"Wer wird Millionär?"Vor langer Sommerpause: Dritter Bruder räumt bei Jauch ab

Triumph statt Racheaktion: Johannes Groß gewinnt bei "Wer wird Millionär?" mehr Geld als seine beiden Brüder. Zwei Pechvögel stürzen im Zocker-Special ab. Jauch verrät, was er Neil Armstrong niemals fragen durfte - und hat dann leider schlechte Nachrichten.
Sich gegenseitig heimlich bei "Wer wird Millionär?" (WWM) zu nominieren, hat in dieser Familie bereits gute Tradition. Am Pfingstsonntag wurde Gymnasiallehrer Johannes Groß im Zocker-Special der bereits dritte Bruder, der es bei Günther Jauch auf den heißen Stuhl geschafft hat. Das Ganze lief nicht freiwillig ab. Felix und Alexander Groß, beide Polizisten, hatten ihren ältesten Bruder ohne dessen Willen bei RTL angemeldet. Der erfuhr das in der Sendung vom 20. April als vermeintlich normaler Zuschauer erst live im Studio - und stellte dann aber beide Brüder weit in den Schatten.
Gut möglich, dass dies jetzt die erfolgreichste Kandidatenfamilie in der Geschichte von "Wer wird Millionär?" ist. Felix Groß hatte im Januar 2024 den Anfang gewagt. Der Dortmunder Polizeisprecher holte 16.000 Euro und meldete anderthalb Jahre später heimlich Bruder Felix ebenfalls für ein Zocker-Special an. "Drama, Drama", beschrieb ihre Mutter damals den jahrzehntelangen Wettstreit ihrer Söhne. Der endete im Patt. Zwar gewann Felix Groß 32.000 Euro - wegen der höheren Gewinnstufen im Zocker-Special beantwortet er aber wie sein Bruder elf Fragen korrekt. Doch nun liegt die Latte in der Familie deutlich höher.
Dritter Bruder triumphiert
"So sieht man sich wieder", begrüßte Johannes Groß zum Pfingstsonntag Jauch, als er es endlich als vierter Kandidat des Abends auf den heißen Stuhl schaffte. Schnell gewann der Moderator den Eindruck: Die Brüder wollten mit der Nominierung einen Klugscheißer etwas Demut lehren. Spätestens bei der 32.000-Euro-Frage machte der Gymnasiallehrer für Mathematik, Latein und Musik keinen Hehl mehr aus seiner Besserwisser-Veranlagung.
Jauch wollte wissen: "Dem Wortursprung nach hat ein Pechvogel im Prinzip dasselbe Schicksal erlitten, wie es auch hinter welcher Redensart steckt? A) auf den Leim gehen, B) neben der Spur sein, C) unter den Teppich kehren, D) in den Sack hauen?" Groß war schnell bei Antwort A. Denn er wusste, dass Vögel früher mithilfe von Leimruten gefangen wurden. Das werde ja auch in einem Brahms-Walzer erwähnt. "Ist das aus dem Vogelhändler?", versuchte sich Jauch an der Unterhaltung zu beteiligen. Er bereute es schnell.
"Das ist ja Mozart, das ist nicht Brahms", wurde der "Wer wird Millionär?"-Gastgeber von seinem Gast zurechtgewiesen. "Jetzt verstehe ich es", wandte sich Jauch an die lachenden Groß-Brüder im Publikum. "Sie möchten ihn vernichten, vorführen. Er soll von dem hohen Ross mal richtig runterfallen." Daraus wurde jedoch nichts. Groß benötigte seinen ersten Joker erst bei der 64.000-Euro-Frage. Eine Zuschauerin überzeugte ihn, dass die Blüten von Vanille (und nicht die von Kakao, Minze oder Muskat) oft an einem einzigen Tag von Hand bestäubt werden müssen. Der Hinweis auf den hohen Preis der Schoten überzeugte Groß am Ende. Zudem stimmte hier sichtlich die Wellenlänge zwischen Joker und Kandidat.
Was Jauch Armstrong nicht fragen durfte
Anschließend wandte sich der Lehrer jedoch gegen die Mehrheitsmeinung des Publikums. Jauch fragte nach einem Prominenten, der 2026 nicht 100 Jahre alt geworden wäre. Durch den 50:50-Joker blieben Neil Armstrong und Klaus Kinski über. Das Publikum votierte zu 55 Prozent für den Schauspieler. Nach einigem Hadern aber blieb Groß bei seiner Vermutung "Armstrong" und lag richtig. Der erste Mensch auf dem Mond würde dieses Jahr nämlich "erst" 96 Jahre alt.
Jauch teilte noch eine Anekdote von seinem Interview mit dem ehemaligen Astronauten. "Wenn Sie eine bestimmte Frage stellen, dann stehe ich sofort wortlos auf und gehe aus dem Raum", habe ihn der sonst so freundliche Gesprächspartner gewarnt. Gemeint waren natürlich die wilden Verschwörungstheorien, dass die Mondlandung in einem Studio gedreht wurde. "Habe ich verstanden", kommentierte Jauch und konnte dann die seltene 250.000-Euro-Frage stellen.
