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TKKG - 4 Freunde sollt ihr sein Gaby? Erna? Nee, Laura, und zwar gerne

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Einmal TKKG von links nach rechts: Manuel Santos Gelke als Karl, Emma Louise Schimpf als Gaby, Ilyes Moutaoukkil als Tim und Lorenzo Germeno als "Klößchen".

(Foto: Warner Bros. GmbH)

Wie aus Tim, Karl, Klößchen und Gaby die Detektivgruppe TKKG wurde zeigt die moderne Verfilmung der beliebten Detektiv-Kultreihe - und dieses Mal läuft einiges anders als früher! Tim und Willi, genannt Klößchen, lernen sich am ersten Schultag auf dem Internat kennen. Unterschiedlicher könnten die beiden kaum sein und besonders Willi, Sohn aus gutem Hause, ist nicht gerade erfreut, sich ein Zimmer mit Tim, einem Stipendiaten aus der Vorstadt, zu teilen. Doch als Klößchens Vater entführt wird und mit ihm eine wertvolle Statue aus seiner Kunstsammlung verschwindet, ist Tim der Einzige, der Willi glaubt. Gemeinsam mit dem hochintelligenten Außenseiter Karl und der smarten Polizistentochter Gaby beginnt die Gruppe auf eigene Faust zu ermitteln: Gegen alle Widerstände decken die vier eine Verschwörung auf. Und so wird aus ihnen die legendäre Bande TKKG!

Der Film beruht auf der Jugendbuchreihe, die mit 13 Millionen verkauften Büchern und 33 Millionen verkauften Hörspielen zu einer der kommerziell erfolgreichsten Serie ihres Genres im deutschsprachigen Raum zählt. "TKKG - Wie alles begann" zeigt auf moderne Art und Weise, dass man alte Klassiker durchaus in ein neues Gewand stecken kann. Mit n-tv.de sprachen die jungen Hauptdarsteller und Laura Tonke (Erna Sauerlich) über Freundschaft, Shopping, Vorbilder und vor allem: eine Fortsetzung!

n-tv.de: Wie waren denn die Dreharbeiten?

Emma-Louise Schimpf (Gaby): Es war eine mega-coole Zeit! Jeder Tag war besonders.

Lorenzo Germeno (Willi aka Klößchen): Wir waren ein Wochenende am See, mit einer Kindercoacherin, und da haben wir vier uns besser kennengelernt. Auch ein paar der Schauspieler und Robert Thalheim, der Regisseur, waren da. Dann haben wir zusammen den Text gelernt und geprobt. Das Coolste war wirklich, dass wir noch Einfluss nehmen konnten auf das Drehbuch.

Manuel Santos Gelke (Karl): Wir haben uns gleich alle super verstanden, haben gleich 'ne WhatsApp-Gruppe aufgemacht.

Ilyes Moutaoukkil (Tim): Die wir heute noch haben! Das Besondere am Set war, dass es immer sehr viele lustige Momente gab.

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Das einzige Mädchen zu sein kann auch schön sein!

(Foto: Warner Bros. GmbH)

Wie ist es denn, das einzige Mädchen in diesem Club der Gentlemen zu sein? Du kannst jetzt nicht frei sprechen, schon klar …

Emma-Louise: (lacht) Ach, das war ganz in Ordnung. Wir haben zum Glück nicht nur über Jungskram geredet. Ich würde mit denen auch shoppen gehen.

Alle Jungs: 100-prozentig! Wir waren schon zusammen shoppen!

Gebt ihr eure Gage denn eigentlich gleich wieder aus? Oder legt ihr das ganz vernünftig an?

Emma-Louise: Ich muss gestehen, ich habe eine Tagesgage ausgegeben, ja, aber den Rest spare ich.

Lorenzo: Ich hab' alles auf einem Konto, dann habe ich es da für die Zukunft. 

Manuel: Exakt so mache ich das auch. Ich kann das später ja gebrauchen, um den Führerschein zu machen oder wenn ich an die Uni gehe. Ich gehe mit Geld sehr vorsichtig um.

Ilyes: Ich spare auch, da ich mir vorgenommen habe, mit 18 auszuziehen (lacht).

Wie sehr seid ihr euer Film-Alter-Ego?

Emma-Louise: Meine Mutter ruft manchmal "Gaby" und da hör' ich tatsächlich drauf ...

Und wie ist es, mit den ganzen Stars zusammen zu drehen: Tom Schilling, Laura Tonke, Milan Peschel, Trystan Pütter …?

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Tom Schilling ist der Bösewicht.

(Foto: Warner Bros. Gmbh)

Lorenzo: Es war großartig. Sie waren alle total hilfsbereit und ich persönlich war schon ein bisschen aufgeregt.

