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"Eine Achterbahn der Gefühle" Melanie Müller gewinnt "Promi Big Brother"

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Glatze und Sieg stehen ihr gut: Tausendsassa Melanie Müller (Foto: Sat1)

Olivia Jones geht bei Penny einkaufen, Schweinebauer Uwe will heim, und irgendjemand freut sich, dass ihn nun "ganz Deutschland" kennt. Am Ende geht der Sieg bei "Promi Big Brother" an Melanie Müller, die sich vor allem über eines freut: ihre zurückerhaltene Menschlichkeit.

"Ich glaube, Big Brother hat mir zurückgegeben, was mir gefehlt hat - ein kleines bisschen mehr Menschlichkeit." Das sind sie, die ersten Worte, die Melanie Müller nach ihrem Sieg in die Kamera spricht. Sie sei nun, so "der große Bruder", der "angesagteste Promi überhaupt". In einem schlichten, schwarzen, figurbetonten Minikleid und mit ihrer Glatze sieht die Sächsin ein bisschen so aus, als sei sie gerade einem Filmset von "Mad Max" entstiegen. Tatsächlich aber weilte sie drei lange Wochen im Container, zuletzt im sogenannten "Big Planet".

Tränen der Dankbarkeit, der Erleichterung, aber auch des Glücks kullern in diesen Minuten über ihre Wangen, wohl auch, weil es am Ende eine "verdammt enge Kiste war", dass nicht der herzliche Landwirt Uwe Abel, sondern sie den Sieg davonträgt.

Somit gehen drei lange Wochen zu Ende. Es ist ein Tag, der von Moderator Schropp mit den Worten angekündigt wird: "Wer im Finale von Promi Big Brother ist, wird nie in Vergessenheit geraten." Klar, selbstverständlich wissen wir alle, wer in den vergangenen 400 Jahren diese Show gewonnen hat. Vielleicht aber bleibt etwas in den Köpfen wirklich länger hängen. Zum Beispiel, dass der liebenswürdige Zweitplatzierte, Schweinebauer Uwe, "in einem Strudel des Wahnsinns ein Fels der Normalität" war.

Der "legendäre" Penny-Einkauf der Olivia Jones

Ansonsten ist dieses Finale ungefähr so spannend wie ein Besuch beim Kieferorthopäden. Einfach herrlich, wie man immer wieder konsequent versucht, eine gewisse Dramatik und Spannung inklusive vieler Superlative zu erzeugen. Alles ist immer größer und toller und schöner als je zuvor. Ob dieser nie da gewesenen galaktischen Situation hat man in der Tat große Mühe, nicht unverzüglich einzunicken.

Da kann auch eine Olivia Jones wenig bewirken, die für die rausgepfefferten Kandidaten und natürlich auch "für Marlenchen" bei Penny einkaufen geht. Von Schropp wird die Kekskauf-Nummer vorab - Sie ahnen es - als "legendärer Einkauf" angekündigt. Nun sind für gewöhnlich Ereignisse erst einmal passiert, um vielleicht irgendwann, rückblickend auch mal als legendär gesehen zu werden, aber im TV-Universum bastelt man sich eben seine eigene Welt. Da ist auch schon mal jemand Kult, der bei Instagram ein paar hunderttausend Follower, aber sonst nicht viel zu bieten hat.

Rückblicke werden allesamt als Highlights serviert. Wir erfahren, was die vier Finalisten im Falle eines Gewinns mit der Kohle machen würden. Danny Liedtke möchte in eine Schauspielausbildung in den USA investieren, die anderen drei würden gern Kindern helfen und eine Stiftung gründen oder Mutti "ein Auto kaufen". Zwischendurch gibt es schale Interviews mit den geschassten Kandidaten, die hübsch ausstaffiert im Publikum sitzen und sich in etwa wie folgt äußern: "Ich war froh dabei zu sein." - "Wir waren auch froh, dass du dabei warst."

Ein "Arbeitsschwein" hat sich wiedergefunden

Fast schon berührend aber ist die Reflexion Melanie Müllers über ihr bisheriges Leben. Sie und ihr Mann würden nur rackern, man sei einfach ein "Arbeitsschwein" und würde dadurch auch viel vom Leben der gemeinsamen, noch kleinen Kinder verpassen. So sagte sie auch, "kein Mensch der großen Worte" zu sein und bedankte sich - vor allem bei der Produktion, den Zuschauern und ihren Fans. Die Teilnahme an dieser Show, das habe sie selbst am wenigsten geglaubt, habe es ihr tatsächlich ermöglicht, "sich wiederzufinden".

Es gab in dieser neunten Staffel sehr viele Tränen, Party, Malstunden, Gebrüll, und irgendwann hatte plötzlich so mancher eine Glatze. Platz 4 geht an den Modeunternehmer Papis Loveday, Platz 3 an Danny Liedtke, der sich bei den Moderatoren im Nachhinein für sein Benehmen beim Einzug entschuldigte. Er sei aufgeregt gewesen, und diese "Achterbahn der Gefühle", die mache schon was mit einem. Reality-TV sei definitiv nicht zu unterschätzen - alle, die immer meckern, sollten es einfach besser machen. Er sei stolz auf sich und alle Kandidaten und Kandidatinnen.

"Folgt mir auf Instagram!"

Wir sehen eine leicht genervte Danni Büchner, einen grimmig schauenden Mann namens Rafi, einen Ex-"Geh aufs Ganze!"-Moderator, den man für seine schlecht gefärbte Frisur lobt, und Menschen, die beim Einzug behauptet hatten, eine andere Seite von sich zeigen zu wollen, die sie dann aber doch nicht gezeigt haben. Jemand, der mit Nachnamen wie ein ehemaliger DDR-Politiker heißt, ist froh, dass ihn nun "ganz Deutschland" kennt und fordert "die Ladys" vor den heimischen Bildschirmen auf: "Folgt mir auf Instagram!"

Zuletzt möchte man einzig Bauer Abel ein bisschen umarmen. Einmal dafür, dass er "alles gegeben" und seinen "Käfig geöffnet" hat, zum anderen für seine Worte, mit denen er diesen Abend nicht besser hätte zusammenfassen können: "Macht mal hin, wir wollen fertig werden hier!"

Quelle: ntv.de

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