"Die Höhle der Löwen""Ich würde sehr gerne euer Gründervater sein"

Die 19. "Die Höhle der Löwen"-Staffel biegt in die Zielgerade ein. Kurz vor Toresschluss gibt Carsten Maschmeyer noch einmal Vollgas. Gleich dreimal bietet der Großunternehmer seine "Dienste" an.
Im großen Staffelfinale wollen die letzten fünf Gründer die Chance ihres Lebens beim Schopfe packen. Anil Kücük und Marius Müller sind aus Laupheim angereist und haben etwas ganz Besonderes für den Frühstückstisch mit im Gepäck. Mit ihrem doppelseitigen Messer, das Schneiden und Streichen in einem vereint, wollen die Gründer den Start in den Tag vereinfachen. Zwar hat das "Anirius"-Team im ersten halben Jahr bereits 40.000 Euro Umsatz erwirtschaften können. Aber irgendwie fühlt sich keiner der Löwen vom Thema so richtig abgeholt. No Deal.
Deutlich besser läuft der Pitch der drei "paddy"-Gründer Matty Frommann, Lukas Portmann und Tobias Schröder an. "Wir machen die Schulen fit für die digitale Zukunft!", so die Bielefelder Tech-Experten selbstbewusst. Ihr vorgestellt App funktioniert wie ein digitaler Werkzeugkoffer für Lehrkräfte. KI spielt hierbei eine große Rolle. Die Lehrer sollen vor allem entlastet werden. Am Ende einer beeindruckenden Performance zeigt Carsten Maschmeyer mit dem Daumen nach oben. Aber dem Löwen schmeckt die hohe Firmenbewertung nicht (350.000 Euro für zehn Prozent der Firmenanteile). "Macht mir einen besseren Vorschlag als zehn Prozent!", fordert der Investor. Die Gründer kommen ins Grübeln. Einen wie Carsten Maschmeyer hätten sie schon gerne mit im Boot. Aber: "Wir haben vorher eine klare Linie gezogen." Und die liegt bei maximal 14 Prozent. Carsten Maschmeyer fordert aber 20 Prozent. Der Abstand ist einfach zu groß. Man kommt nicht zusammen. Die drei Gründer verlassen die Löwenhöhle zerknirscht: "Das war schon ein Stich ins Herz, weil Carsten Maschmeyer auch unser Wunschlöwe war."
Unternehmer-Enkelin erobert die Herzen
Der Gatte von Schauspielerin Veronika Ferres muss nicht lange grummeln. Bereits der nächste Pitch lässt alle Erinnerungen an die vergangenen Minuten schnell verblassen. Mit ihrer innovativen Sonnencreme, die mit einer besonders leichten Textur und der weltweit ersten zertifizierten mikrobiomfreundlichen Formel beeindruckt, wollen die beiden "sun matters"-Gründerinnen Stella Hinderer und Karla Emcke die Hautschutzbranche auf den Kopf stellen. Gründerin Stella Hinderer stammt aus einer Unternehmerfamilie, die die Branche nachhaltig geprägt hat. Ihr Großvater legte einst den "Douglas"-Grundstein - ein Umstand, der in der Löwenhöhle Erinnerungen weckt. Dagmar Wöhrl und Carsten Maschmeyer kennen Stellas Opa persönlich. Letztgenenanntem geht das Herz auf. Carsten Maschmeyer, der selbst vor einigen Jahren mit der Diagnose Hautkrebs konfrontiert wurde, fühlt sich besonders angesprochen. "Ich würde sehr gerne euer Gründervater sein!", schmunzelt der Löwe, der kurz darauf seine Arme ausbreitet. Die jungen Gründerinnen aus Berlin können ihr Glück kaum fassen.
Einmal im Flow möchte Carsten Maschmeyer auch beim nächsten Start-up-Thema ein Wörtchen mitreden. Diesmal geht es um eine mobile Fensterbank, die sich beim Öffnen des Fensters einfach mitbewegt und das lästige Abräumen und Wegstellen von Blumentöpfen überflüssig macht. Nach einem imponierenden Pitch stehen die beiden "Frischluft Fensterbrett"-Gründer Benedikt Hartmann und Lukas Benkhoff aus der Nähe von München vor der Wahl: Reiten sie demnächst mit Großunternehmer Carsten Maschmeyer oder mit Regale-König Ralf Dümmel in den Start-up-Sonnenuntergang? Nach einer kurzen Nachverhandlung darf Ralf Dümmel zum berühmten Jubelsprung ansetzen.
Stylische Grillplatten und glasige Augen
Das Ende der 19. "Die Höhle der Löwen"-Staffel (hier auf RTL+ im Stream) gehört "FESTÁVOLO"-Gründer Nils Dethloff. Der 45-Jährige hat nicht nur ein beeindruckendes Produkt (hochwertiger Design-Grilltisch mit integrierter Grilleinheit), sondern auch eine bewegende Geschichte mit im Gepäck. 20 Jahre seines beruflichen Lebens verbrachte der Gründer in Russland und baute dort einen erfolgreichen Holzverarbeitungsbetrieb auf. Der Ukraine-Krieg machte quasi über Nacht alles zunichte. "Das war der größte Schicksalsschlag meines Lebens", berichtet er mit glasigen Augen. Die Lebensgeschichte des Gründers lässt die Löwen nicht kalt. "Ich ziehe meinen Hut vor dir!", sagt Judith Williams. Auch die anderen Investoren zeigen sich tief beeindruckt vom Überlebenswillen und dem Kampfgeist des Gründers. Carsten Maschmeyer und Janna Ensthaler sind aber auch von der Qualität des mitgebrachten Grill-Ambientes sehr angetan und geben sogleich eine Privatbestellung in Auftrag - sehr zu Dethloffs Freude. Ein Deal kommt aber leider nicht zustande.