Libyen
Donnerstag, 07. April 2011

Liveticker 06.20 Uhr : +++ Krieg in Libyen +++

Der Liveticker ist beendet. Alle Berichte, Analysen und Hintergründe zum Krieg in Libyen finden Sie über unsere Homepage www.n-tv.de

                     7. April

+++ 22.50 Uhr  Früherer US-Abgeordneter auf privater Mission in Libyen +++
Der frühere US-Abgeordnete Weldon reist zu einer privaten Vermittlungsmission nach Libyen. "Unser Ziel ist es, Oberst Gaddafi zu treffen und ihn zur Aufgabe der Macht zu überreden", sagte der republikanische Abgeordnete der "New York Times". Weldon befindet sich nach eigenen Angaben mit einer kleinen Gruppe auf Einladung eines Vertrauten des libyschen Machthabers Gaddafi in Tripolis.

+++ 22.03 Uhr Aufständische nehmen Öl-Export wieder auf +++
Die Aufständischen beginnen an der Mittelmeerküste mit dem Öl-Export. Der erste Öl-Tanker aus dem von den Rebellen kontrollierten Gebiet in Ost-Libyen habe den Hafen der Stadt Tobruk verlassen, meldet der Nachrichtensender Al-Arabija.

+++ 21.01 Uhr Weißes Haus bestätigt Gaddafi-Brief +++
Die USA bestätigen den Empfang eines Briefes von Libyens Machthaber Gaddafi an US-Präsident Obama bestätigt. "Aber offensichtlich war es nicht der erste", sagte der Sprecher des Weißen Haus, Carney. Er machte keine Angaben zum Inhalt.

+++ 20.26 Uhr NATO: Misrata könnte vom Meer aus versorgt werden +++
Die NATO sichert den Bewohnern der umkämpften Stadt Misrata ihre Unterstützung zu. Eine NATO-Sprecherin bezeichnet den Schutz der Bevölkerung in Misrata als "oberste Priorität" der Militärallianz. Dem französischen Verteidigungsminister Longuet zufolge könnte die Bevölkerung in Misrata vom Meer aus versorgt werden. Dazu müssten die Rebellen im weiter östlich gelegenen Bengasi Schiffe mit Lebensmitteln beladen.

+++ 16.58 Uhr Gaddafi schickt Botschaft an Obama +++
Machthaber Gaddafi sucht erstmals seit Beginn der Luftangriffe offiziellen Kontakt zu US-Präsident Obama. Staatliche libysche Medien meldeten, Gaddafi habe eine Botschaft an Obama geschickt. Zum Inhalt dieses Briefes werden keine Angaben gemacht.

+++ 16.09 Uhr Bisher 400 Kampfeinsätze der NATO in Libyen +++
NATO-Kampfjets fliegen seit Beginn der von Bündnis geführten Militäraktion in Libyen 400 Kampfeinsätze. Dies teilt die NATO mit. Das Bündnis hatte am 31. März die Operation "Vereinigter Beschützer" von der zuvor agierenden "Koalition" mehrerer westlicher Staaten übernommen. Ziel ist den offiziellen Angaben zufolge der Schutz der Zivilbevölkerung vor den Soldaten von Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi sowie die Verhinderung von Waffenlieferungen. Nur bei einem Teil dieser Kampfeinsätze wurden die Waffen tatsächlich eingesetzt, heißt es.

+++ 15.51 Uhr Algerien fordert Waffenstillstand in Libyen +++
Algerien erneuert seine Forderung nach einer sofortigen Einstellung jeglicher ausländischer Militärintervention im Nachbarland Libyen. Der für Regionalangelegenheiten zuständige algerische Minister Abdelkader Messahel betont auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem britischen Amtskollegen Alistair Burt in Algier: "Wir sind für einen sofortigen Waffenstillstand, wie er auch von der Afrikanischen Union gewünscht wird." Algerien befürworte einen inner-libyschen Dialog, er habe diese Position auch Burt bei dessen Besuch erläutert. Schon zuvor hatte sich Außenminister Mourad Medelci ähnlich geäußert.

+++ 15.11 Uhr RWE Dea darf libysche Mitarbeiter nicht mehr bezahlen +++
Der Öl- und Gasproduzent RWE Dea darf seine Mitarbeiter in Libyen wegen der EU-Sanktionen nicht mehr bezahlen. Es könnten keine Zahlungen nach Libyen geleistet werden, sagt Vorstandschef Thomas Rappuhn in Hamburg. RWE Dea stehe mit diesem Problem nicht allein und habe Kontakt zum Wirtschaftsministerium und der Bundesbank aufgenommen, um eine Lösung zu finden. Die ausländische Beschäftigten von RWE Dea haben das Land bereits seit längerem verlassen; gegenwärtig sind noch 90 libysche Arbeitskräfte dort für den Konzern im Einsatz, können aber praktisch kaum noch etwas tun.

+++ 12.29 Uhr Zeitung: Gaddafi bezahlt hunderte weißrussische Söldner +++
Libyens Machthaber Muammar al-Gaddafi bezahlt einem Medienbericht zufolge hunderte frühere Elitesoldaten aus Weißrussland, die ihn im Kampf gegen die Aufständischen und die NATO unterstützen. Sie verdienten bis zu 3000 Dollar im Monat und seien für die Organisation und die Ausbildung von Gaddafis Kämpfern zuständig, berichtet die russische Tageszeitung "Komsomolskaja Prawda" unter Berufung auf Quellen aus dem weißrussischen Generalstab. Neben den ehemaligen Armeeangehörigen seien auch aktive Mitarbeiter des weißrussischen Militärgeheimdiensts vor Ort. Die Ausrüstung der libyschen Armee stammt zu großen Teilen aus sowjetischer Produktion. Der an der weißrussischen Botschaft in Libyens Hauptstadt Tripolis ansässige Militärattaché Igor Katschugin erklärt dazu, sein Land habe offiziell keine Soldaten nach Libyen entsandt. "Es ist möglich, dass die Leute private Verträge abgeschlossen haben", fügt er hinzu.

+++ 11.49 Uhr Auch Jordanien unterstützt Flugverbotszone +++
Als weiteres arabisches Land unterstützt Jordanien die Flugverbotszone über Libyen. Kampfflugzeuge der Royal Jordanian Air Force seien bereits vor zwei Tagen auf einem Luftwaffenstützpunkt gelandet, sagt Außenminister Nasser Dschudeh. Das Königreich wolle damit Hilfsflüge schützen.

+++ 11.31 Uhr NATO sichert Misrata "volle Unterstützung" zu +++
Die NATO sichert den Bewohnern der umkämpften libyschen Stadt Misrata ihre Unterstützung zugesichert. "Wir haben ein klares Mandat und wir werden alles tun, um die Zivilbevölkerung von Misrata zu schützen", sagt eine NATO-Sprecherin. "Misrata hat unsere oberste Priorität."

+++ 11.12 Uhr Aufständische aus Al-Brega verdrängt +++
Die Truppen des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi drängen die Milizen der Regimegegner vollständig aus dem Öl-Hafen Al-Brega zurück. Die Aufständischen lagen in der Nacht zum Mittwoch unter Artilleriebeschuss der Gaddafi-Streitkräfte, berichtet ein dpa-Korrespondent aus Adschdabija, 80 Kilometer östlich von Al-Brega. Derzeit kreisten über dem Kampfgebiet Nato-Flugzeuge, die aber in das Geschehen nicht eingriffen.

+++ 10.26 Uhr Lampedusa - Mehr als 100 Tote befürchtet +++
Nach dem Schiffbruch eines Bootes vor der italienischen Mittelmeer-Insel befürchten Rettungsmannschaften mehr als 100 Tote. Es handelt sich bei den Opfern höchstwahrscheinlich nicht um Tunesier, sondern um Menschen, die aus Libyen geflohen sind, vermutet das Hafenamt von Lampedusa. Sechs Stunden nach dem Schiffbruch waren bereits 20 Leichen geborgen.

+++ 07.57 Uhr NATO weist Rebellen-Kritik zurück +++
Die NATO weist die Kritik der libyschen Aufständischen, sie reagiere zu langsam, zurück und erklärt, sie setze das UN-Mandat um. "Die Rebellen sehen uns möglicherweise nicht", sagt ein NATO-Sprecher. "Wir sind vielleicht 100 oder 150 Kilometer entfernt." Aber in den vergangenen sechs Tagen seien 851 Lufteinsätze geflogen worden. "Die Fakten sprechen für sich."

+++ 06.26 Uhr Rebellen bestätigen Waffenlieferung +++
Rebellen-General Junis bestätigt Waffenlieferungen aus verbündeten Staaten an die Aufständischen. Genaue Angaben zur Herkunft des Kriegsgerätes macht er aber nicht. Bruderländer sowie freundlich gesonnene Staaten hätten leichte Waffen geliefert. "Das ist aber nicht genug", sagt er.

