"Wer wird Millionär?"Geheimsprache: Plötzlich braucht Jauch Untertitel

Günther Jauch jagt 2026 bei "Wer wird Millionär?" den Rekordgewinn. Zum Auftakt dürfen Ex-Loser noch mal ran. Eine unsichere Kandidatin macht den Moderator fertig und fängt sich Standpauken ein. Mit einer anderen versteht sich Jauch dagegen buchstäblich prächtig.
Klappt es 2026 bei "Wer wird Millionär?" (WWM) endlich mit dem neuen Rekordgewinn? Günther Jauch startete gleich zu Beginn des Jahres einen erneuten Anlauf. Vier Tage lang können sich Kandidaten in der "3-Millionen-Euro-Woche" für das Finale am Freitag qualifizieren. Der Auftakt am Montagabend kostete den Moderator schon einmal den letzten Nerv. Und dank einer "Geheimsprache" musste Jauch zum vielleicht ersten Mal in der Geschichte der RTL-Quizshow per Untertitel übersetzt werden.
Die erste Sendung der großen WWM-Woche war zugleich ein Zweite-Chance-Spezial. "Pechvögel, Loser und tragische Kandidaten" durften erneut antreten, darunter eine Dame, die einen Negativrekord hält. Vier der fünf Kandidaten schafften tatsächlich vom heißen Stuhl den Einzug ins große Finale und wahrten sich damit die Chance auf drei Millionen Euro. Auf ein bestimmtes Wiedersehen freut sich Jauch aber vermutlich weniger.
Zweite Chance bei WWM
Denn Pechvogel Luisa Beuster aus Ribnitz-Damgarten raubte dem Moderator bereits zu Beginn ihres Comebacks den letzten Nerv. Die Vertriebsmitarbeiterin hatte am 20. April 2025 wirklich Pech gehabt. Sowohl ihr Zusatz- als auch ihr Telefonjoker nannten bei der 16.000-Euro-Frage dieselbe falsche Antwort, als es um eine neue Oscar-Kategorie ging. Sie hatte deshalb ihrem korrekten Bauchgefühl zum Trotz "Trailer" statt "Casting" eingeloggt. Von diesem Reinfall war Beuster aber jetzt so verunsichert, dass Jauch umgehend die Geduld verlor.
Bereits bei der 500-Euro-Frage hielt Jauch der zögerlichen Kandidatin eine gut gemeinte Standpauke und hielt sie zu mehr Selbstvertrauen an. Als sie aber zwei Runden später wieder meinte "Es kann alles sein", ging der Gastgeber nur noch hinter der Studiodekoration in Deckung. "Wir sind alle etwas erschöpft mit Ihrer Frau hier", begrüßte er später Beusters Ehemann und Telefonjoker, der ihr zum Glück eine Runde weiterhelfen konnte.
Dann aber stand für den Pechvogel erneut alles auf der Kippe. In der "3-Millionen-Euro-Woche" sichern erst 16.000 Euro den Einzug ins Finale. Für 32.000 Euro wollte Jauch wissen: "In welchem Jahr gab es zwei gesetzliche Feiertage namens Tag der deutschen Einheit und Tag der Deutschen Einheit: 1988, 1989, 1990, 1991?" Erneut hatte Beuster kein Glück mit ihrem Zusatzjoker. Dabei hatte Jauch ihr den Rentner mit Vollbart sogar empfohlen.
Jauch ist genervt
"Denken Sie doch mal nach!", verlor Jauch auch bei dem Joker die Geduld. Der hatte auf "1991" als Antwort bestanden. "Es konnte nur 1990 sein", schimpfte Jauch hingegen. Im Jahr nach dem Mauerfall wurde zum letzten Mal im Gedenken an den Volksaufstand am 17. Juni 1953 der "Tag der deutschen Einheit" begangen. Glücklicherweise war Beuster dieses Mal misstrauisch und stieg mit 16.000 Euro aus. "Die Angst ist größer als die Gier", urteilte Jauch und verabschiedete sich mit "Hören Sie auf zu meckern", als sich die Kandidatin über ihr Pech mit Jokern beklagte.
Auf einer Wellenlänge war Jauch hingegen mit der vorherigen Kandidatin gewesen - auch kommunikativ. Amtsanwältin Eva Ix aus Grefrath hatte sich gerade mit Ach und Krach für das Finale qualifiziert, da verfielen sie und Jauch unvermittelt in ein Kauderwelsch. Das wurde freundlicherweise von RTL mit Untertiteln übersetzt. Uneingeweihte erfuhren so, dass sich die beiden in "Löffelsprache" unterhielten.
