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"Humorloser geht es nicht" Jauch hadert mit Besserwisser-Kandidaten

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Besserwisser nerven "WWM"-Moderator Jauch. Sie beeindrucken ihn aber auch.

(Foto: TVNOW / Stefan Gregorowius)

Jauch schmollt. Die Kandidaten wissen einfach alles: "Humorloser geht es nicht." Dann aber wachsen ihm die Gäste dank Mut und Humor etwas ans Herz. Ausgerechnet ein Besserwisser-Student wird auch für Jauch zum Star des Abends.

Wenn Günther Jauch genervt ist, kann es nur eine unterhaltsame Sendung werden. Dann sitzen dem "Wer wird Millionär?"-Gastgeber nämlich gern Kandidaten gegenüber, die ihn selbst nach 20 Jahren irgendwie auf dem falschen Fuß erwischen. Am Montag war es gleich eine Reihe von Gästen, die den Routinier mental weichklopften. Vermutlich gerade deswegen schien der Moderator aber auch so viel Spaß zu haben wie lange nicht mehr. Am Ende brachten ausgerechnet ein Besserwisser-Student und Jens Spahn das Happy End.

Es fing gut an. "Humorloser kann eine Sendung nicht beginnen", attestierte Jauch der Überhangskandidatin Sarah Halfter. Die Projektmanagerin aus Dresden stieg mit der 64.000-Euro-Frage ein und wusste schon nach Verlesen der Frage die korrekte Antwort. Dass "brav" und "Sex" die entscheidenden Reimwörter sind, um sich mit einer Eselsbrücke die Wölbung einer Fläche in konkav oder konvex zu merken, hat sie einst von ihrer Religionslehrerin gelernt. "Die kannte das Wort 'Sex'? Das war bestimmt eine evangelische Religionslehrerin", mutmaßte der Moderator ganz richtig.

WWM-Kandidatin leistet sich jetzt Haftpflicht

Halfter ging mit den 64.000 Euro nach Hause. Die sympathische, tendenziell unbedarfte Kandidatin will sich mit dem Gewinn unter anderem "gut versichern lassen". Oben auf ihrer Wunschliste steht die Haftpflichtversicherung. Auch Rechtsschutz darf es jetzt gern sein. Keine schlechte Idee, wenn man auf Haftpflicht verzichtet...

Die Berlinerin Eva Schumacher führte das Motto des Abends fort. "Sie schauen so enttäuscht", merkte die Selbstständige im Event-Bereich an, als sie die Frage für 8000 Euro sofort beantworten konnte. "Ja, so humorlos heute", klagte Jauch. Schnell aber schaltete er vom Selbstmitleid um auf Empathie. Denn die Kandidatin wurde leider von ihrem beherzt-engagierten Spiel aus der Kurve getragen. In der 16.000-Euro-Runde wurde gefragt, welches skandinavische Land sich im November erstmals für die Fußball-EM qualifiziert hat. Schumacher entschied sich für Dänemark und fiel auf 500 Euro herab. Richtig war Finnland. "Ich fand sie prima", tröstete Jauch die Kandidatin, der ein stolzer Gewinn zu wünschen gewesen wäre.

Den holte sich stattdessen Nachfolger Nico Hoffmeister. Der Student aus Düsseldorf erwies sich überraschenderweise als einer der interessantesten Kandidaten der jüngeren WWM-Geschichte. "Taxifahrer braucht man immer", kommentierte er eingangs sein Studienfach Sozialwissenschaften. Das musste auch als Erklärung für die Wahl der Sicherheitsvariante herhalten, denn: "Als Sozialwissenschaftler bin ich schon genug Risiko eingegangen."

Student gibt Jauch Kontra

Hoffmeister unterhielt Jauch und die Zuschauer in der Folge bestens. Der schlagfertige 25-Jährige steht auch mal als Stand-up-Comedian vor Publikum auf der Bühne, und das merkte man. Hoffmeister berichtete von armen Mädchen namens Schacklyn und bezweifelte angesichts von Jauchs Wissenslücken, dass der wirklich mal "Avatar" gesehen hat: "Sie waren vermutlich in einem anderen Film mit blauen Leuten – den Schlümpfen."

Jauch genoss das Sparring mit dem Kandidaten (wider Willen) so sehr, dass ihn irgendwann dessen souveräner Durchmarsch gar nicht mehr nervte. Hoffmeister krönte den Besuch mit 125.000 Euro. Er wusste sofort, dass nicht etwa Annegret Kramp-Karrenbauer oder Horst Seehofer im Bundestag sitzen, sondern dass der Bundesgesundheitsminister gefragt war. Für Hoffmeister geriet damit ein wenig sein Weltbild aus den Fugen: "Dass Jens Spahn 125.000 Euro bringt, das möchte ich auch nicht wahrhaben."

Der Moderator war am Ende versöhnt. "Es war sehr unterhaltsam und sehr lustig mit ihnen. Hat Spaß gemacht", freute sich Jauch. "Mit Ihnen auch", erwiderte der Besserwisser-Student und hatte damit passenderweise das letzte Wort.

Quelle: ntv.de