                 6. April

+++ 22.02 Uhr Rebellenführer kritisiert NATO +++
Der Militärführer der libyschen Rebellen, General Junis, kritisiert die Strategie der NATO bei ihren Luftangriffen auf Truppen von Machthaber Gaddafi scharf. Die NATO bombardiere oftmals zu spät und gehe nicht entschieden genug vor, sagt Junis in Bengasi. Von einem Kontakt der Rebellen zur NATO bis zum Luftangriff dauere es bis zu acht Stunden.

+++ 20.57 Uhr Rebellen in Brega zurückgeschlagen +++
In den Kämpfen um die Öl-Stadt Brega im Osten Libyens werden die Aufständischen so weit wie seit Tagen nicht mehr zurückgeschlagen. Unter Raketen- und Granatwerferbeschuss ziehen sich die Rebellen in Richtung ihrer Hochburg Bengasi zurück.

+++ 19.00 Uhr Ankläger: Regierung plante Tötung von Zivilisten +++
Die libysche Regierung hat nach Erkenntnissen der Anklage beim Internationalen Strafgericht in Den Haag schon vor dem Volksaufstand die Tötung von Zivilisten geplant. Nach den Protesten in Tunesien und Ägypten seien in der Regierung in Tripolis Pläne für den Umgang mit Demonstranten ausgearbeitet worden, sagt Moreno-Ocampo. "Wir haben Beweise, dass Schüsse auf Zivilisten von vornherein beabsichtigt waren."

+++ 15.32  30 Prozent von Gaddafis Militär zerstört +++
Durch die internationalen Angriffe in Libyen ist der NATO zufolge knapp ein Drittel der "militärischen Kapazitäten" von Machthaber Muammar al-Gaddafi außer Gefecht  gesetzt worden. Seit Beginn der Luftschläge am 19. März seien "30 Prozent dermilitärischen Kapazitäten der Gaddafi-treuen Truppen" ausgeschaltet worden, sagte der NATO-General Mark van Uhm unter Berufung auf Angaben des Einsatzkommandos.

+++ 14.58 Fatah prüft Vorwürfe über Waffenhandel mit Libyen +++
Die palästinensische Fatah-Organisation prüft Vorwürfe über einen angeblichen Waffenhandel eines ihrer führenden Mitglieder mit den Truppen des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi. Die libysche Opposition hatte berichtet, Rebellen hätten in Israel hergestellte Waffen beschlagnahmt. Sie beschuldigte den palästinensischen Ex-Geheimdienstchef Mohammed Dahlan, hinter den Waffenlieferungen an Gaddafi-Truppen zu stehen. Auch der Berater des früheren Palästinenserpräsidenten Jassir Arafat, Chalid Salam, sei beteiligt. "Diese Angelegenheit wird untersucht", sagt Nabil Abu Rudeineh, Sprecher der Fatah und des Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas. Man werde anschließend die "notwendigen Maßnahmen" ergreifen.

+++ 11.48 NATO-Kampfjets fliegen Angriff bei Brega +++
Nach dem vorläufigen Ende der US-Beteiligung am Militäreinsatz der NATO in Libyen fliegt das Bündnis weiter Angriffe auf Truppen von Machthaber Muammar al-Gaddafi. Wie ein AFP-Korrespondent berichtet, greifen Kampfjets die Gaddafi-Truppen etwa 30 Kilometer östlich des umkämpften Ölhafens Brega zwei Kleinlastwagen mit Soldaten an. Opfer gibt es offenbar nicht; die Soldaten auf der offenen Ladefläche der Fahrzeuge konnten sich angeblich rechtzeitig in Sicherheit bringen.

+++ 11.19 Gaddafi-Getreue dürfen sich zurückziehen +++
Einer der Söhne des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi rechtfertigt den Rückzug von Getreuen seines Vaters, sieht das Regime aber nicht geschwächt. "Es sind alte und kranke Menschen und wir werden seit zwei Wochen bombardiert", sagt Saif al-Islam al-Gaddafi in einem Interview mit der BBC. Die Tatsache, dass etwa der frühere Außenminister Mussa Kussa vergangene Woche nach Großbritannien gegangen sei, sei keinesfalls ein Zeichen für die bröckelnde Unterstützung seines Vaters.

+++ 09.41 Ölpreis weiter auf hohem Niveau +++
Die anhaltende Krise in Libyen sorgt weiter für teures Öl. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Mai kostet im frühen Handel 120,87 US-Dollar. Das sind 19 Cent weniger als am Montag, als der Preis erstmals seit August 2008 die 120-Dollar-Marke übersprang. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) sinkt um 39 Cent auf 108,08 Dollar.

+++ 08.28 USA: Sanktionen gegen Kussa aufgehoben +++
Die USA heben die Sanktionen gegen Libyens Ex-Außenminister Mussa Kussa auf, der sich in der vergangenen Woche nach Großbritannien abgesetzt hatte. Zur Begründung erklärt das Finanzministerium, Kussa habe "die Verbindungen gekappt, die ihn mit dem Gaddafi-Regime verbanden". Deshalb gehöre er nicht mehr zu den Personen, die von den US-Sanktionen betroffen seien. Zu diesen Sanktionen gehört unter anderem das Einfrieren der Guthaben Gaddafis und seiner Gefolgsleute, wovon auch Kussa betroffen war.

+++ 07.03 USA ziehen Maschinen zurück +++
Die USA beenden vorerst ihre Luftangriffe auf Libyen. Die US-Kampfflugzeuge seien aus dem internationalen Lufteinsatz zurückgezogen worden, teilt das Verteidigungsministerium mit. Die Kampfflieger blieben aber in erhöhter Bereitschaft für etwaige NATO-Anfragen. Ursprünglich hatten die USA bereits am Wochenende ihre Kampfflugzeuge und Tomahawk-Marschflugkörper aus dem Einsatz zurückziehen wollen. Allerdings bat die NATO das Pentagon darum, den Einsatz bis Montag auszudehnen.

+++ 06.17 Regime zu Gesprächen bereit +++
Das Gaddafi-Regime ist nach eigenen Angaben zu einer Diskussion über politische Reformen bereit. Regierungssprecher Mussa Ibrahim sagt, dass jedoch das libysche Volk entscheiden müsse, ob Gaddafi als Führer bleiben solle oder nicht. Von außen könnten Libyen keine Bedingungen aufgezwungen werden.

                 5. April

+++ 22.51 Regierungstruppen feuern auf Rebellen +++
Gaddafis Truppen beschießen weiter aufständische Städte in der westlichen Bergregion Dschabal el Gharbi. Sie feuern Grad-Raketen auf die Stadt Nalut nahe der Grenze zu Tunesien. Augenzeugen berichten, dass Aufständische aus den östlich gelegenen Städten Sintan und Dschado zur Unterstützung nach Nalut kommen, das etwa 230 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Tripolis liegt.

+++ 22.05 Italien will Waffen an Rebellen liefern +++
Die politische Führung der Aufständischen in Libyen begrüßt die Anerkennung durch Italien als "Zeichen für den Freiheitskampf des Volkes". Die Entscheidung werde als wichtiges Kapitel in der gemeinsamen Geschichte betrachtet. Italien hatte den Übergangsrat der Anti-Gaddafi-Rebellen als einzig legitimen Gesprächspartner formal anerkannt und stellt den Aufständischen Waffenlieferungen in Aussicht.

+++ 19.38 Al-Kaida beschafft sich Waffen in Libyen +++
Die Al-Kaida nutzt offenbar das Chaos in Libyen, um sich hochwertige Waffen zu beschaffen. Darunter sollen auch Flugabwehrraketen des Typs SAM-7 sein, die von der Schulter aus abgefeuert werden können, berichtet ein Sicherheitsbeamter. Vor einigen Tagen sei ein Konvoi von acht Kleinlastern aus Ost-Libyen über den Schad und Niger nach Nord-Mali gefahren. Die sei nicht der erste Konvoi gewesen.

+++ 17.31 Libyen-Kontaktgruppe trifft sich kommende Woche +++
Die Libyen-Kontaktgruppe wird sich kommende Woche im Golfemirat Katar treffen. "Das erste Treffen der Kontaktgruppe zu Libyen, das auf der Londoner Konferenz vergangene Woche beschlossen wurde, wird nächste Woche in Doha stattfinden", sagt der britische Außenminister William Hague im Parlament in London.

+++ 16.29 58 Kampfeinsätze der NATO in Libyen +++
Die internationalen Truppen unter dem Kommando der NATO sind am Sonntag 58 Kampfeinsätze gegen Ziele in Libyen geflogen. Dies teilt das NATO-Hauptquartier in Brüssel mit. Das waren etwas weniger als an den Vortagen, als es jeweils etwa 70 solcher Einsätze gab. Seit der Übernahme sämtlicher Militäroperationen in Libyen vom 31. März wurden insgesamt 276 Kampfeinsätze geflogen. Darunter werden solche Einsätze verstanden, bei denen Ziele angegriffen werden sollen - auch wenn es nicht immer tatsächlich zum Einsatz der Waffen kommt.

