aber seine Geschichte lebt in dem Film weiter. Vor allem die Kunst des estnischen Kameramanns Mait Maekivi wird der Erzählung von Sergej gerecht. Gespannt verfolgt man jeden Versuch von Sergej und Roman, ihrer Liebe noch eine Chance zu geben. Es zieht sich über die Jahre hin, die beiden Männer werden älter, aber ihre gegenseitigen Gefühle bleiben.

"Firebird" läuft ab dem 17. Mai in den deutschen Kinos.

Quelle: ntv.de

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen