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"Tote gehen nicht zum Fußball" Hertha-Manager scheitert an Brot und Kennedy

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Früher saß er bei Hertha im Stadion, jetzt sitzen Hertha-Manager bei ihm im Studio: Günther Jauch.

(Foto: RTL / Stefan Gregorowius)

Vollkornbrot statt Vollbeschäftigung: Der Manager von Hertha BSC gerät bei "Wer wird Millionär?" früh in Schieflage. Ein berühmter Attentäter gibt ihm den Rest. Beim "Spiegel"-Journalisten mit Bananenphobie läuft es nicht besser. Jauch findet: na ja, typisch.

Gerrit Christopher Freund kam mit Ballast bei Günther Jauch an. "Ich versuche, die Marke Hertha BSC bekannt und attraktiv zu machen", erklärte er seinen Job als "Senior Brand Manager". Der "Wer wird Millionär?"-Moderator verspürte fast Mitleid: "Attraktiv - das war alles schon mal einfacher, oder?" "Momentan ist das schwankend", räumte der 27-Jährige ein. Dasselbe galt leider für seine Leistung. Schon bei 4000 Euro drohte der Kandidat an der Vollbeschäftigung zu scheitern. "Bisschen wie Hertha BSC", lautete Jauch durchwachsenes Fazit.

Freund sollte wissen, wovon schon bei 98 Prozent die Rede ist: Vollkornbrot, Vollgas, Vollbeschäftigung oder Vollnarkose. "Ist ein bisschen eine Trickfrage", mutmaßte der Hertha-Mann und zog ziemlich unvorhersehbar daraus die Schlussfolgerung: "Vollkornbrot wäre, glaube ich, meine Vermutung." Jauch berichtigte noch die Verwechslung von Vollbeschäftigung mit Vollzeitjob. Das machte das Ergebnis aber nicht besser. "Dann danke ich Ihnen und gehe auf das Vollkornbrot, A", bekräftigte Freund.

Jauch, der als Schüler im Oberring des Berliner Olympiastadions für eine Mark Hertha-Heimpartien verfolgt hatte, gab dem Gast eine letzte Chance: "Trotzdem auf das Vollkornbrot?" Freund verstand den Wink mit dem Zaunpfahl und loggte nach dem 50:50-Joker die Vollbeschäftigung ein. "Hätte man wissen müssen als Betriebswissenschaftler", räumte der Berliner ein.

So trickste Hertha

Anschließend glänzte er vor allem mit einer unrühmlichen Anekdote aus den Anfangstagen der Bundesliga. Der Protagonist: ein Bestattungsunternehmer. "Hertha musste mehr Tickets verkaufen, um eine Lizenz zu bekommen - ich glaube, ungefähr so war die Geschichte", berichtete der Kandidat. Der Sponsor habe die Idee gehabt: "Kommt, wir werfen die Tickets einfach bei mir in ein paar Särge rein und dann weiß es niemand, dass die eigentlich nicht verkauft wurden."

Bei ntv.de Kolumnist Ben Redelings ergibt die Geschichte etwas mehr Sinn. Laut ihm handelte es sich bei dem Bestatter um den damaligen Schatzmeister von Hertha. Der habe in einem Sarg 55.000 Eintrittskarten gelagert, die schwarz verkauft worden seien, um den Verein aus der finanziellen Schieflage zu holen. Das Ganze sei aufgeflogen und Hertha Mitte der 60er Jahre wegen finanzieller Machenschaften aus der Bundesliga verbannt worden.

Jauch war so oder so von der Sarggeschichte begeistert: "Denn Tote gehen nicht zum Fußball. Hertha BSC hat wirklich eine schillernde Geschichte." Die wurde am Montagabend allerdings nicht um eine beeindruckende Gewinnsumme bei "Wer wird Millionär?" bereichert. Der Markenmanager offenbarte immer wieder Wissenslücken, zuletzt, als es um Attentäter berühmter Männer ging. Freund hatte keine Ahnung, dass John F. Kennedys mutmaßlicher Mörder Lee Harvey Oswald kurz nach der Tat selbst erschossen wurde und ging deshalb - sichtlich semibegeistert - mit 16.000 Euro nach Hause. "Ein mühsames Unentschieden. Aber immerhin auswärts erzielt", kommentierte Jauch.

Beim investigativen Journalisten vom "Spiegel" lief es im Anschluss nicht besser. Christoph Winterbach versuchte es strategisch mit der Sicherheitsvariante. In seinem Fall lohnte sich das nicht unbedingt. Der Hamburger fuhr bei der 64.000-Euro-Frage volles Risiko. Obwohl er unsicher war, tippte Winterbach darauf, dass der Rekordabgeordnete Wolfgang Schäuble (CDU) erstmals im Jahr des Eurovision-Siegs von Nicole 1982 in den Deutschen Bundestag eingezogen war. Das hatte der Alterspräsident aber bereits zehn Jahre zuvor kurz nach den Olympischen Sommerspiele in München geschafft.

Der Kandidat, ein bekennender Bananenphobiker ("Wenn einer neben mir eine Banane isst, habe ich das Gefühl, ich müsste mir die Hände waschen") fiel also auf 16.000 Euro herab. Auch bei diesem Ergebnis attestierte Jauch eine gewisse Nähe zum Arbeitgeber: "Hätte besser laufen können. Ist wie im 'Spiegel': War schon was Interessantes dabei, aber ob man es nun kaufen muss ... letzte Woche war spannender."

Nein, nicht nyphoman

Aus vollem Herzen glücklich ging hingegen Olaf Beck nach Hause. Der Hotelier aus Hamburg kehrte mit der 32.000-Euro-Frage zurück und überstand zwei Runden. Obwohl sein Telefonjoker so eine Ahnung hatte, dass die Satyriasis quasi das männliche Gegenstück zur Nymphomanie ist, stieg der 55-Jährige lieber bei der 125.000-Euro-Frage aus.

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(Foto: RTL / Stefan Gregorowius)

"Ich würde mich nicht trauen", hatte Jauch ihn ermutigt. "Ich mich auch nicht. Ich bin tatsächlich eher das Weichei, kein Zockertyp", pflichtete ihm der Kandidat bei. Er hatte seinen Gemütszustand zu Beginn der Sendung als "Mischung aus Dankbarkeit, Demut, Aufregung und Nicht-Fassen-Können, dass ich es überhaupt geschafft habe" beschrieben. "Da können Sie Ihrem wechselvollen Leben ein neues Kapitel hinzufügen", gratulierte Jauch dem Kandidaten, der schon mal mit Kylie Minogue gefrühstückt hat.

Die letzte Kandidatin des Abends hat an ihre Promi-Begegnung weniger gute Erinnerungen. Tina Krahne, die das Hamburger Trio dieser WWM-Ausgabe komplettierte, hat einst in einem noblen Restaurant in Beverly Hills das Motorola-Klapphandy von Supermodel Naomi Campbell gefunden, die zuvor an dem Tisch gesessen hatte. Krahne trug der Britin das Telefon schnell hinterher. Die habe sich lediglich zu einem halbherzigen Handwedeln herabgelassen. "Sie war nicht dankbar", berichtete Krahne, die nächste Woche mit der 16.000-Euro-Frage wiederkehrt. "Sie ist eine Zicke, das habe ich schon oft gehört", pflichtete Jauch ihr bei.

Quelle: ntv.de

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