+++ 13.09 Erneut heftige Gefechte in Brega +++
Auf dem Vormarsch Richtung Westen bringen libysche Rebellen eigenen Angaben zufolge die östliche Ölstadt Brega weitgehend unter ihre Kontrolle. Die Streitkräfte Gaddafis werden demnach in die westlichen Vororte vertrieben. Dort stünden sie direkt vor dem Stadttor, sagt ein Aufständischer. Rebellen würden mit Granaten beschossen. "Die Kämpfe gehen weiter", fügt ein anderer hinzu.

+++ 11.54 Italien erkennt libyschen Übergangsrat als einzige Vertretung an +++
Nach Frankreich erkennt Italien als zweites EU-Land die Vertretung der Aufständischen in Libyen als einzig  rechtmäßige Vertretung des Landes an.

+++ 11.44 Weitere Flüchtlinge auf Lampedusa gelandet +++
Auf der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa treffen mehr als 200 weitere Bootsflüchtlinge aus Nordafrika ein. Ein Boot mit 210 Insassen habe den Hafen der kleinen Insel in der Nacht erreicht, teilen die örtlichen Behörden mit. Bereits am Sonntag waren an Bord von rund einem Dutzend Booten mehr als 600 Bootsflüchtlinge angekommen.

+++ 11.20 Libysche Rebellen weisen Übergangsvorschlag zurück +++
Die Aufständischen in Libyen weisen Pläne zurück, wonach der Konflikt durch einen Übergang zur Demokratie unter der Führung eines der Söhne von Machthaber Muammar al-Gaddafi gelöst werden könnte. Derartige Vorschläge seien "vollständig" durch den Nationalen Übergangsrat der Gaddafi-Gegner zurückgewiesen worden, sagt der Sprecher des Rates, Tschamseddin Abdulmelah. "Gaddafi und seine Söhne müssen vor jeglicher diplomatischer Lösung abtreten."

+++ 10.47 Stoiber kritisiert deutsche Libyen-Politik +++
Der frühere CSU-Chef Edmund Stoiber kritisiert die Libyen-Politik von Kanzlerin Angela Merkel. Stoiber bemängelt vor allem die deutsche Enthaltung im UN-Sicherheitsrat bei der Abstimmung über einen Militäreinsatz. "Es hat bei vielen in Europa wie eine Bombe eingeschlagen, dass gerade die Deutschen, die die deutsch-französische Freundschaft zur Staatsräson erhoben haben, in einer essentiellen Frage zum ersten Mal anders abgestimmt haben als Frankreich", sagt Stoiber im "Münchner Merkur". "Das lässt sich auch vor dem Hintergrund, dass Deutschland einen gemeinsamen EU-Sitz im Weltsicherheitsrat anstrebt, schwer erklären."

+++ 10.17 Zivilisten fliehen aus Brega +++
In Libyen halten die Kämpfe um die Ölstadt Brega an. Zivilisten, die aus der Stadt in Richtung Osten fliehen, berichten von schweren Kämpfen in der Nacht und fehlenden Nahrungsmitteln. Auch zur Stunde ist in dem Gebiet noch Gefechtslärm zu hören.

+++ 07.50 Uhr Meinungsverschiedenheiten im Gaddafi-Clan +++
Die Gaddafi-Söhne Seif al-Islam und Saadi bieten laut "New York Times" einen Übergang Libyens zur Demokratie an. Der Prozess solle von Seif al-Islam al-Gaddafi geführt werden. Es wird über einen Machtkampf im Gaddafi-Clan spekuliert. Chamis und Mutassim al-Gaddafi gelten als Hardliner.

+++ 06.41 Uhr Libyscher Gesandter reist in die Türkei und nach Malta +++
Der libysche Vize-Außenminister Obeidi wir nach seinem Besuch in Athen auch in die Türkei und nach Malta reisen. Bebobachter gehen davon aus, dass Obeidi die Möglichkeiten zu einer Lösung der Krise ausloten soll.

+++ 00.53 Uhr USA fliegen mehr Luftangriffe +++
Die USA fliegen auf Bitten der NATO mehr Luftangriffe auf Libyen als eigentlich geplant. Das Verteidigungsministerium in Washington erklärt, dass die NATO "wegen des schlechten Wetters der vergangenen Tage" die USA gebeten habe, auch Montag Angriffe zu fliegen. Dieser Bitte werde die US-Armee nachkommen.

+++  00.16 Uhr Spekulationen über Gaddafi-Rückzug +++
Die Spekulationen über ein Ausstiegsszenario des libyschen Machthabers Gaddafi bekommen durch einen Zeitungsbericht neue Nahrung. Nach Informationen der "New York Times" hat der Sohn des Diktators, Saif al-Islam, einen Lösungsvorschlag für den Konflikt mit den Rebellen unterbreitet, der auch den Rückzug seines Vaters vorsieht. Dies habe die Zeitung von einem Diplomaten mit engen Verbindungen zum libyschen Regime erfahren. Der Vorschlag sei allerdings weder bei der Regierung noch bei den Rebellen auf offene Ohren gestoßen.

4. April

+++ 22.30 Uhr Gaddafi-Vertrauter in Athen +++
Das Regime des libyschen Machthabers Gaddafi bemüht sich nach Einschätzung des griechischen Außenministers Droutsas um eine Lösung des Konflikts. "Von dem, was uns der Gesandte Libyens gesagt hat, scheint das Regime auf der Suche nach einer Lösung zu sein", erklärte Droutsas in Athen. Zuvor hatte der griechische Ministerpräsident Papandreou den libyschen Vize-Außenminister Obeidi in Athen empfangen.

+++ 21.50 Uhr Gaddafi verliert weiteren Spitzendiplomaten +++
Libyens Diktator Gaddafi verliert nach Angaben der Arabischen Liga nach seinem Außenminister Mussa Kussa einen weiteren Spitzendiplomaten. Ali Triki habe sein Amt als Berater Gaddafis und als UN-Botschafter Libyens niedergelegt, teilen ranghohe Funktionäre der Arabischen Liga in Kairo mit. Triki, ehemaliger Minister für Äußeres und für afrikanische Angelegenheiten sowie früherer Botschafter in Frankreich (1995 -2000) und bei der UNO (2003-2009), unterhielt sich in der ägyptischen Hauptstadt mit Amr Mussa, dem Generalsekretär der Arabischen Liga, wollte sich gegenüber der Presse jedoch nicht äußern.

+++ 21.00 Uhr Türkei bringt Schwerverletzte Libyer ins Ausland +++
Die Türkei bringt 300 Schwerverletzte aus der belagerten libyschen Stadt Misurata und der Rebellenhochburg Bengasi zur Behandlung ins Ausland. Türkische Regierungsbeamte und Helfer des Roten Halbmondes holen die Opfer der Kämpfe mit der Seefähre "Ankara" ab. Das sagt ein türkischer Diplomat im Hafen von Bengasi. Dort erwarteten bereits jubelnde Libyer die türkische Seefähre und die Verletzten aus Misurata.

+++ 19.00 Uhr Gaddafi-Vertrauter zu Gesprächen in Athen +++
Einer der Vertrauten des libyschen Machthabers Gaddafi, Vize-Außenminister Abdul Latif al-Obeidi, weilt zu Gesprächen mit dem griechischen Ministerpräsidenten Giorgos Papandreou in Athen. Das teilt das Büro des griechischen Regierungschefs mit. Das Treffen finde auf Wunsch der libyschen Seite statt. Worüber gesprochen werden sollte, ist nicht bekannt, berichtet das griechische Staatsfernsehen. Zuvor habe Papandreou mit dem britischen Premier David Cameron, dem türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan und anderen politischen Führern der Region gesprochen.

+++ 16.09 Uhr NATO setzt Bombardements fort +++
Die internationalen Militärkräfte unter dem Kommando der NATO setzen ihre Bombardements in Libyen unvermindert fort. Auch am dritten Tag nach der Kommandoübernahme durch das Bündnis werden 70 Kampfeinsätze geflogen, das waren in etwa so viele wie in den Vortagen, berichtet die NATO in Brüssel.

+++ 14.29 Uhr Misrata vor dem Fall +++
Nach wochenlangen Kämpfen steht der westliche Vorposten der libyschen Rebellen, Misrata, vor dem Fall. Die Hafenstadt wird komplett von den Streitkräften des Machthabers Gaddafi eingekesselt. Augenzeugenberichten zufolge stoppen Graddafis Truppen zudem einen Vormarsch der Rebellen im Osten und greifen verstärkt Aufständische südwestlich von Tripolis an.

