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Sarah und Pietro waren gestern Sie sind das neue Pop-Traumpaar

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Liebe am Arbeitsplatz: Lauv und Julia Michaels.

Daniel Prakopcy / Lauv / Kobalt Music Recordings

Beide gelten als hochtalentierte Songwriter ihrer Generation. Dann tun sich Lauv und Julia Michaels für ein Lied zusammen - und es funkt nicht nur bei der Musik. Mit n-tv.de sprechen sie über "There's No Way", Liebe, Erwartungsdruck, Demi Lovato, Ed Sheeran und Pink.

n-tv.de: Schon euer Video zu "There's No Way" hat Gerüchte geschürt. Aber wenn man jetzt eure Instagram-Seiten ansieht, scheint es sich wirklich zu bestätigen: Ihr seid ein Paar, oder?

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Julia Michaels: (verlegen) Ja.

Lauv: Ja, wir können es hiermit offiziell machen. (lacht)

Wann habt ihr gemerkt, dass es mehr als nur Freundschaft zwischen euch ist?

Lauv: Ich war schon in Julia verknallt, als wir uns das erste Mal getroffen haben. Aber ich glaube, bei ihr hat es ein wenig länger gedauert ...

Julia Michaels: Ja, das stimmt. Ich glaube, die Wende hat tatsächlich das Musikvideo gebracht. Da wurde mir klar, was für ein toller Mensch er ist.

Nachdem das geklärt ist, können wir ja zum Geschäftlichen kommen: Wie ist es überhaupt dazu gekommen, dass ihr zusammengearbeitet habt?

Lauv: Wir wurden einander vorgestellt. Wir dachten dann, wir hängen einfach mal zusammen ab und gucken, was passiert. Wir haben einen Tag damit verbracht, einfach nur über das Leben und Bands, die wir mögen, zu quatschen. Das war es eigentlich schon. Als wir uns dann ein weiteres Mal trafen, haben wir den Song zusammen geschrieben. Das hat sich alles einfach so ergeben.

Ihr seid beide junge, talentierte Songwriter. Und ihr seid beide den eher ungewöhnlichen Weg gegangen, zunächst Songs für andere zu schreiben, ehe ihr euch selbst als Sänger betätigt habt. Wie kam das?

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Julia Michaels: Nun, ich habe gefühlt schon immer Songs geschrieben. Dazu gekommen bin ich, weil ich sehr viele Background-Sachen gemacht habe - fürs Fernsehen oder für Werbung. Da war ich um die 17. So kam dann eins zum anderen: Erst habe ich mit anderen Songwritern zusammengearbeitet, dann mit Künstlern. Das war für mich auch in Ordnung und genau das, was ich machen wollte - bis ich "Issues" geschrieben habe. Der Song hat für mich alles verändert.

Lauv: Bei mir war es so: Als ich ein Junge war, habe ich mit 12 oder 13 angefangen, Gitarre zu spielen. Da hatte ich noch gar nicht auf dem Schirm, dass man Songs für andere schreiben könnte. Ich begann mit dem Ziel, in einer Band zu sein. Ich habe dann auch mehrere Jahre in kleinen Bands gespielt - mit allem, was dazu gehört: Auftritte selbst organisieren, Freunde anbetteln, dass sie doch bitte kommen, und Shows ohne Zuschauer. (lacht) Das habe ich irgendwann aufgegeben und mich wiederum einige Jahre nur auf Songwriting, Produktion und Remixe konzentriert. Bei mir war es dann der Song "The Other", der die Wende brachte. Ich fand ihn zu persönlich, um ihn wegzugeben und wollte ihn selbst singen.

Nachdem ihr nun beide zusammengearbeitet habt, kennt ihr ja auch eure Stärken und Schwächen als Songwriter. Was schätzt ihr am jeweils anderen?

Julia Michaels: Ich schätze an ihm, dass er etwas schreiben kann, das wirklich tief und ehrlich, aber immer noch spaßig ist. Er kann einen Herzschmerz-Song schreiben, der aber wie ein Liebeslied klingt. Das bewundere ich wirklich. Das ist nämlich echt schwierig. Ich kann das nicht!

