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Günther Jauch verzweifelt "Nie war ich dankbarer für die Pausen-Sirene"

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Von der Sirene am Ende erlöst: Günther Jauch.

Nach der großen Jubiläumsgala kehrt bei "Wer wird Millionär?" wieder der Alltag ein. Aber auch der hat bisweilen so manche "Auweia!"- und Ohje!"-Momente im Gepäck.

Günther Jauch blickt nur ungern zurück. Der TV-Dino mit der Lizenz zum Fragenstellen ist ein Mann der Gegenwart. Und so wird das vor Kurzem noch pompös gefeierte 20-Jahre-Jubliläum seiner Parade-Sendung auch nur kurz verbal angerissen. Sekunden später geht es bei "Wer wird Millionär?" auch schon wieder in die Vollen.

Nach einer kurzen Denksportaufgabe ist der begehrte Quiz-Stuhl im Studio bereits besetzt. Nele Pöllmitz aus Heilbronn grinst wie ein Honigkuchenpferd und reibt sich ganz aufgeregt die Hände. Die praktisch sekündlich steigende Nervosität ist aber auch verständlich. Nach Möglichkeit soll es am Ende des langersehnten Quiz-Trips für einen Oldtimer-Ford-Pick-up reichen. Den wünscht sich der liebende Partner mit dem stylischen Basecap nämlich schon seit Jahren.

Nachdenken beim Pole Dance

Ab 125.000 Euro wäre der Blechschatz wohl drin, so die gelernte Revisorin und leidenschaftliche Pole-Dance-Akrobatin. Und es läuft auch ziemlich gut an. Nach intensiven Rundreisen durch unterschiedlichste Wissensgebiete (NaWi, Sport, Musik) gönnt sich die Blondine sogar eine kurze Denknach-Pause an der spontan ins Studio gekarrten Pole-Dance-Stange.

Zwei Standardfiguren und drei liebreizende Drehungen später zeigen die Mundwinkel des eben noch stolz lächelnden Lebensgefährten im Hintergrund aber gen Boden. Der Wolf, die Biene und das Schaf sorgen bei Nele für Verwirrung. Was hat es bloß mit der Abkürzung "GW924m" auf sich? Nele steht auf dem Schlauch. Nichts geht mehr. Es muss irgendwas mit Bienensterben zu tun haben, oder? Nein, liebe Nele. Gesucht wird der böse Grauwolf. Und aus die Maus. Statt der erhofften 125.000 Euro werden am Ende "nur" 16.000 Euro nach Heilbronn überwiesen. Und da fährt er weg, der schöne Ford-Pick-up …

Die Zeit für Mitleid ist begrenzt. Ein warmer Tut-uns-total-leid-Applaus vom Publikum, und schon sitzt die nächste Kandidatin im Rampenlicht. Ihr Name: Sandra Waschkies. Ihre Leidenschaften: Neugeborene fotografieren und der käufliche Erwerb von Haarspraydosen.

Haarspray und "Gehirngulasch"

Mit Geldbörsen, Adjektiven und Krankenhäusern kennt sich die hibbelige Nordrhein-Westfälin gut aus. Welchen Titel die Medien der neuen Flamme von Brexit-Papst Boris Johnson verliehen haben, weiß sie allerdings nicht. Und so ist der Traum von einem Leben im Haarspray-Saus-und-Braus schnell wieder ausgeträumt. Obwohl: Für 500 Euro kann man sich eigentlich ganz schön viele Haarspraydosen kaufen.

Mit Haarspray hat Christian Bildersheim nicht viel am Hut. Muss er aber auch nicht. Der Sparkassen-Controller mit der formvollendeten Fönfrisur steht eher auf Zahlen. Der 46-Jährige ist auch gut vorbereitet. Ein bisschen "Gehirngulasch" beim Thema "Ananas" wirft den Böblinger genauso wenig aus der Bahn wie knifflige Fragen über die Kantons-Geschichte der Schweiz und das "Hörverhalten" von Spinnen und Schildkröten.

Lange Zeit sieht es nach einem lukrativen Durchmarsch aus. Aber dann kommt das Saatgut der Nordmanntanne ins Spiel. Als dann auch noch lebensmüde Georgier mit am Start sind, ist der Ofen aus. Christian weiß nicht mehr weiter. Auch Günther Jauch zuckt nur mit den Achseln. Die erhoffte Hilfestellung bleibt aus. Die Folge: Christian Bildersheim räumt den Stuhl mit 32.000 Euro im Gepäck - ja auch nicht soooo schlecht.

Schlüpfrige Geheimnisse der Männerwelt

Kommt noch wer? Ja, die Feierabend-Hupe lässt noch auf sich warten. Das nächste Glückskind ist dann wieder eine Dame. Chantal Weindorf kommt aus Ingelheim und hat einen ausgeprägten Putzfimmel. Schnell wird klar: Das kann hier ziemlich lustig werden. Woran das liegt? Nun ja … Fakt ist: Mit schlüpfrigen Geheimnissen der Männerwelt kennt sich die liebe Chantal nicht ganz so gut aus. Und mit Bananenflanken auch nicht.

Günther Jauch hält sich schon die Hände vors Gesicht. Schnell ist der erste Joker Geschichte. Es ist auch der letzte des Abends. Denn Sekunden später ertönt sie: die berühmte Reicht-für-heute-Hupe. Der Chef der Show nimmt's mit einem breiten Lächeln im Gesicht: "Nie war ich dankbarer für die Pausen-Sirene", schallt es durchs Studio. Irgendwie verständlich.

Quelle: n-tv.de

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