+++ 13.30 Uhr Gaddafi-Truppen beschießen Misrata und Sintan +++
Truppen des libyschen Machthabers Gaddafi setzen die Angriffe auf die von ihnen belagerten Städte Misrata und Sintan fort. Bewohner beschreiben die Lage als dramatisch und verzweifelt. In Misrata, 210 Kilometer östlich von Tripolis, treffen Granaten ein Krankenhaus. Mehrere Freiwillige werden verletzt, berichtet die Oppositionsgruppe "Feb17voices" über Twitter.

+++ 12.32 Uhr Hague: Keine Immunität für Kussa  +++
Der britische Außenminister Hague will dem nach Großbritannien geflohenen libyschen Ex-Außenminister Kussa keine Immunität gewähren. Es gebe keine Abmachung über die Immunität vor Strafverfolgung und es werde keine geben, sagte Hague der BBC. Der britische Außenminister schließt zudem erneut Besatzungstruppen in Libyen aus.

+++ 11.34 Uhr Rebellen drängen Gaddafis Truppen zurück +++
In der umkämpften libyschen Hafenstadt Brega gelingt es den Aufständischen offenbar, die Truppen von Machthaber Gaddafi zurückzudrängen. Die Rebellen erklären, sie hätten die Stadt zurückerobert. Jedoch ist weiterhin Artilleriefeuer zu hören.

+++ 10.43 Uhr Regierung wirft Katar Einmischung vor +++
Libyens Regierung wirft dem Golfstaat Katar vor, er liefere Waffen und Ausrüstung für die Rebellen. Die Regierung Gaddafis sehe dieses Vorgehen nicht durch die UN-Resolution zur Durchsetzung einer Flugverbotszone zum Schutz der Zivilbevölkerung gedeckt.

+++ 07.03 Uhr Katjuscha-Raketen für Rebellen +++

Der TV-Sender Al-Dschasira berichtet, die Rebellen hätten am Donnerstag im Schutze der Nacht eine Ladung von Katjuscha-Raketen aus Ägypten bekommen. Woher die Waffen genau stammten, sagt der Informant nicht. Sie seien jedoch auf dem neuesten Stand der Waffentechnik.

+++ 03.49 Uhr Gaddafis Truppen beschießen Misrata +++
Die Truppen des libyschen Machthabers Gaddafi setzen den Beschuss der Rebellenhochburg Misrata im Westen des Landes fort. Dabei sei mindestens eine Person getötet und mehrere verletzt worden, berichtet ein Anwohner. Nach wochenlangem Beschuss und Einkesselung verlieren die Aufständischen zunehmend die Kontrolle über die 200 Kilometer östlich von Tripolis gelegene Stadt.

3. April

+++ 23.43 Uhr Dutzende Menschen in Misrata getötet +++
Bei den heftigen Kämpfen zwischen libyschen Regierungstruppen und Aufständischen kommen in der Rebellenhochburg Misrata einem Arzt zufolge in der vergangenen Woche rund 160 Menschen ums Leben. Bei einem Großteil der Opfer handele es sich um Zivilisten, sagte der Arzt. Seit Beginn der Kämpfe vor sechs Wochen seien in der Stadt schätzungsweise insgesamt 600 bis 1000 Menschen getötet worden.

+++ 23.21 Uhr USA bilden Rebellen aus +++
Spezialeinheiten des US-Militärs und der ägyptischen Streitkräfte bilden nach einem Bericht des arabischen Nachrichtensenders Al-Dschasira libysche Rebellen aus. Wie ein namentlich nicht genannter Informant aus den Reihen der Aufständischen dem Senders sagt, würden die Gegner des libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi an einem geheimen Ort im Osten des Landes militärisch ausgebildet.

+++ 20.50 Uhr NATO fliegt Verletzte aus +++
Eine Transportmaschine der NATO bringt mehrere verletzte Libyer aus dem Gebiet der Hafenstadt Brega auf die Mittelmeerinsel Kreta. Ein Mann sei während des Fluges gestorben, fünf schwebten in Lebensgefahr, weitere sechs seien schwer verletzt, verlautet aus Kreisen des Verteidigungsministeriums in Athen. Am Freitag sollen bei einer NATO-Aktion in Libyen versehentlich mehrere Aufständische und Zivilisten attackiert worden sein.

+++ 18.15 Uhr Proteste gegen Libyen-Einsatz +++
Italienische Pazifisten protestieren in Rom und anderen Städten gegen das militärische Vorgehen auch ihres Landes gegen den libyschen Diktator Gaddafi. In der Hauptstadt kommen mehrere hundert Kriegsgegner auf der Piazza Navona zusammen. Sie zitieren Nelson Mandela, Bertolt Brecht und Albert Einstein mit Aussagen, wonach es keinen humanen Krieg gebe.

+++ 16.05 Uhr Gaddafis Truppen greifen Misrata an +++
Gaddafis Truppen greifen den Rebellen zufolge weiter die Stadt Misrata östlich der Hauptstadt Tripolis an. Ein Sprecher der Aufständischen sagt, seit Mittwoch seien dort 28 Rebellen getötet und dutzende Menschen verletzt worden.

+++ 12.16 Uhr Rebellen erobern Brega zurück +++
Nach tagelangen Gefechten bringen die Rebellen Zeugenberichten zufolge die Ölstadt Brega wieder unter ihre Kontrolle gebracht. Mehrere Einwohner der Stadt im Osten des  Landes sagen, die Aufständischen hätten Brega wieder übernommen, seien aber weiter auf der Jagd nach verschanzten Anhängern Gaddafis.

+++ 12.14 Uhr NATO prüft Berichte +++
Die Nato prüft Berichte über einen angeblichen von Kampfflugzeugen des Bündnisses geflogenen Angriff auf Rebellenmilizen in Libyen. "Wir sehen uns diese Berichte an", sagt eine Sprecherin. "Wir sind über Berichte über zivile Verluste immer sehr betroffen."

+++ 11.27 Uhr Rebellen bei Alliierten-Angriff getötet +++
Bei einem Luftangriff der westlichen Staaten werden nach Angaben der libyschen Aufständischen mindestens zehn Rebellen getötet. Der Angriff habe Zielen am Stadtrand der umkämpften Stadt Brega gegolten, teilt ein Sprecher der Rebellen mit.

+++ 10.34 Uhr Schwedens König lobt Libyen-Einsatz +++
Schwedens König Carl XVI. Gustaf spricht sich für den internationalen Militäreinsatz in Libyen aus. In der Zeitung "Göteborgs-Posten" meint der 64-jährige Regent: "Es versteht sich von selbst, dass wir dabei mithelfen."

+++ 05.00 Uhr Ashton kündigt mehr Hilfe für Libyen an +++
Die Europäische Union kündigt an, Libyen stärker zu unterstützen. Die EU-Außenbeauftragte Ashton sagt der "Welt": "Wir haben großzügige humanitäre Hilfe angeboten und wir sind bereit, unsere Anstrengungen weiter zu verstärken." Auch die Kontakte zu einzelnen Gruppen in Libyen müssten ausgebaut werden.

+++ 04.21 Uhr Regierung weist Angebot zur Waffenruhe zurück +++
Ein Sprecher der libyschen Regierung weist das Angebot einer Waffenruhe der Rebellen als "verrückt" zurück. Mussa Ibrahim sagt, die Truppen von Machthaber Gaddafi würden dort bleiben, wo sie sind.

+++ 03.06 Uhr Staatsfernsehen: Neue internationale Luftangriffe auf Libyen +++
Die internationale Koalition fliegt nach Angaben des libyschen Staatsfernsehens neue Luftangriffe auf Stellungen der Truppen von Machthaber Gaddafi. Es habe östlich und südwestlich der Hauptstadt Tripolis Luftangriffe gegeben, heißt es in dem TV-Bericht. Dabei hätten die "Agressoren" sowohl "militärische Stützpunkte" als auch "Zivilisten" angegriffen.


    2. April

+++ 22.04 Uhr 74 Luftschläge am ersten Tag des NATO-Kommandos +++

Am ersten Tag nach der Kommandoübernahme durch die Nato unternehmen die internationalen Militärkräfte 74 Luftschläge in Libyen. Diese Bilanz zieht die Militärallianz in Brüssel.

+++ 21.25 Uhr EU beschließt humanitären Militäreinsatz in Libyen +++
Die EU beschließt vorsorglich einen Militäreinsatz zur Unterstützung humanitärer Hilfe in Libyen. Wie der EU-Ministerrat mitteilt, müsse aber für den Einsatz mit dem Code-Namen "Eufor Libya" eine Anfrage der Vereinten Nationen vorliegen. Dies sei bisher nicht der Fall. Soldaten könnten dazu beitragen, vertriebene Menschen zu evakuieren und Hilfsorganisationen zu unterstützen.