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Lauv: Für mich gibt es niemanden, der authentischer ist als Julia, speziell, wenn es um die Lyrics geht. Ich kenne niemanden, der die Dinge so auf den Punkt bringen kann wie sie. Es wirkt nicht, als müsste sie irgendwelche Kompromisse machen, damit der Text zur Melodie passt. Und zugleich sind die Melodien unglaublich eingängig. Das ist wirklich besonders an ihr.

Ihr schreibt beide bevorzugt Liebeslieder. Lauv, du sollst sogar schon vor deiner Pubertät Texte über Liebe und Trennungsschmerzen verfasst haben. Wie geht das?

Lauv: (lacht) Wenn man anfängt, Songs zu schreiben, fragt man sich: Über was kann ich singen? Ich war als Junge ohnehin eher der weiche Typ - und stand auf Musik, die nostalgisch, romantisch und sehnsüchtig ist, all die Emo-Musik. Das hat dann wohl auf mich abgefärbt, so dass ich mich so emotionalen Themen gewidmet habe, obwohl ich da noch nie eine Beziehung gehabt hatte.

Ihr habt die Songs "Issues" und "The Other" erwähnt, die ihr lieber selber singen als anderen Künstlern überlassen wolltet. Was ist für euch entscheidend, wenn es darum geht, ob ihr ein Lied behaltet oder weggebt?

Julia Michaels: Ich denke, das ist reine Gefühlssache. Wenn sich etwas stilistisch und akustisch, vom Text und von der Melodie her komplett so anfühlt, als sei es deins, fällt es schwer, das aus der Hand zu geben. Es gibt einfach dieses Gefühl: Das ist genau, was ich sagen will und wie ich es sagen will. Ich weiß gar nicht, wie ich es anders erklären soll ...

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Lauv: Ich würde es vielleicht so ausdrücken: Ich bin kreativ frei. Es ist cool, sich nicht selbst zu limitieren, sondern einfach alles machen zu können. Manchmal kommt dabei etwas heraus, das auf dich persönlich total zugeschnitten ist. Und manchmal etwas, das du zwar gut findest, das dir selbst aber vielleicht nicht richtig entspricht. Das wegzugeben, fällt dann leichter. 

Eine Künstlerin, für die ihr beide geschrieben habt, ist Demi Lovato. Vielleicht habt ihr sie ja auch mal kennengelernt. Was dachtet ihr, als ihr von ihrem Zusammenbruch gehört habt?

Lauv: Ich habe sie persönlich leider nicht kennengelernt.

Julia Michaels: Ich auch nicht.

Lauv: Ich glaube aber, sie ist eine wirklich nette Person, mit einer unglaublichen Stimme. Sie hat wohl einiges durchgemacht und ich hoffe, dass sie das gut übersteht.

Demi Lovato ist ein Beispiel für die Schattenseiten, die es auch im Musikgeschäft gibt. Was tut ihr, um in diesem Geschäft nicht unter die Räder zu geraten?

Julia Michaels: Es hilft definitiv, gute Menschen um sich zu haben. Es mag sich lächerlich anhören: Aber ich denke, es hilft auch, verliebt zu sein. Du brauchst einfach Menschen, die dich unterstützen und dir beistehen.

Lauv: Ich versuche tatsächlich auch, regelmäßig mit einem Therapeuten zu sprechen.

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Julia Michaels: Und ich versuche, nicht zu viel Zeit mit Social Media zu verbringen. Das ist auch echt wichtig, denn das macht heutzutage viele Leute depressiv. Man sieht da ja immer nur all die guten Dinge, die im Leben von anderen stattzufinden scheinen, und nicht die schlechten. Ich versuche deshalb, den Leuten da zu zeigen, dass ich durchaus verletzlich, ängstlich und eben nicht perfekt bin.

Ihr habt nicht nur für andere große Künstler geschrieben, sondern seid immer wieder auch mit einigen von ihnen zusammen auf Tour. Lauv, du warst gerade erst mit Ed Sheeran unterwegs. Was kannst du von einem wie ihm noch lernen?

