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Der "Tatort" im Schnellcheck German Psycho

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Hinter Antons Fassade brodelt es ...

(Foto: SWR/Benoit Linder)

Lena Odenthal und Johanna Stern müssen sich diesmal mit einem undurchsichtigen Zeitgenossen auseinandersetzen. Auf den ersten Blick ist Anton Mahler ein charmanter Typ. Hinter der Fassade jedoch brodelt es. Schade, dass das Ludwigshafener Süppchen nur bei niedriger Flamme vor sich hin köchelt.

Was passiert?

Die Kasse vom "Lu17" ist verwaist, die nächtliche Kundschaft des Ludwigshafener Kiosks wundert sich. Der Blick hinter den Verkaufstresen offenbart das tödliche Drama: Da liegt der blutüberströmte Sandro (Christoph Gaugler), der Chef des Ladens, brutal erschlagen, so glaubt man zunächst jedenfalls. Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) ist schnell zur Stelle, auch Kollegin Johanna Stern (Lisa Bitter) steigt flugs in die Ermittlungen ein. Unter den abendlichen Stammkunden des gut frequentierten Geschäfts kristallisieren sich schnell zwei zwielichtige Typen heraus. Da ist Anton Mahler (Christopher Schärf), der sich rührend um seine kranke Ex-Freundin Caro kümmert und sich in seinen Aussagen verheddert. Und da ist Jannik Berg (Pit Bukowski), Junkie und Drogendealer, zudem zur Tatzeit mit einem Baseballschläger gesichtet worden.

Während die Spur zu Berg sich zunächst als nicht ungefährlich, dann als wenig hoffnungsvoll entpuppt, gerät Mahler in den Fokus der Ermittlungen. Der möchte plötzlich Antoine genannt werden, legt sich etwas zu vehement für seine Ex ins Zeug und hat es plötzlich auf Johanna Stern abgesehen. Und dann ist da auch noch die Geschichte mit der Todesursache, die dem Fall eine neue Wendung gibt.

Worum geht es wirklich?

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Das Opfer - der Kioskchef - ist völlig wurscht. Vielmehr dreht sich alles um den schmucken Schuft Anton/Antoine (r.).

(Foto: SWR/Benoit Linder)

Genaugenommen ist das Opfer in diesem Fall völlig wurscht. Keine Vorgeschichte, kaum Details, ein zum Granteln neigender Kioskchef ist der Sandro, und als solcher wird ihm eines Abends der Schädel eingeschlagen. Viel mehr Aufmerksamkeit widmet Autor und Regisseur Martin Eigler, für den "Der böse König" bereits der zehnte "Tatort" ist, dem schmucken Schuft Anton/Antoine. Dass der nicht alle Zinken in der Krone hat, ist flugs klar. Nur bei den Kommissarinnen - ausgerechnet - dauert diese Einsicht etwas länger.

Wegzapp-Moment?

Fast eine Ironie dieses 74. Falls für Lena Odenthal, dass es den Moment zum Wegschalten nicht so wirklich gibt. Mahler, der psychotische Schmierlapp, bietet einiges an Entertainment, zudem ist da diese unterschwellige Erwartung, dass die Geschichte irgendwann Tempo aufnimmt. Bilden Sie einen Satz mit "Hoffnung" und "zuletzt".

Wow-Faktor?

Christopher "Sauvage" Schärf gibt den narzisstischen Neurotiker mit der diffusen Attraktivität eines Johnny Depp. Dennoch hat man immer wieder das Gefühl, dass er den Irren in sich dann doch nicht vollends von der Leine lässt.

Wie war's?

3 von 10 Punkten - vielleicht ein effektives Mittel gegen Psychopathen: Fluchtschlaf.

Quelle: ntv.de

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