+++ 18.40 Uhr Rebellen verstärken Linie bei Adschdabija +++
Die Milizen der libyschen Regimegegner verstärken ihre Verteidigungslinie westlich von Adschdabija. Außerdem würden nur noch "erfahrene Kämpfer" an die Front gelassen, berichtet ein Reporter des Fernsehsenders Al-Dschasira aus Bengasi.

+++ 17.44 Uhr Schüsse nahe Gaddafis Residenz +++
In der Nähe der Wohnanlage von Libyens Machthaber Gaddafi kommt es Augenzeugen zufolge zu Schießereien. Rund 20 Minuten lang sind Maschinengewehr-Feuer und Schüsse bei dem schwer befestigten Komplex zu hören. Zeugen berichten, auf den Dächern seine Scharfschützen zu sehen, auf den Straßen Blutspuren.

+++ 15.34 Uhr Intensive Kämpfe um Brega +++
Die Aufständischen liefern sich weiter Kämpfe mit den  Gaddafi-Truppen nahe der Ölstadt Brega. Wer die 800  Kilometer östlich der Hauptstadt Tripolis gelegene Stadt  kontrolliert, ist weiterhin offen.

+++ 14.38 Uhr Zivile Todesopfer bei alliiertem Luftschlag +++
Bei einem alliierten Luftangriff auf einen Militärkonvoi des Gaddafi-Regimes in Libyen sollen nach einem unbestätigten Bericht sieben Zivilisten ums Leben gekommen sein. Ein BBC-Reporter in der von Regimegegnern kontrollierten Stadt Adschdabija berichtet unter Berufung auf einen libyschen Arzt von dem Angriff. Der Mediziner sei zwei Tage zuvor in ein Dorf nahe des umkämpften Ölhafens Brega gerufen worden. Dort seien sieben Menschen getötet und 25 weitere verletzt worden, als alliierte Flugzeuge Raketen auf den Militärkonvoi abfeuerten. Eine Bestätigung für die Meldung gibt es nicht.

+++ 13.26 Uhr Rebellen unter Bedingungen zu Waffenstillstand bereit +++
Die Rebellen sind unter Bedingungen zu einem Waffenstillstand bereit. "Unsere Bedingung für einen Waffenstillstand ist, dass die Truppen von Gaddafi sofort aus den Städten abziehen, und dass sie die Blockade von Städten wie Misrata beenden", sagte der Vorsitzende des libyschen Übergangsrates, Mustafa Abdul Dschalil, bei einer Pressekonferenz mit dem UN-Gesandten Abdelillah al-Chatieb in Bengasi. Außerdem müsse den Menschen in diesen Städten die Möglichkeit gegeben werden, frei ihre Meinung zu äußern. Gaddafi und seine Familie sollten das Land verlassen, fügte er hinzu.

+++ 12.53 Uhr Schwedisches Parlament billig Libyen-Einsatz +++
Historisches Votum: Das schwedische Parlament bewilligt mit großer Mehrheit die Entsendung von acht Kampfjets für den Einsatz in Libyen. Der Reichstag stimmt mit 240 gegen 18 Stimmen für die Libyen-Mission, fünf Abgeordnete enthielten sich. Es ist der erste Auslandseinsatz der schwedischen Luftwaffe seit 48 Jahren. Die Kampfjets dürfen sich jedoch nur an der Überwachung der Flugverbotszone beteiligen und nicht zu Angriffen auf Ziele am Boden eingesetzt werden. Dies hat die linke Opposition zur Bedingung für die Zustimmung zu dem Einsatz gemacht. Die ersten Maschinen sollen sich am Samstag auf den Weg machen.

+++ 11.15 Uhr Offenbar Patt zwischen Rebellen und Regierungstruppen +++
An der Front im Osten Libyens stehen sich Rebellen und regimetreue Truppen in einem Patt gegenüber. Den Regimegegnern am Rande der Stadt Adschdabija gelingt es weiter nicht, die Gaddafi-Truppen zurückzudrängen, wie ein BBC-Reporter berichtet. Am Donnerstag war der Vorstoß gescheitert, den verlorenen Ölhafen Brega zurückzuerobern. Den Truppen des Regimes scheint es zu gelingen, eine komfortable Pufferzone zwischen dem von den Aufständischen kontrollierten Landesteil und dem Kernland der Gaddafi-Anhänger rund um Sirte, die Geburtsstadt des Diktators, zu schaffen, berichtet der BBC-Reporter.

+++ 10.57 Uhr Westerwelle fordert Waffenstillstand +++
Bundesaußenminister Guido Westerwelle fordert einen Waffenstillstand zwischen den Truppen des libyschen Machthabers Gaddafi und den gegen ihn kämpfenden Rebellen. "Es wird keine militärische Lösung in Libyen geben, nur eine politische", sagt Westerwelle nach einem Gespräch mit seinem chinesischen Kollegen Yang Jiechi in Peking. Damit ein Friedensprozess in Gang gesetzt werden könne, müsse eine Waffenruhe vereinbart werden. "Es ist unsere gemeinsame Auffassung, dass Oberst Gaddafi dies ermöglichen muss", sagt der Minister auch im Namen seines chinesischen Kollegen.

+++ 10.00 Uhr Reiseverbot für libysche Regierungsmitglieder ++
Der libysche Machthaber Muammar al-Gaddafi soll allen Regierungsmitgliedern und hochrangigen Beamten verboten haben, das Land zu verlassen. Das berichtet die Zeitung "Al-Sharq al-Awsat" unter Berufung auf "offizielle Quellen in Tripolis". Nach Informationen der arabischen Tageszeitung wollen sich außer dem nach Großbritannien geflohenen Außenminister Mussa Kussa noch weitere ranghohe Funktionäre absetzen, darunter der Parlamentspräsident und Ministerpräsident Al-Baghdadi Al-Mahmudi.

+++ 09.51 Uhr Westerwelle fordert politische Lösung +++
Bundesaußenminister Guido Westerwelle mahnt eine politische Lösung des Libyen-Konflikts an. Der politische Prozess müsse auf den Weg gebracht werden, fordert der FDP-Chef während seines China-Besuches. Voraussetzung sei, dass Gaddafi einem Waffenstillstand zustimme. Der Minister bestreitet, Deutschland habe sich mit seiner Enthaltung bei der Abstimmung im UN-Sicherheitsrat über die Flugverbotszone über Libyen isoliert. Deutschland hatte sich zusammen mit China, Russland, Brasilien und Indien enthalten und nahm damit eine andere Position ein als die Nato-Partner USA, Großbritannien und Frankreich.

+++ 07.11 Uhr Gaddafi fordert Staatschefs zum Rücktritt auf +++
Der libysche Diktator Muammar al-Gaddafi mag nicht mehr hören, dass ihn alle Welt immer wieder zum Rücktritt auffordert. Am Donnerstagabend holte er zum Gegenschlag aus und forderte seinerseits den Rücktritt der Staatschef aller Länder, die sich an der militärischen Allianz zum Schutz der libyschen Zivilbevölkerung beteiligen. Gaddafi sagte der staatlichen Nachrichtenagentur Jana, die Luftangriffe in Libyen seien eine Neuauflage der Kreuzzüge, "ein Kampf zwischen Muslimen und Christen" auf beiden Seiten des Mittelmeeres. Dass sich inzwischen auch Staaten mit muslimischer Bevölkerungsmehrheit der Allianz angeschlossen haben, verschwieg er.

+++ 00.43 Uhr UN sind besorgt über humanitäre Lage +++
Die Vereinten Nationen zeigen sich besorgt über die humanitäre Lage in Libyen. UN-Flüchtlingskommissar António Guterres bezeichnet die Lage ials "dramatisch". Rund 400.000 Menschen seien vor den Kämpfen nach Tunesien oder Ägypten geflohen.

1. April

+++ 19.20 Gaddafi-Gegner wollen Terrorismus bekämpfen +++

Die Aufständischen in Libyen distanzieren sich über ihre UN-Vertretung von islamistischen Terroristen. "Wir sind dem gemäßigten Islam verpflichtet und weisen alle extremistischen Ideen zurück", heißt es von der libyschen UN-Botschaft in New York. Die Gaddafi-Gegner fühlten sich "dem Kampf gegen den Terrorismus unter allen Umständen verpflichtet". Die Diplomaten in New York hatten sich schon vor Wochen von Gaddafi losgesagt.

+++ 18.37 Gaddafi: "Kreuzfahrer"-Führer sollen zurücktreten +++
Der libysche Machthaber Gaddafi weist die weltweiten Rufen nach seinem Rücktritt vehement ab. "Die Kreuzfahrer, die über das Mittelmeer kamen, um Krieg zwischen Muslimen und Christen zu säen," sollten sofort zurücktreten, schrieb Gaddafi in einer Botschaft, die die staatliche Nachrichtenagentur JANA veröffentlicht. Die Führer der Teilnehmerländer der westlichen Militärallianz bezeichnete er als "von Macht geblendet und größenwahnsinnig". Wenn sie so weitermachten, würden sie einen "wahrhaften Kreuzfahrerkrieg" heraufbeschwören.

