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WWM wieder mit Publikum Jauch: "Man macht es für Menschen"

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Oguz Basoglu mit Günther Jauch: Immer schön auf Abstand.

(Foto: TVNOW / Stefan Gregorowius)

Endlich ist es wieder laut im Studio. "Wer wird Millionär?" kehrt mit Publikum aus der Sommerpause zurück. Jauch ist erleichtert. Bei Elon Musk fällt er allerdings vom Glauben ab – und lobt Harry und Meghan.

Bei 32.000 Euro jubelt das Publikum fast wie beim Millionengewinn. "Wer wird Millionär?" hat am Montagabend die Rückkehr aus der langen Sommerpause mit Publikum gefeiert. Fünf Monate nach Beginn der Corona-Zwangspause waren endlich wieder Zuschauer im Kölner RTL-Studio erlaubt. Natürlich mit gebührendem Abstand, erst mal ist nur Platz für 100 statt 200 Personen. Aber Günther Jauch war sichtlich erleichtert. "Man merkt, dass man es für Menschen macht und nicht nur in ein schwarzes Kameraloch hineinmoderiert", haben die Geisterspiele dem Moderator nach über 20 Jahren WWM einen neuen Blick auf seinen Job verschafft. Dementsprechend groß fiel Jauchs Vorfreude auf die neue Staffel aus: "Es ist wieder Stimmung da."

Mit dem Comeback des Studiopublikums kehren normale Verhältnisse bei "Wer wird Millionär?" ein. Die drei Millionärsjoker werden wieder durch die regulären Publikums- und Zusatzjoker ersetzt. Die Zuschauer waren in der Doppelfolge zum Auftakt nicht nur der Lautstärke nach in Bestform. Bei beiden Publikumsjokern verhalfen sie den Kandidaten zur richtigen Antwort. Ein Zusatzjoker erinnerte sich an den Triumph der Isländer bei der Fußball-Europameisterschaft und konnte der sportlich komplett desinteressierten Kandidatin dabei helfen, die isländische Fahne zu identifizieren. "Fußball ist wichtig, haben Sie es jetzt verstanden?", hakte der ehemalige Gastgeber des "Aktuellen Sportstudios" nach.

WWM: Corona, Fußball, Abstand

Gleich in der dritten Frage des Abends kamen die großen Themen der Auftaktsendung, Fußball und Corona, zusammen. "Welche war 2020 die erste große Fußballliga, die nach der coronabedingten Unterbrechung wieder den Spielbetrieb aufnahm?", fragte Jauch seinen ersten Kandidaten Denis Machado Ferreira aus dem hessischen Babenhausen. Der Vertriebsleiter, dessen wohlklingender portugiesischer Name buchstäblich "Müller-Schmidt" bedeutet, wusste sofort: "Alle haben sie auf die Bundesliga geschaut."

Von der Vor-Corona-Normalität ist selbstverständlich auch WWM noch weit entfernt. Statt fünf sind nur drei Sitzreihen gefüllt. Verwandte oder Freunde dürfen zusammensitzen, dazwischen bleibt ein Platz frei. Die Kandidaten sind weiterhin durch Plexiglasscheiben voneinander getrennt. Dafür gibt es wieder Ansteckmikrofone anstelle der kontaktlosen Umhängemikrofone.

Die Technik versagte dann auch gleich bei Kandidatin Nummer zwei. Sonja Schicks Mikro war verrutscht, gleich zweimal musste die Tontechnikerin nachjustieren. "Merken Sie, dass nichts hier in der Sendung funktioniert", freute sich Jauch über einen Anlass, mal wieder nach Herzenslust vor Publikum zu frotzeln. Die Verwaltungsfachangstellte aus Groß-Gerau sollte nach dem Willen ihres Verlobten eigentlich Geld für die Hochzeit erspielen. Schick aber will mit der Siegesprämie in erster Linie einen Berufswechsel finanzieren und Archäologie studieren. 

Jauch kriegt bei Musk Zweifel

Die von chronisch nervösem Kichern geschüttelte Kandidatin gewann wie ihr Vorgänger 32.000 Euro und war damit gut bedient. Souverän konnte sie allerdings die Frage beantworten, dass beim Sohn von Elon Musk mit der Musikerin Grimes der Name X AE A-XII in der Geburtsurkunde steht. "Haben die einen an der Waffel?", fragte Jauch entgeistert, für den die Nachricht neu war. Lob gab es hingegen für Prinz Harry und Herzogin Meghan. "Deutlich besser als das Ehepaar Musk", beurteilte Jauch ihre Namenswahl für Söhnchen Archie (Musk und Grimes sind nicht verheiratet).

Oguz Basoglu aus Heusenstamm schaffte es als Letzter auf den heißen Stuhl und war gleich der dritte Kandidat aus Hessen an diesem Abend. Der IT-ler wurde in der Probezeit entlassen und sucht gerade nach einer neuen Stelle. Da käme ein satter Gewinn bei WWM gerade recht. Allerdings hat die Familie bereits teure Wünsche angemeldet. Die neunjährige Tochter will sich den Dachboden als Kinderzimmer ausbauen lassen (Jauch schätzte die Baukosten auf locker 60.000 Euro). Selbst das Plantschbecken auf dem Garagendach soll wegen statischer Nachrüstung gern an die 32.000 Euro kosten. Das überforderte den gut gebräunten Moderator alles ein wenig. "Hauptsache, nicht langweilig", hatte er sich vor der Sendung von dem Neustart und den Kandidaten erhofft.

Basoglu kehrt am nächsten Montag mit der 16.000-Euro-Frage zurück. Auf das Händeschütteln mit Jauch zum Abschied musste er verzichten. Das dürfte noch lange so bleiben. Aber bei "Wer wird Millionär?" ist wieder weitgehend alles beim Alten. Wie schön. 

Quelle: ntv.de

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