Lorenzo: Aber es war super cool. Alle waren voll freundlich.

Ilyes: Und total bodenständig, großartige Schauspieler.

Manuel: Ich hatte schon Respekt am Anfang, aber ich dachte mir: Die sind ja auch nur Menschen …

Emma-Louise: Sie haben uns immer total gute Tipps gegeben.

Zum Beispiel?

Emma-Louise: Ich sollte langsamer sprechen, hat mein Filmvater Trystan Pütter mir gesagt, ich habe manches viel zu schnell runtergerattert.

Manuel: Wir sind alle eine große Familie geworden. Ob Profi oder Komparse, auch mit allen hinter der Kamera sind wir ganz eng zusammengerückt!

Da bietet sich doch eine Fortsetzung an, oder?

Alle: Oh ja bitte! Unbedingt! Mit den gleichen Leuten! Auf jeden Fall!

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Gaby? Nee, Erna!

(Foto: Warner Bros. GmbH)

Laura Tonke: Ich hoffe (lacht) ich habe es munkeln gehört … Ich fänd's toll. Ich fand mein Kind toll, den Dreh insgesamt, die Kollegen, also ich wäre bereit …

Drehen mit Kindern …

Laura Tonke: … davor habe ich auf jeden Fall Respekt. Ich schöpfe da aus meiner Erfahrung, weil ich ja auch einfach so in den Beruf reingerutscht bin, ohne auf der Schauspielschule gewesen zu sein und so weiter. Und deswegen kann ich mich gut in die Anfänger reinversetzen. Aber wir hatten total Glück mit unseren Kindern, so süß und offen. Nicht so Profi-Kids, die schon quasi 20 Jahre dabei sind (lacht).

Was ist denn der beste Tipp aktuell, wenn man Schauspieler werden will …

Laura Tonke: Ich glaube, ein kleines Bewerbungsvideo zu einer speziellen Kinderagentur zu schicken, ist am sinnvollsten. Und vorher sollte man sich unbedingt fragen, ob man wirklich spielen will. Also vielleicht mal in kleine Theatergruppen ausprobieren oder in Workshops. Ich zum Beispiel wollte immer nur spielen! Keine Schule mit Tanz oder Ballett, das war nichts für mich (lacht).

Bereuen Sie, die Ausbildung nicht zu haben?

Laura Tonke: Nein. Ich habe großen Respekt vor denen, die eine haben. Was ich vermisse, ist, eine Klasse gehabt zu haben, ein Zugehörigkeit. Also jetzt sagen zu können: "In meiner Klasse war ja auch die Nina Hoss und der und der war unter mir …" das vermisse ich schon. Aber das kann ich verschmerzen (lacht).

Es läuft ja gut bei Ihnen …

Laura Tonke: Aber auch mit einem gewissen Auf und Ab. Ich bin eben nicht, wie ich schon einmal in einem Interview gesagt habe, mit dem typischen Sat1-Gesicht auf die Welt gekommen (lacht) und für manche Rolle hätte ich das gern mal gehabt, dieses Gesicht. Aber die ersten 20 Jahre habe ich eh viel Arthouse gemacht und jetzt bin ich sehr zufrieden. Auch mit meinem Gesicht!

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Gerne auch "die neuen Avengers" ...

(Foto: Warner Bros. GmbH)

Wer von euch kannte denn eigentlich TKKG noch als Kassette, als Hörspiel?

Manuel: Ich bin schon lange echter TKKG-Fan. Ich habe alle Hörspiele gehört und ganz viele Bücher gelesen. Ich wusste sofort, dass ich Karl spielen will.

Lorenzo: Ich wollte Willi unbedingt etwas Eigenes geben, dass ich mir die Rolle erarbeite.

Emma-Louise: Ich wollte auch nicht einfach die Gaby aus den Hörspielen sein. Ich wollte was von mir mit reinbringen. Ganz kleine Dinge, zum Beispiel bei der Sprache.

Haben Sie früher TKKG gehört?

Laura Tonke: Ja! Da habe ich mich mit den Kindern identifiziert, mit Gaby, und jetzt spiele ich die Mutter. Erna Sauerlich (lacht). Da musste ich mich erstmal dran gewöhnen! Aber ich finde den Film jetzt wirklich witzig! Am meisten habe ich mich übrigens früher mit Karl identifiziert.

Was hat sich für euch geändert nach dem Dreh?

Ilyes: Ich habe das Gefühl, dass man mir besser zuhört, dass man mir auch zustimmt, wenn ich etwas sage. Ich achte jetzt vielleicht auch besser auf andere.