+++ 17.01 Tripolis nimmt Flucht Kussas zur Kenntnis +++
Das Regime in Tripolis erklärt, Außenministers Mussa Kussa sei zurückgetreten. Kussas Flucht nach London wird ignoriert. "Er war zuletzt geistig und körperlich sehr erschöpft und ist mit Erlaubnis der Führung zu medizinischen Behandlungen nach Tunesien gefahren", sagt der libysche Regierungssprecher Ibrahim Mussa auf einer Pressekonferenz in Tripolis. "Er ist zurückgetreten, hat uns nicht verständigt, aber wir nehmen es zur Kenntnis", sagte Mussa weiter. "Wir haben keine Kenntnis davon, dass er sich in London aufhält."

+++ 16.09 NATO prüft möglichen Tod von Zivilisten +++
Die NATO will Berichte über den Tod  libyscher Zivilisten durch Luftschläge der Militärallianz untersuchen. Aufgrund von Medienberichten über Tote in der Hauptstadt Tripolis durch ein Bombardement der NATO werde eine Untersuchung eingeleitet, sagt der Oberbefehlshaber des NATO-Einsatzes in Libyen, der Kanadier Charles Bouchard. Ein katholischer Geistlicher in Tripolis hatte zuvor unter Berufung auf Augenzeugen berichtet, in mehreren Vierteln der Hauptstadt habe es Dutzende Tote gegeben.

+++ 15.34 1000 Tote bei Kämpfen in Libyen +++
Bei den Kämpfen in Libyen zwischen Aufständischen und Anhängern von Machthaber Muammar al-Gaddafi sind britischen Angaben zufolge etwa 1000 Menschen ums Leben gekommen. Das Außenministerium in London beruft sich im aktuellen Lagebericht zur Menschenrechtslage auf Kreise in dem nordafrikanischen Land. "Viele weitere wurden während der jüngsten Gewalt verletzt", heißt es weiter. Der Aufstand gegen Gaddafi habe faktisch zu einer Spaltung des Landes geführt.

+++ 15.08 NATO will Waffenlieferungen verhindern +++
Die von der NATO geführten internationalen Truppen wollen vorerst alle Waffenlieferungen nach Libyen verhindern. "Wenn heute ein Schiff Waffen oder Söldner nach Libyen brächte, dann würden wir es stoppen", sagt der Vorsitzende des NATO-Militärausschusses, Admiral Giampaolo di Paola. Auf Fragen nach möglichen Waffenlieferungen der USA an die libyschen Rebellen sagt er: "Ich bin zuversichtlich, dass keiner der Verbündeten plant, das zu tun. Wenn es morgen eine andere Lage gäbe, dann würde das Bündnis sich eine neue Meinung bilden."

+++ 14.15 "Gaddafi bleibt bis zum Ende" +++
Libyens Machthaber Muammar al-Gaddafi und seine Söhne halten sich nach Angaben der Regierung im Lande auf. Sie seien entschlossen, "bis zum Ende" zu bleiben, sagt Regierungssprecher Mussa Ibrahim in Tripolis. Auf die Frage, ob Gaddafi und seine Söhne noch im Land seien, antwortete Sprecher Mussa Ibrahim: "Gehen Sie davon aus, wir sind alle hier. Wir werden hierbleiben bis zum Ende. Dies ist unser Land. Wir sind stark an jeder Front."

+++ 13.35 Brega heftig umkämpft +++
Aufständische und Truppen von Libyens Machthaber Muammar al-Gaddafi liefern sich in der Umgebung des Ölhafens der Stadt Brega im Osten des Landes heftige Kämpfe. Wer derzeit die Kontrolle über die Hafenanlagen hat, ist nicht auszumachen. Die Rebellen errichten offenbar östlich von Brega an der Straße in Richtung der Stadt Adschdabija einen Kontrollpunkt. Zuvor hatte es geheißen, ihr Angriff auf die Stadt sei gescheitert.

+++ 12.52 NATO liefert keine Waffen an libysche Rebellen +++
Die NATO wird keine Waffen an libysche Rebellen für den Kampf gegen den Diktator Muammar al-Gaddafi liefern. "Wir sind dort, um das libysche Volk zu schützen, nicht um Leute zu bewaffnen", sagt NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen. "Soweit es die NATO betrifft - und ich spreche im Namen der NATO - werden wir uns auf die Einhaltung des Waffenembargos konzentrieren", betont Rasmussen. "Der Zweck eines Waffenembargos ist es, die Einfuhr von Waffen nach Libyen zu stoppen."

+++ 12.12 Vatikan: 40 Zivilisten in Tripolis getötet +++
Bei Luftangriffen der Alliierten auf die libysche Hauptstadt Tripolis sind nach Angaben des Vatikans mindestens 40 Zivilisten getötet worden. "Die sogenannten humanitären Angriffe haben Dutzende zivile Opfer in einigen Vierteln von Tripolis gefordert", sagt Giovanni Innocenzo Martinelli, der Apostolische Vikar von Tripolis. "Ich habe mehrere Augenzeugenberichte von vertrauenswürdigen Personen." Im Stadtviertel Buslim sei ein ziviles Gebäude nach der Bombardierung eingestürzt. 40 Menschen seien dabei ums Leben gekommen.

+++ 11.54 Rebellen-Vorstoß bei Brega gescheitert +++
Die libyschen Aufständischen versuchen offenbar vergeblich, die Küstenstadt Brega einzunehmen, aus der sie am Vortag von den Regimetruppen vertrieben worden waren. Der Vorstoß mit mehreren Dutzend Fahrzeugen gerät in heftiges Artilleriefeuer der Verbände des Machthabers Muammar al-Gaddafi und muss abgebrochen werden, berichtet ein BBC-Reporter aus dem Kampfgebiet. Der Wagen, der die Attacke anführte, sei von einer Granate getroffen worden. Die Milizen der Regimegegner stünden nun unverändert etwa zehn Kilometer westlich der Stadt Adschdabija.

+++ 11.29 Lockerbie-Hinterbliebene hoffen auf Aufklärung +++
Die Ankunft des früheren libyschen Außenministers Mussa Kussa in London weckt bei den Hinterbliebenen der Opfer des Lockerbie-Anschlags neue Hoffnung. Sie wollen mehr Klarheit über die Hintergründe des Terroranschlags von 1988, bei dem 270 Menschen ums Leben gekommen waren. Kussa habe "im Zentrum des innersten Zirkels" um Machthaber Muammar al-Gaddafi gestanden und könne "alles aufklären", sagt Jim Swire, dessen Tochter bei dem Flugzeugabsturz über Schottland getötet worden war.

+++ 10.40 Libyen-Einsatz vollständig unter Kommando der NATO +++
Die internationalen Luftangriffe auf  Ziele in Libyen stehen ab sofort vollständig unter dem Kommando der NATO. Die Militärallianz hat den alleinigen Befehl über die Lufteinsätze übernommen, teilt  NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen in Brüssel mit.

+++ 10.20 Libyens Außenminister wird in London befragt +++
Nach seiner Ankunft in Großbritannien wird der libysche Außenminister Mussa Kussa intensiv von den britischen Behörden befragt. Geheimdienstler erhoffen sich von dem bisherigen Vertrauten von Machthaber Muammar al-Gaddafi Insider-Informationen über die Lage in Libyen. Das Außenministerium hatte am späten Mittwochabend offiziell bestätigt, dass Mussa Kussa am Flughafen Farnborough bei London eingetroffen war. Er habe Libyen "aus freiem Willen" verlassen. Kussa habe dem Ministerium mitgeteilt, er trete von seinem Posten im Gaddafi-Regime zurück.

+++ 07.27 Libysche Rebellen zurück in Brega +++
Die libyschen Aufständischen sind in die Küstenstadt Brega zurückgekehrt, aus der sie am Vortag von den Regierungstruppen vertrieben worden waren. Das meldete der Nachrichtensender Al-Arabija. Oppositionelle erklärten zudem, in der Oasen-Stadt Kufra im Süden Libyens seien etliche Offiziere der Chamies-Brigade zu den Aufständischen übergelaufen. Die Brigade, die zu den am besten ausgerüsteten Einheiten der libyschen Streitkräfte zählt, ist nach Chamies, einem Sohn von Staatschef Muammar al-Gaddafi, benannt. Chamies soll vor einigen Tagen getötet worden sein. Die Staatsführung bestreitet dies jedoch.

