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Wenn Drohnen töten Der Ludwigshafener "Tatort" im Schnellcheck

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Kommissarin Odenthal (Ulrike Folkerts) geht einer Spur in einem Weinberg nach.

SWR/Alexander Kluge

Der US-Außenminister kommt zu Besuch nach Ludwigshafen - und gleich zwei Parteien planen einen Anschlag, um sich für den Drohnenkrieg der Vereinigten Staaten zu revanchieren. Ein großes Thema, an dem sich dieser "Tatort" verhebt.

Das Szenario

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Die beiden Brüder Mirhat und Martin (Cuco und Diego Wallraff) planen einen Anschlag.

(Foto: SWR/Alexander Kluge)

Eine Ludwigshafener Psychologin findet beim Putzen in der Gemeinschaftspraxis ihren ziemlich toten Kollegen. Der Gute wurde erschlagen - und die Liste der Verdächtigen ist fast so lang wie die Liste seiner Klienten, denn der verstorbene Seelendoktor kümmerte sich vor allem um kriegsgeschädigte Patienten mit einer posttraumatischen Belastungsstörung. In diesem Fall eine besonders explosive Mischung, weil der Psychologe sowohl Opfer als auch Täter des US-Drohnenkriegs in Behandlung hatte, die auf der unweit von Ludwigshafen gelegenen Basis Ramstein ihren Dienst tun.

Die Kommissare Odenthal (Ulrike Folkerts) und Stern (Lisa Bitter) erkennen bei ihren Ermittlungen schnell, dass es um viel mehr als einen simplen Mord geht: Ein US-Staatssekretär ist in Ludwigshafen zu Besuch, gleich zwei Parteien planen einen Anschlag auf das hohe Tier - und sie alle waren in Behandlung bei dem ermordeten Traumatherapeuten. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

Die eigentliche Botschaft

Im Drohnenkrieg gibt es keine Gewinner, der Tod aus Tausenden Metern Höhe trifft am Ende jeden: Die Opfer auf dem Boden sowieso, ob schuldig oder nicht. Aber eben auch die Operateure der Drohnen, die Tausende Kilometer weit entfernt mit einem Joystick in der Hand über Leben und Tod entscheiden.

Darüber wird in der Mittagspause geredet

Auch der Staatssekretär hat noch kein Rezept gegen Jetlag gefunden und schaut nachts um zwei Serien auf seinem Laptop, weil er keinen Schlaf findet. Beruhigend.

Der Plausibilitätsfaktor

Zwiegespalten. Das Thema an sich ist wichtig und richtig. Und durch die Nähe von Ludwigshafen zur US-Basis Ramstein bietet es sich geradezu an. Leider verheben sich Drehbuchschreiber und Regisseur Tom Bohn und der SWR an der schweren Thematik: "Vom Himmel hoch" ist voller Plotfehler und handwerklicher Schnitzer, die dem Film die Glaubwürdigkeit nehmen.

Die Bewertung

4,5 von 10 Punkten. Der neueste Fall aus Ludwigshafen kommt zwar nicht ganz so grottig daher wie die beiden Impro-Vollkatastrophen zuvor, fühlt sich wegen seiner übergroßen Ambitionen aber nicht viel besser an.

Quelle: n-tv.de

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