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Neue Serie "Turn Up Charlie" Idris Elba an den Decks

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Idris Elba ist auch im echten Leben DJ. In diesem Jahr legt er beim berühmten Coachella-Festival auf.

(Foto: Nick Wall/Netflix)

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Er ist der "Sexiest Man Alive", ein Action-Star, den viele gern als James Bond gesehen hätten. Doch Idris Elba wollte mal wen ganz anderes spielen. In "Turn Up Charlie" wird er zum talentierten Loser - ohne Geld, ohne Sex, dafür mit einem ganz großen Traum.

Er war der Größte, aber eben nur einen Sommer lang. Der liegt nun viele Jahre zurück und doch hat Charlie den Traum von der ganz großen Musikkarriere noch nicht aufgegeben. Im Haus seiner Tante legt er weiter Platten auf. Er spielt auf Hochzeiten und wartet auf den DJ-Gig, der sein Leben verändern wird.

In der Netflix-Serie "Turn Up Charlie" wird Idris Elba als Charlie aber erstmal nicht zum Musikstar, sondern zur Manny - zu einer männlichen Nanny. Er trifft einen alten Schulfreund (J.J. Feild) wieder, dessen Frau Sarah (Piper Perabo) ein Megastar der Branche ist. Charlie wittert seine Chance, der Schulfreund auch. Statt Charlie Zeit im Produktionsstudio zu organisieren, lässt er ihn allein zurück mit seiner Tochter Gabby (Frankie Hervey) und mit seiner Kreditkarte. Was erst einmal nach einer Zumutung klingt, stellt sich quasi als Selbstläufer heraus. So muss Charlie seine Ambitionen noch einen Moment zurückstellen und mit ihm der Zuschauer seine Erwartungen, denn um Musik geht es jetzt zunächst doch nicht so sehr.

Nicht so lustig, wie es sein sollte

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Wer sich von "Turn Up Charlie" geckige Aufwärmübungen für Elbas diesjährigen Coachella-Auftritt versprochen hat, muss sich gedulden. Den Trailer eröffnet zwar eine ekstatische Club-Szene, die Serie spielt dann aber doch eher an Küchentischen. Sie erzählt eben vor allem eine Geschichte über Familie und Freundschaft. Es geht um Verletzung und Respekt und es fällt mehr als ein Satz, den man gegenüber Kindern mal in Disziplinierungsgesprächen zitieren könnte, wenn man für die Erziehung den Hollywood-Ansatz wählt.

Wie eigentlich immer, wenn in Filmen oder Serien muskulöse Männer mit treuen Augen auf kleine Kinder mit frecher Schnauze treffen, ist das auch bei "Turn Up Charlie" sehr, sehr süß. Wie meistens ist solch eine Paarung leider auch nicht ganz so witzig, wie sich das die Macher des Ganzen gedacht haben. Es ist schon wesentlich lustiger als "Der Babynator", aber eben auch nicht so lustig, wie es sein sollte.

"Sexiest Man" als Loser-Typ

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Das Mädchen Gabby entspricht in "Turn Up Charlie" ein bisschen zu sehr dem Rotzgörenklischee.

(Foto: Nick Wall/Netflix)

Gabbys stereotype Rotzgören-Attitüde ist ein bisschen langweilig. Augenroller, Psychologen-Sprech - das kennt man alles schon und das geht einem auf den Geist. Als würden sich die Kinder erfolgreicher Eltern in Vollzeitjobs zwangsweise zu Dildo stehlenden, Feuerlöscher missbrauchenden Nervmaschinen entwickeln, deren harte Schale dann aber bei minimaler Zuwendung sofort aufgebrochen werden kann. Außerdem nimmt man Elba den Charlie einfach nicht ab. Der gegenwärtige "Sexiest Man Alive" wurde einfach nicht von seiner Freundin sitzengelassen und lebt nun sex- und geldlos bei Verwandten. Dass dann doch alle Ladys auf ihn abfahren, macht die Sache nur noch öder.

"Turn Up Charlie" wirkt mit Herz gemacht. Die Serie geht liebevoll mit ihren Figuren um und man kann sich vorstellen, dass die Schauspieler ihren Spaß bei der Arbeit gehabt haben. Wenn man mal davon ausgeht, dass Netflix-Serien mit einem Durst wegkonsumiert werden, der nicht permanent nach Emmy-Kandidaten verlangt, sondern auch einfach mal ganz sanft nebenbei gestillt werden will, ist "Turn Up Charlie" also durchaus zu empfehlen.

"Turn Up Charlie" ist ab dem 15. März abrufbar über Netflix.

Quelle: n-tv.de

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