TV

Der "Tatort" im Schnellcheck Sei vorsichtig mit deinen Wünschen ...

11_Tatort_Alles_was_Recht_ist.jpg

Stefan Weingartner (Johannes Zellner) hat seiner Wut freien Lauf gelassen.

(Foto: ARD Degeto/ORF/KGP/Pedro Domenigg)

... sie könnten wahr werden - ein Spruch, der sich für Moritz Eisner und Bibi Fellner auf makabre Weise mit Leben füllt. Nicht die einzige überraschende Wendung in ihrem 28. gemeinsamen Fall: "Alles was Recht ist" ist ein kurviger Krimi, der sich einige nachdenkliche Momente gönnt.

Was passiert?

Eigentlich liegt der Fall aber sowas von klar auf der Hand: Stefan Weingartner (Johannes Zeiler), ein spießig-penibler Beamter, hat sich den Magen verdorben, erbricht sich in den Amtsstuben-Papierkorb und tut anschließend das, was er in seiner ganzen Laufbahn noch niemals getan hat: Er meldet sich krank und geht früher nach Hause. Eine Entscheidung, die einiges nach sich zieht, denn die Tatsache, dass er auf dem Heimweg mehrfach vergeblich versucht, seine Ehefrau telefonisch zu erreichen, hat einen pikanten Hintergrund: Irene (Eva Maria Marold) sitzt mit ihrer besten Freundin daheim beim Schampus und berichtet ihr in allen Details vom Seitensprung mit ihrem virilen Fitnesstrainer. Weingartner hört sich das eine Weile vom Hausflur aus an - und dreht schließlich durch. Im Affekt metztelt er die beiden Damen nieder, blutüberströmt wird er danach verhaftet und unter den Entsetzensschreien seiner Tochter Johanna (Noëmi Krausz) abgeführt.

12_Tatort_Alles_was_Recht_ist.jpg

Fellner, Schande und Eisner (v.l.) ermitteln wieder.

(Foto: ARD Degeto/ORF/KGP/Pedro Domenigg)

Wenige Monate später kommt es zur Gerichtsverhandlung. Der Fall scheint klar. Ein Mann, zwei Tote, ein Messer, ein Motiv. Doch Weingartner wird vor Gericht von Thomas Hafner (Julian Loidl) vertreten. Dieser prestigeträchtige Anwalt mag zwar ein Schmierlapp vor dem Herrn sein, aber eins kann er mit Sicherheit: die unmöglichsten Fälle zu seinen Gunsten entscheiden.

Worum geht es wirklich?

Das hält sich der Fall aus der Feder von Karin Lomot und Robert Buchschwenter ("Hinterland") selbstbewusst und einfallsreich offen. Besser man bleibt konzentriert an der Mattscheibe, sonst wird es vor lauter überraschendem Hakenschlagen möglicherweise etwas überfordernd.

Wegzapp-Moment?

Es "münstert" an der einen oder anderen Stelle, das ist nicht nur überraschend, sondern auch schon mal etwas, nun ja, geschmacklich grenzwertig. Wer eine stabile Magenwand hat, dürfte sich amüsieren, beim etwas zartbesaiteteren Zuschauer zuckt möglicherweise kurz der Fernbedienungsfinger. Durchhalten!

Wow-Faktor?

Allein der Inkasso-Heinzi (Simon Schwarz) ist schon das Eintrittsgeld wert. Nach vier Jahren ("Tatort: Her mit der Marie") taucht der schrullige Grenzgänger zwischen draußen und drinnen wieder auf, hängt auch irgendwie mit dem Fall zusammen - und entlockt Bibi Fellner ihrem Kollegen Eisner gegenüber noch ein gut gehütetes Geheimnis aus tiefster Vergangenheit, ein inniger, wenngleich kurzer Moment zwischen den langjährigen Partnern.

Wie war's?

7 von 10 Punkten - stimmungsvolles, überaus solides Whodunit mit einigen höchst überraschenden Wendungen

Quelle: ntv.de

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen