Kino

Es war einmal in Berlin Pitt, DiCaprio & Tarantino verraten ihre Laster

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Willkommen in Berlin: Margot Robbie, Leonardo DiCaprio, Quentin Tarantino und Brad Pitt (v.l.).

(Foto: dpa)

Es ist nicht irgendein Film, um den es an diesem Tag in Berlin geht. Es ist "Once Upon a Time in ... Hollywood". Der neue und womöglich vorletzte Film von Quentin Tarantino mit keinen Geringeren als Leonardo DiCaprio und Brad Pitt in den Hauptrollen. Kein Wunder, dass die Stadt da in Aufruhr ist.

"Once Upon a Time in ... Hollywood" heißt der neue Film von Quentin Tarantino. Und der Titel ist natürlich nicht zufällig gewählt. Tatsächlich erzählt der Starregisseur in dem Streifen ein in der Traumfabrik angesiedeltes Märchen aus den 1960er-Jahren, wenngleich er es mit ganz und gar realen Ereignissen und Charakteren vermengt, allem voran dem Massaker der Charles-Manson-Sekte an der Schauspielerin Sharon Tate und ihren Freunden.

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Bevor dieses Schauermärchen hierzulande auf die Leinwand kommt, ereignete sich jedoch nun erst einmal in Berlin etwas ganz und gar Fabelhaftes. Man könnte es so ausdrücken: Es war einmal an einem Tag des Jupiters, da geriet die germanische Stadt an der Spree in helle Aufregung, denn ein nur allzu berühmter Filmemacher hatte sich mit seinem Gefolge angekündigt.

Mit anderen Worten: Tarantino schlug am Donnerstag in Berlin auf, um hier "Once Upon a Time in ... Hollywood" gemeinsam mit seinen Hauptdarstellern Leonardo DiCaprio, Brad Pitt und Margot Robbie sowie den Produzenten David Heyman und Shannon McIntosh vorzustellen. In der Nobelabsteige "Soho House" unweit des Alexanderplatzes stellten sich der Regisseur und seine Crew den Fragen der Journalisten.

Bewunderung für den Kultregisseur

Tarantino zeigte sich dabei in gewohnter Manier aufgedreht, als könne er dringend mal eine Tasse Kamillentee zur Beruhigung gebrauchen. Wesentlich cooler präsentierte sich da das Schauspieler-Trio, allen voran DiCaprio und Pitt, die in "Once Upon a Time in ... Hollywood" tatsächlich das erste Mal in einem Kinofilm gemeinsam vor der Kamera stehen.

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"Once Upon a Time in ... Hollywood" ist Tarantinos neunter Kinofilm.

(Foto: picture alliance/dpa)

In ihrer Bewunderung für den Kultregisseur, mit dem Pitt in "Inglourious Basterds" und DiCaprio in "Django Unchained" jeweils einzeln schon einmal zusammengearbeitet hatten, sind sich alle drei einig. Tarantinos neuester Streifen sei ein "fantastischer Kunstfilm mit großem Budget", schwärmt DiCaprio und bittet die Zuschauer, das mit fleißigen Kinobesuchen zu honorieren. Pitt lobt die Detailversessenheit des Filmemachers und seinen Purismus, möglichst alles originalgetreu mit der Kamera einzufangen und nichts mit dem Computer zu bearbeiten. Und die durch Streifen wie "I, Tonya" und "Suicide Squad" ins Rampenlicht geratene Robbie erzählt, wie sie Tarantino angeschrieben habe, in der Hoffnung, ihr Idol möge sie vielleicht doch besetzen - mit Erfolg.

"Eine großartige Idee!"

Fünf Jahre habe er an der Geschichte für "Once Upon a Time in ... Hollywood" geschrieben, plaudert der Regisseur aus. Und ja, als es darum gegangen sei, dem Mörder Charles Manson Worte in den Mund zu legen, sei er schon auch mal an den Punkt gelangt, das Projekt verwerfen zu wollen.

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Regisseur, Darsteller und Produzenten stellten sich in Berlin den Fragen der Journalisten.

(Foto: Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH)

Auch bei "Inglourious Basterds" sei er sich zunächst nicht sicher gewesen, ob er sich nicht womöglich verrenne. Als ihm irgendwann nachts um vier die Idee gekommen sei, Adolf Hitler in dem Film einfach ermorden zu lassen, habe er diese zunächst auf einen Zettel geschrieben. Den habe er dann auf einen Tisch gelegt, um am nächsten Tag noch einmal zu hinterfragen, ob das eine dumme Idee sei. Dann sei er jedoch zu dem Schluss gekommen: "Nein, es ist eine großartige Idee!" Anders als Pitt, der da anfangs deutlich skeptischer gewesen sei.

"Die Paparazzi kriegen dich"

Doch wie es bei Veranstaltungen dieser Art nun mal so ist - am interessantesten wird es letztlich immer dann, wenn die Protagonisten die ausgetrampelten Pfade der Fragen zum beworbenen Film, zu ihrem Job und ihrer Zusammenarbeit verlassen. Dann etwa, als eine Journalistin - angelehnt an die Handlung von "Once Upon a Time in ... Hollywood", in der es um einen Schauspieler und seinen Stuntman geht - fragt, in welchen Alltagssituationen sich die Hollywood-Stars auch gern mal doubeln lassen würden. "Auf den Wegen zum Flughafen", sagt Robbie, während DiCaprio erklärt, ihm sei wegen der Paparazzi schon häufiger zu einem Double in der Öffentlichkeit geraten worden. Doch letztlich sei auch das keine Option für ihn, erklärt er und zitiert Rapperin Lil' Kim: "Die Paparazzi kriegen dich früher oder später doch."

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Pitt und DiCaprio sind in dem Film als Duo zu sehen.

(Foto: Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH / Photo by Andrew Cooper)

Auch eine andere Fragenstellerin nimmt Begebenheiten aus dem Film zum Anlass, um aus der berühmten Truppe auf dem Podium ein paar intimere Informationen herauszukitzeln. In "Once Upon a Time in ... Hollywood" werde ja unglaublich viel geraucht, beginnt sie ihre Frage, um sich dann nach den Lastern der Filmgrößen zu erkundigen. "Zigaretten", räumt Pitt unumwunden ein. "Dass ich ständig an meinen Haaren herumspiele", gesteht wiederum DiCaprio unter dem Gelächter der Zuhörer. Und Tarantino sagt: "Dass ich in der Nase bohre." Aber das wüsste ja ohnehin schon jeder mit Augen im Kopf.

Mit eigenen Augen können sich auch die Gäste der Premiere von "Once Upon a Time in ... Hollywood", die am Donnerstagabend in Berlin über die Bühne geht, einen Eindruck verschaffen. Und alle anderen ab dem 15. August. Dann kommt der neue und (zählt man "Kill Bill" 1 und 2 zusammen) neunte Tarantino-Streifen in Deutschland offiziell ins Kino. Dem Regisseur zufolge könnte es sein vorletzter Film sein. Er wolle nach zehn Filmen seine Regietätigkeit an den Nagel hängen, hat Tarantino erklärt. Und daran will er auch bei seinem Auftritt in Berlin nicht wirklich rütteln.

Quelle: n-tv.de

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