Bei dieser "Geheimsprache" wird zum Beispiel hinter jedem Vokal die Silbe "lew" plus der jeweilige Vokal angehängt. "Okay" verwandelt sich auf diese Weise in "olewokaleway". "Kann ich doch noch 'ne Fremdsprache", freute sich Jauch. "Aber nur die eine richtig. Kinder ärgern sich, wenn sie da nicht mitkommen." Ix, die bei der Staatsanwaltschaft arbeitet, hat sich früher mit ihrer mitgereisten Cousine häufig auf diese Weise ausgetauscht.
Jauch schreitet nicht ein
Die Juristin gehörte mit 32.000 Euro zu den beiden Siegerinnen des Abends. Dabei war ihre Logik nicht immer stichhaltig. Bei der Frage, in welcher Disziplin Frauen Wettkämpfe zu Musik ausführen, Männer hingegen nicht, tendierte Ix sofort zum Bodenturnen. Der Grund: Die in Sportfragen komplett ahnungslose Kandidatin hatte die US-Turnerin Simone Biles mit einer Bodenkür in den Nachrichten gesehen. Dass es da Musik gegeben hatte, war für sie der entscheidende Hinweis - eigentlich ein Denkfehler.
Auch Jauch wies sie nicht darauf hin, dass dieser Fakt ja nichts darüber aussagt, ob bei männlichen Bodenturnern Musik läuft oder nicht. Zum Glück war die Antwort aber richtig und auch ihr Ehemann entschied sich als Telefonjoker gegen die Alternativen Dressurreiten, Eiskunstlauf oder Breaking. Bei der 64.000-Euro-Frage stieg Ix dann aus, ebenso wie die letzte Kandidatin des Abends, Hilleken Zeineddine. Die konkurrierte anfangs mit ihrem Lebensgefährten Björn Sensche um den zweiten Anlauf bei "Wer wird Millionär?"
Beide waren zuvor bereits kläglich bei Jauch gescheitert: Sie im Weihnachts-Special 2024 in der 8000-Euro-Runde, er im April 2025 bei 4000 Euro. Das Unglücksraben-Paar war unter einem Vorwand ins Studio gelockt worden und durfte zu Beginn unter sich ausmachen, wer die neue Chance bekommen soll. Schnell war man sich liebevoll einig: Business Coach und Trainerin Zeineddine sollte es wagen.
"Immer noch traumatisiert", sprach die Hamburgerin vielen ihrer Leidensgenossen an diesem Abend aus der Seele. Dennoch kam sie souverän durch die Runden und hatte zudem Glück mit ihren Jokern. "Das ist ja ziemlich gut gegangen", lobte Jauch ihre Entscheidung, bei 64.000 Euro auszusteigen. Zeineddine hatte darauf getippt, dass Ed Sheeran 2025 den Berlin-Marathon in einer Zeit von unter drei Stunden absolviert hat. Gesucht wurde hingegen sein Popstar-Kollege Harry Styles.
Trauriger Rekord bei WWM
Extra schwer traumatisiert hatte "Wer wird Millionär?" Tamara Löchel. Die Vertriebsleiterin aus Köln legte im April 2025 den ersten Absturz auf null Euro während einer "3-Millionen-Euro-Woche" hin. Dass sich ihre Freundin in derselben Woche von ihr getrennt hatte, machte das Ganze nicht einfacher - ebenso wie der Umstand, dass sie nach ihrem Absturz hinter den WWM-Kulissen ein Dokument unterschreiben musste, dass sie auf ihre in der Vorrunde erspielten 16.000 Euro verzichtete.
Auch deshalb hatte es sich Löchel genau ausgerechnet, ab wann sie ihren erneuten Gewinn im Finale setzen würde. Jauch zeigte sich wenig beeindruckt. "Dann halten Sie jetzt doch einfach die Klappe, dann lohnt es sich am Freitag. Was ich mir anhören muss", beklagte sich der WWM-Moderator. Tatsächlich ging Löchel lieber auf Nummer sicher und stieg mit 16.000 Euro aus.
Als einziger Kandidat am Montagabend verpasste Sven Günther Chalupa das Finale. Dem Berliner brachte es kein Glück, dass er mit demselben Outfit wie beim Absturz im April 2025 erschienen war. Der Versicherungsmakler scheiterte erneut an der Frage für 16.000 Euro. Doch dieses Mal machte er selbst Schluss und schien dank 8000 Euro Gewinn seinen Frieden mit WWM gemacht zu haben.
Auch die folgenden Ausgaben der mittlerweile zehnten "3-Millionen-Euro-Woche" bei "Wer wird Millionär?" stehen unter einem besonderen Motto. Am Mittwoch sind selbsternannte Klugscheißer an der Reihe. Zuvor bekommen am Dienstag Kandidaten über 70 und unter 30 Jahren eine Chance. "Da bin ich sehr gespannt drauf", freute sich Jauch.