Und was hat sich im Film geändert?

Laura Tonke: Früher war das viel rassistischer und sexistischer, das war eigentlich schlimm. Das ist uns damals gar nicht so klar gewesen, aber wenn man das heute hört, ist das schon hart. Jetzt ist es aber auf eine schöne Art und Weise umgesetzt, ein schöne Interpretation von TKKG, das gefällt mir jetzt. Es ist sehr erfrischend geworden.

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Habt ihr Vorbilder?

Manuel: Albert Einstein!

Lorenzo: Die müssen nicht immer berühmt sein, meine Idole, aber Tom Schilling finde ich schon cool!

Emma-Louise: Alan Rickman. Als Severus Snape in Harry Potter. Ich finde seine schauspielerische Leitung insgesamt beachtlich. Schade, dass er schon gestorben ist.

Wer sind Ihre Vorbilder?

Laura Tonke: Gern Frauen zwischen 60 und 70 (lacht). Isabella Rossellini zum Beispiel. Die hat noch ein kleines Film- und Zirkusprojekt, sie hat Biologie studiert und ihren Master gemacht. Das finde ich toll, so eigene Sachen zu machen. In einem gewissen Alter ist man nicht mehr in diesem "Man muss sich so und so verhalten"-Modus drin. Sehr beruhigend!

Jetzt seid ihr berühmt - welche Rolle sollte man euch demnächst anbieten?

Ilyes: Wir sind die neuen Avengers!

Manuel: Und TKKG-Fortsetzungen die nächsten Jahre. Das wäre toll.

Wie bringen wir Kindern heute bei, dass sie vollkommen in Ordnung sind, so wie sie sind? Ihnen die Angst zu nehmen, ständig perfekt sein zu müssen, wie es ihnen zum Beispiel in den sozialen Medien vorgegaukelt wird.

Laura Tonke: Das wäre schön, wenn man das könnte. Ich glaube nur, dass die Gesellschaft etwas anderes von ihnen verlangt. Der Druck ist ganz schön hoch - und ich finde es fast eine Farce, wenn man ihnen sagt: Sei doch einfach, wie du bist. Ja, also sei wie du bist, nur sehr hübsch und sehr klug und sehr toll. Das ist doch Quatsch, denn es ist gelogen. Unsere TKKG-Jugendlichen sind total authentisch, da bin ich echt froh drüber. Bei Netflix gibt es gerade nur Model-Jugendliche in den Serien.

Was sagt ihr zur Filmmusik?

Alle: Die ist toll!! Wir lieben es. Sounds, die an die Achtziger erinnern, SDP, voll cool.

Erkennt ihr euch in eurer Rolle wieder?

Emma-Louise: Man hat schon Gemeinsamkeiten, ja. Vor allem, weil wir an unseren Rollen mitarbeiten durften. Gaby kann sich auf jeden Fall gut durchsetzen. Ich würde sagen, dass ich das auch ganz gut kann. Gaby ist schon ganz schön erwachsen. Das bin ich persönlich nur manchmal. Und wenn ich mit meinen Freunden zusammen bin, eher nicht.

Lorenzo: Ich habe mich in der Gruppe irgendwie gut wiedergefunden. Wir haben Gemeinsamkeiten untereinander entwickelt.

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Gemeinsamkeiten sind rein zufällig, aber okay.

(Foto: Warner Bros. GmbH)

Manuel: Ich liebe Naturwissenschaften, wie Karl. Ich bin auch sehr von Technik begeistert. Ich tüftle, bastle und erfinde gerne. Zum Beispiel habe ich auch bei "Jugend forscht" mitgemacht.

Und?

Manuel: Und gewonnen (lacht). Ich mach' jetzt wieder mit.

Und du, Ilyes?

Ilyes: Ich finde, ich bin Tim schon ziemlich ähnlich. Ich würde auch oft so handeln wie er.

Ist momentan eine gute Zeit für Schauspielerinnen, Frau Tonke?

Laura Tonke: Es ist viel besser geworden! Es hat sich was geändert. Es gibt mehr Regisseurinnen, die machen mehr Frauenthemen, die Geschichten, die Frauen sehen wollen. Der Kampf ist noch nicht beendet, aber wir sind auf einem guten Weg. Auch gerade wegen #MeToo. Das ist ein Thema, da gibt es Workshops, da sind alle sensibilisiert, denn es rumort nach wie vor.

Mit Laura Tonke, Emma-Louise Schimpf, Lorenzo Germeno, Manuel Santos Gelke und Ilyes Moutaoukkil sprachen Jonathan Swart und Sabine Oelmann

"TKKG - Wie alles begann" läuft im Kino

Quelle: n-tv.de

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