Lauv: Für mich ist er so etwas wie die Vorhut der Authentizität in der Popmusik. Bei ihm dreht sich alles um die Songs. Er versucht nicht, irgendetwas darzustellen oder sich zu verkleiden. Man muss sich nur Interviews mit ihm ansehen: Er ist einfach er selbst. Das war auch in jedem Moment, den ich mit ihm verbracht habe, so. Egal, ob es um sein Team, seine Freunde oder andere Künstler geht - er verhält sich immer genau gleich. Das hat mich wirklich inspiriert. Mal abgesehen davon, dass er einer der Größten unserer Generation ist. Er ist ein Song-Guru.

Julia, du warst dagegen zum Beispiel schon mit Shawn Mendes und Maroon 5 auf Tour. Nächstes Jahr wirst du mit Keith Urban, aber auch mit Pink unterwegs sein. Auf wen freust du dich mehr?

There's No Way
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Julia Michaels: Ich freue mich auf beide! Ich habe auch schon mit beiden zusammengearbeitet - und habe deshalb zu beiden eine besondere Beziehung. Ich liebe Keith! Er ist einer der fröhlichsten und herzlichsten Menschen, die ich je getroffen habe. Er hat mich sogar an meinem Geburtstag angerufen und für mich "Happy Birthday" gesungen. (lacht) Mit Pink bin ich hingegen aufgewachsen. Als ich ein Kind war, war sie allgegenwärtig. Und durch meine Zusammenarbeit mit ihr weiß ich, wie bodenständig sie ist. Sie redet über alles mit dir, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen.

Pink mag eine musikalische Heldin für dich gewesen sein. Aber ihr seid ja vielleicht die Helden von morgen. Zumindest habt ihr schon jede Menge Lorbeeren kassiert. Lauv, der Rolling Stone nannte dich zum Beispiel den "nächsten Herzensbrecher der Popmusik". Und Julia, du warst sogar schon für zwei Grammys nominiert. Freut euch das oder ist das wegen des Erwartungsdrucks, der damit zusammenhängt, auch eine Last?

Julia Michaels: Das bringt definitiv sehr viel Druck mit sich. Man schreibt ein Lied und entlässt es in die Welt, ohne sich darüber erst einmal groß Gedanken zu machen. Aber plötzlich ist es überall zu hören und man denkt sich: "Ach du Scheiße, was passiert da nur?" Und dann kommt der Druck, daran anschließen zu wollen. Wenn man nicht aufpasst, kann einen das schon erdrücken.

Wie wichtig ist dann Erfolg für euch?

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Lauv: Es ist definitiv cool, wenn deine Musik ankommt. Ich würde lügen, würde ich das nicht zugeben. Aber Chart-Platzierungen oder Streaming-Zahlen wie ich sie zum Beispiel bei "I Like Me Better" habe, sind nur eine Sache. Realisiert habe ich den Erfolg und die Emotionen, die ich geweckt habe, viel mehr, als ich danach live aufgetreten bin. Ich habe in Städten und Ländern gespielt, in denen ich noch nie zuvor gewesen bin. Und auf einmal steht man da in einem ausverkauften Raum mit lauter Menschen, die deinen Text mitsingen. Das ist der eigentlich heiße Scheiß.

Du bist lettischer Abstammung. Und Lauv ist das lettische Wort für Löwe. Wie viel von einem Löwen steckt in dir?

Lauv: (lacht) Ich weiß es nicht. Ich weiß nicht, was einen echten Löwe so ausmacht. Aber ich habe den Namen auch gewählt, weil ich vom Sternzeichen her Löwe bin. Und mein richtiger Name ist Ari, was ebenfalls Löwe bedeutet.

Während Julia nächstes Jahr mit Keith Urban und Pink auf Tour geht, trittst du 2019 in Asien auf. Bleibt eigentlich nur noch die Frage: Wann geht ihr zwei zusammen auf Tournee?

Beide: (lachen)

Julia Michaels: Darüber haben wir noch nicht wirklich gesprochen. Aber das wäre toll!

Lauv: Absolut! Das würde eine verrückte Show.

Mit Lauv und Julia Michaels sprach Volker Probst

Quelle: n-tv.de

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