+++ 06.21 Auch britische Agenten in Libyen +++
Nach Angaben britischer Regierungsbeamter arbeiten "Dutzende" Agenten des Geheimdienstes MI6 und Mitglieder von Spezialkommandos in Libyen. Sie versorgten die britischen Streitkräfte mit Informationen über Ziele für Luftschläge, Stellungen und Bewegungen von Gaddafis Militär.

+++ 02.30 Offenbar neue Angriffe auf Tripolis +++
Neue Explosionen haben in der Nacht die libysche Hauptstadt erschüttert. Kampfflugzeuge überflogen Tripolis, bevor in einem südöstlichen Vorort Detonationen zu hören waren, wie ein Zeuge sagte. Den Angaben zufolge galten die Angriffe einem Armeestützpunkt in dem Bereich. Die amtliche libysche Nachrichtenagentur Jana berichtete, dass in der Nacht ein ziviles Ziel von den Angreifern der internationalen Truppen bombardiert worden sei. Den "Preis" für die Bomben der "Kreuzfahrer" müssten die Regierungen Katars und der Vereinigten Arabischen Emirate zahlen, hieß es bei Jana in Anspielung auf die westlichen Koalitionäre. Die beiden arabischen Länder gehören der Militärkoalition an.

+++ 00.07 CIA unterstützt libysche Rebellen +++
Der US-Geheimdienst CIA unterstützt nach einem Zeitungsbericht bereits seit Wochen mit verdeckten Aktionen die Gegner des libyschen Diktators Gaddafi. Die Spione kundschafteten dabei mögliche Ziele für Luftschläge aus und versuchten überdies, Kontakte zu den Aufständischen zu knüpfen, berichtete die "New York Times" unter Berufung auf amerikanische Regierungsbeamte.

31. März

+++ 23.15 Libyscher Außenminister setzt sich nach London ab +++
Der libysche Außenminister Mussa Kussa hat sich überraschend nach Großbritannien abgesetzt. Der frühere Vertraute von Machthaber Muammar al-Gaddafi wolle dem Regime in Tripolis nicht länger dienen, ließ er mitteilen. Kussa sei vom Amt des Außenministers zurückgetreten. Er sei am späten Nachmittag vom Flughafen der tunesischen Insel Djerba gestartet, hatte zuvor die tunesische Agentur TAP gemeldet. Djerba liegt unweit der libyschen Grenze. Ein Sprecher der Regierung in Tripolis habe erklärt, Mussa Kussa sei auf einer "diplomatischen Reise". Er sei nicht geflüchtet.

+++ 22.04 Chávez stärkt Gaddafi den Rücken +++
Venezuelas linksgerichteter Präsident Hugo Chávez stärkt Libyens Machthaber Muammar al-Gaddafi demonstrativ den Rücken. "Er (Gaddafi) tut, was er tun muss: einer Aggression widerstehen", sagte Chávez bei einem Besuch in Uruguay. Venezuela hat die internationale Militärintervention zum Schutz der Zivilbevölkerung in Libyen wiederholt scharf kritisiert. Mit Gaddafi habe er nicht mehr telefonieren können, weil "sie ihn dann lokalisieren und eine Rakete schicken", sagte Chávez. Aber beim letzten Gespräch habe ihm Gaddafi versichert, er werde Libyen nicht verlassen.

+++ 19.08 Libysche Rebellen weiter auf dem Rückzug +++
Die Milizen der Regimegegner in Libyenmüssen sich entlang der Mittelmeerküsten weiter zurückziehen. In Adschdabija, 80 Kilometer östlich von Brega, beginnen Zivilisten, ihre Sachen zu packen und mit ihren Autos die Stadt zu verlassen. Die Raffineriestadt Ras Lanuf und auch der Ölhafen Brega sind bereits den Gaddafi-Truppen wieder in die Hände gefallen.

+++ 18.30 Libyen weist Reuters-Korrespondenten aus +++
Die libysche Regierung verweist einen Korrespondenten der Nachrichtenagentur Reuters ohne Angabe von Gründen des Landes. Der Journalist Georgy berichtete seit dem 28. Februar aus der Hauptstadt Tripolis. Der US-Bürger wurde am späten Dienstag informiert, dass er das Land verlassen müsse und reiste am Mittwoch nach Tunesien. Reuters-Chefredakteur Adler bedauert die Entscheidung der libyschen Behörden. Reuters werde weiter genau und unparteiisch über die Ereignisse in Libyen berichten.

+++ 17.05 Gaddafi-Truppen erobern auch Brega zurück +++
Die Aufständischen in Libyen werden immer weiter zurückgedrängt. Truppen von Machthaber  Muammar al-Gaddafi hätten nun auch die Stadt Brega zurückerobert,  heißt es von Seiten der Rebellen. Damit konnten die Regierungssoldaten nach dem Ölhafen Ras Lanuf innerhalb weniger Stunden eine zweite wichtige Stadt einnehmen. Ursprünglich hatten die Aufständischen nach der Aufgabe von Ras Lanuf am Morgen versucht, sich im 60 Kilometer entfernten Brega zu sammeln und neuen Widerstand zu organisieren. Die Stadt war erst in der vergangenen Woche von den Aufständischen erobert worden, die dabei von den internationalen Luftangriffen auf Gaddafis Truppen unterstützt wurden.

+++ 16.43 NATO übernimmt Kommando im Libyeneinsatz +++
Die NATO beginnt damit, die Leitung des internationalen Militäreinsatzes in Libyen zu übernehmen. Dies sagt ein NATO-Diplomat. "Das Streitkräftekommando in Neapel arbeitet und funktioniert. Und es kontrolliert sämtliche Einsätze jener Truppen in Libyen, die der NATO unterstellt sind." In Militärkreisen heißt es ergänzend, es gebe einige Flugzeuge und militärische Fähigkeiten, die von den jeweiligen Regierungen bisher offiziell noch nicht der Nato unterstellt worden seien. Dies werde jedoch innerhalb der nächsten Stunden geschehen.

+++ 16.08 Uganda würde Gaddafi möglicherweise aufnehmen +++
Uganda ist bereit, einen etwaigen Asylantrag von Gaddafi zu prüfen. Dies sagt der Staatssekretär im ugandischen Außenministerium, Henry Okello Oryem. Zuvor hatte der Fernsehsender Al-Arabija berichtet, das schwarzafrikanische Land sei bereit, Gaddafi aufzunehmen. Das seien zwar nur Gerüchte, sagt Oryem. Sollte Gaddafi aber Asyl in Uganda beantragen, "würden wir seinen Antrag so prüfen, wie wir es für jeden anderen tun, der in Uganda Zuflucht sucht".

+++ 14.28 Gaddafis Truppen legen Landminen +++
Die Truppen des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi setzen in ihrem Kampf gegen Aufständische international geächtete Land- und Tretminen ein. Dies teilt die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) mit. Experten der Organisation fanden demnach nahe der ostlibyschen Stadt Adschdabija zwei Dutzend Panzer- und drei Dutzend Tretminen. Die Sprengkörper waren in der Nähe von Wohngebieten verborgen. Sie stammten zweifelsfrei von Gaddafi-treuen Streitkräften, die die Stadt zwischen dem 17. und 27. März beherrscht hatten, heißt es in der Erklärung. Die HRW-Experten dokumentierten ihre Funde und machten die Minen anschließend unschädlich.

+++ 14.16 Großbritannien weist libysche Diplomaten aus +++
Großbritannien weist fünf libysche Diplomaten aus. Die Mitarbeiter der Botschaft in London hätten möglicherweise zum Sicherheitsrisiko für Großbritannien werden können, sagt Außenminister William Hague. Der Schritt betone die "großen Sorgen über das Verhalten des Regimes" von Muammar al-Gaddafi. Zu den Ausgewiesenen gehöre der Militärattaché. "Die Regierung hat beschlossen, dass diese Individuen zu einer Gefahr unserer Sicherheit werden könnten, sollten sie in Großbritannien bleiben", so Hague.

+++ 12.56 Russland für Regierungswechsel in Libyen +++
Russland fordert erstmals einen Regierungswechsel in Libyen. "Es ist klar, dass es eine andere, eine demokratische Führung geben muss", sagt Außenminister Sergej Lawrow. "Aber die Libyer sollten das selbst ohne Einmischung von außen entscheiden." Mögliche Waffenlieferungen des Westens an die libyschen Rebellen für den Kampf gegen Diktator Muammar al-Gaddafi lehnt Moskau ab. Russland hatte jahrelang Waffengeschäfte in Milliardenhöhe mit Libyen gemacht.

+++ 12.20 Deutsche Schiffe wieder im NATO-Einsatz +++
Die deutsche Marine ist wieder für die NATO im Mittelmeer im Einsatz, greift aber nicht in den Libyen-Konflikt ein. Die Fregatte "Lübeck" und das Minenjagdboot "Datteln" mit insgesamt 220 Soldaten beteiligen sich stattdessen an der Anti-Terror-Mission "Active Endeavour". Für diesen Einsatz sei "eine klare räumliche und funktionale Trennung" von der Libyen-Mission der NATO vereinbart, sagt ein Sprecher des Verteidigungsministeriums.