Bei der passte Groß dann allerdings. Gefragt wurde, welche Nation bei allen 22 Fußballweltmeisterschaften der Männer zusammengenommen mit Abstand die meisten Gegentore kassiert hat? Zur Auswahl standen Deutschland, Argentinien, Italien und Frankreich. Hier kam endlich auch der vierte und letzte Bruder Ludwig als Telefonjoker ins Spiel. Er tippte aus dem Mallorca-Urlaub auf Argentinien, war aber komplett unsicher. Vielleicht möchte RTL ja auch mal den vierten Groß-Bruder einladen oder alle Geschwister bei einem Special vereinen.
Johannes Groß stieg aus, richtige Antwort war "Deutschland", allerdings auch mit weit mehr WM-Teilnahmen. Auf jeden Fall kommen alle Brüder wie schon bei früheren WWM-Besuchen etwas vom Gewinn ab. "Ich hätte mich über 1000 Euro gefreut", konstatierte Groß zu seinem 125.000-Euro-Sieg. Den wird er eventuell in eine berufliche Auszeit investieren, um endlich seine Doktorarbeit in Latein zu beenden. "Hat Spaß gemacht!", verabschiedete sich Jauch von dem Sieger des Abends.
Abstürze in Serie
Für zwei Pechvögel endete das Zocker-Special hingegen im Debakel. Erst schmierte der zweite Kandidat, Alexander Schachtner aus Aigelsbach, ab. Ihm wurde unter Umständen zum Verhängnis, dass es im Zocker-Special nur eine Sicherheitsstufe bei 1000 Euro gibt, weil ab 32.000 Euro alle vier Joker freigeschaltet werden. Der Systemingenieur für Chirurgieroboter brauchte allerdings schon in der Runde davor eine Hilfestellung, wodurch die drei übrigen Joker gestrichen wurden.
Anstatt auszusteigen, zockte er bei der 32.000-Euro-Frage und lag falsch. Er sollte wissen, in welchem Land rund 60 Prozent der Bevölkerung in zwei Provinzen im Osten leben. Schachtner tippte auf China, es war jedoch Kanada. Gleich im Anschluss stürzte Kosmetikerin Conway Plewka aus Nordhorn bereits bei der 8000-Euro-Frage ab. Sie wollte sich die vier Joker bewahren und loggte bei der Frage nach dem Markenzeichen eines kürzlich gestorbenen Modedesigners "Armani-Weiß" ein - merkte sofort aber selbst, dass "Valentino-Rot" gesucht wurde.
Solide war die erste Kandidatin des Zocker-Specials, Franca Spirgatis aus Hamburg, gestartet. Die Gin-Destillateurin holte strahlend 32.000 Euro und war damit gut bedient. Denn die Regie hätte sie leichter Dinge bei der Frage für 64.000 Euro rauswerfen könnten. "Ich nehme C", hatte sich die Hamburgerin nämlich unvermittelt für eine falsche Antwort entschieden. Auf Jauchs kritische Nachfrage hin ruderte sie jedoch zurück und stieg lieber aus.
Lange Sommerpause bei WWM
Sieger der Herzen wurde in gewisser Weise am Ende der Sendung Maximilian Frank aus München. Der Lufthansa-Flugbegleiter war sichtlich geschockt, doch noch die Chance auf den Rekordgewinn von zwei Millionen Euro bekommen zu haben. Bei der 500-Euro-Frage stand er denn auch beharrlich auf dem Schlauch. "Wer sich in einer ca. 75.000 zählenden Stadt an der Lahn das Ja-Wort gegeben hat, ist sozusagen was eingegangen?", fragte Jauch. Gesucht wurde der Marburger Bund, zur Auswahl standen andere Gewerkschaften wie Ver.di und IG Metall.
Frank brauchte so lange für die korrekte Antwort, dass Jauch ihm erst beruhigend die Schultern massierte und dann schimpfte: "Wenn das mit Ihnen so weitergeht, dann sind Sie der Erste, den ich durch fünf Sendungen durchschleppe! Das ist keine Lösung!!" Anschließend wurde der 30-Jährige zwar souveräner, brauchte aber ebenfalls bereits bei der 16.000-Euro-Frage einen Joker und verwirkte damit die anderen Hilfestellungen. Doch Überraschung: Er überstand einfach aus eigener Kraft Runde um Runde und erspielte sich mit 64.000 Euro den zweithöchsten Gewinn des Abends.
Dann eröffnete Jauch den Zuschauern: "Wer wird Millionär?" macht eine "kleinere bis mittlere" Pause - ein Wiedersehen gibt es erst im Sommer. Tatsächlich geht die RTL-Quizshow jetzt in die mindestens drei Monate währende Sommerpause und kehrt frühestens Ende August zurück.