+++ 10.46 Gaddafi-Truppen erobern Ölhafen Ras Lanuf zurück +++
Truppen des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi bringen den Ölhafen Ras Lanuf wieder unter ihre Kontrolle. Die Rebellen geben ihre Stellungen auf und fliehen Richtung Osten, berichten Journalisten der Nachrichtenagentur AFP. Die Aufständischen hatten die im Osten des Landes gelegene Hafenstadt am Sonntag eingenommen, ihr Vormarsch wurde dann aber von Gaddafi-Truppen gestoppt.

+++ 10.16 Rom gegen Bewaffnung der libyschen Rebellen +++
Italien bekräftigt seine ablehnende Haltung zu Waffenlieferungen an die Aufständischen in Libyen. "Die Rebellen zu bewaffnen wäre eine kontroverse, eine extreme Maßnahme und würde die internationale Gemeinschaft sicherlich spalten", erklärt der Sprecher des Außenministeriums in Rom, Maurizio Massar. Es sei auch ganz und gar nicht gesagt, dass dies eine ideale Lösung wäre, um Massaker an Zivilisten zu stoppen. Italiens Position sei es, "die verfügbaren Instrumente zu nutzen, also die Flugverbotszone und die humanitären Korridore".

+++ 09.31 Großbritannien: Im Moment keine Waffen für Libyen +++
Großbritannien plant nach Angaben seines Außenministers William Hague derzeit keine Waffenlieferungen nach Libyen. Der BBC sagt Hague, er sehe im Rahmen der UN-Resolution auch nur "sehr begrenzte" Möglichkeiten dazu. "Andere Länder können das tun, aber wir haben nicht vor, die Rebellen in irgendeiner Form zu bewaffnen und haben dafür im Moment keine Pläne."

+++ 06.32 Benzin wird in Tripolis knapp +++
In der libyschen Hauptstadt Tripolis wird als Folge der UN-Sanktionen langsam das Benzin knapp. Einwohner berichten, die Warteschlangen vor den Tankstellen würden immer länger, weil diese nur noch sporadisch mit Benzin beliefert würden." Wer tanken will, muss sich anstellen und etwa drei Stunden warten, bis er dran ist", sagt einer der Wartenden an einer Tankstelle.

+++ 02.38 Nicaragua vertritt Libyen bei UN +++
Die libysche Regierung hat den Nicaraguaner Miguel D'Escoto zu ihrem Repräsentanten vor den Vereinten Nationen ernannt. D'Escoto, ein Priester und Vertrauter des nicaraguanischen Präsidenten Daniel Ortega ist derzeit UN-Botschafter des mittelamerikanischen Landes in New York. Die nicaraguanische Regierung teilt mit, Ortega habe seinen Gesandten "genaueste" Instruktionen gegeben, um "das libysche Volk im Kampf zur Wiederherstellung des Friedens zu repräsentieren und dessen legitimes Recht zu verteidigen, seine nationalen Konflikte ohne Einmischung von außen zu lösen".

+++ 01.30 Obama: Gaddafi wird zurücktreten müssen +++
Machthaber Gaddafi wird nach Einschätzung von US-Präsident Obama dem internationalen Druck auf sein Regime nicht standhalten. "Unsere Erwartung ist, dass Gaddafi letzten Endes abtreten wird, wenn wir konstanten Druck anwenden", sagt Obama dem Fernsehsender NBC. Dies umfasse nicht nur die bislang erfolgreichen militärischen Aktionen. Den Rücktritt Gaddafis zu erreichen sei das "strategische Ziel" der internationalen Koalition, während ihre militärische Absicht der Schutz der libyschen Zivilbevölkerung sei.

+++ 00.46 Belgische Kampfjets bombardieren Ziele in Libyen +++
Belgische Kampfflugzeuge haben in Libyen mehrere Militäranlagen des Regimes vom Muammar al-Gaddafi bombardiert. Die vier Flugzeuge vom Typ F-16 setzten laser- und satellitengelenkte Präzisionsmunition ein, wie das belgische Verteidigungsministerium mitteilt. Der Einsatz sei ein Erfolg gewesen. Belgien unterstützt den Libyen-Einsatz mit insgesamt sechs F-16, die vom griechischen Araxos aus operieren.

+++ 00.29 Rasmussen: Keine Waffen für Rebellen +++
Die Bewaffnung libyscher Rebellen ist nach Auffassung von NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen nicht von der UN-Resolution 1973 gedeckt. "Unsere Aufgabe ist es, Menschen zu schützen, nicht, sie zu bewaffnen", sagt Rasmussen dem britischen Sender Sky News. Er widerspricht damit US-Außenministerin Hillary Clinton.

                    30. März

+++ 23.35 Opposition startet eigenen TV-Sender +++
Die libysche Opposition hat in der katarischen Hauptstadt Doha einen eigenen Fernsehsender eingerichtet und will so über den Konflikt im eigenen Land berichten. Libya TV arbeitet nach Angaben seiner Initiatoren eng mit dem oppositionellen Nationalen Übergangsrat in Libyen zusammen und soll in Kürze erstmals auf Sendung gehen.

+++ 23.14 USA: Möglicherweise Al-Kaida unter Rebellen +++
Unter den Rebellen in Libyen könnten sich nach US-Geheimdienstinformationen auch Mitglieder des Terrornetzes Al-Kaida und der schiitischen Hisbollah-Bewegung befinden. Dafür gebe es Anzeichen, sagt der NATO-Oberkommandeur, US-Admiral James Stavridis, vor einem Senatsausschuss in Washington. "Wir sehen verschiedene Dinge. Aber zu diesem Zeitpunkt verfügen wir nicht über ausreichende Details, um zu sagen, dass es eine signifikante Präsenz von Al-Kaida oder anderen Terroristen gibt", sagt er. Bisher zeigten die Informationen der Geheimdienste vor allem, dass die Rebellenführung aus "verantwortungsbewussten Männern und Frauen" bestehe, die gegen Gaddafi kämpften.

+++ 21.50 USA geben Einsatz-Kosten bekannt +++
Die Beteiligung am Militäreinsatz in Libyen hat die USA bislang rund 390 Millionen Euro gekostet. Rund 60 Prozent des Geldes sei für Munition wie Raketen und Bomben verwendet worden, sagte US-Admiral James Stavridis bei einer Anhörung im Senat in Washington. Den Rest hätten die Verlegung von Truppen sowie zusätzlicher Treibstoff für Schiffe und Flugzeuge verschlungen.

+++ 21.15 Frankreich für Waffenlieferung an Rebellen +++
Bei der internationalen Konferenz zur Lage in Libyen fordert die französische Regierung Verhandlungen über eine weitere Bewaffnung der Gegner von Machthaber Gaddafi. Dies sei von der Resolution des UN-Sicherheitsrats, auf welcher der Einsatz der internationalen Truppen in Libyen beruht, bisher zwar nicht gedeckt, sagt Außenminister Juppé. Frankreich sei aber "bereit, mit unseren Partnern darüber zu diskutieren".

+++ 19.52 Libyen-Konferenz gründet Kontaktgruppe +++
Eine internationale Kontaktgruppe soll sich künftig um den Aufbau einer politischen Ordnung in Libyen kümmern. Das wird auf der Internationalen Libyen-Konferenz beschlossen. Die Kontaktgruppe soll die internationalen Anstrengungen für ein demokratisches Libyen nach Machthaber Gaddafi bündeln. Der Ölstaat Katar erklärte sich bereit, das erste Treffen der Kontaktgruppe sobald wie möglich zu organisieren.

+++ 19.01 Rebellen aus Bin Dschawwad vertrieben +++
Die Aufständischen in Libyen geben nach Angriffen der Gaddafi-Truppen die Stadt Bin Dschawwad auf. Die Regime-Streitkräfte attackieren daraufhin die 60 Kilometer östlich gelegene Ölraffineriestadt Ras Lanuf, berichtet der arabische Nachrichtensender Al-Dschasira.

+++ 18.32 Schwere Explosionen in Tripolis +++
Die Gegend um die Residenz von Libyens Machthaber Gaddafi in der Hauptstadt Tripolis wird von zwei schweren Explosionen erschüttert. Die Detonationen erfolgen im Abstand von wenigen Minuten. Zuvor hatten Kampfflugzeuge der internationalen Truppen das Zentrum von Tripolis überflogen.

+++ 18.01 Rebellen bitten um Waffen +++
Der Übergangsrat der libyschen Regimegegner bittet die internationale Gemeinschaft um mehr Hilfe durch Waffenlieferungen. "Wir bitten jeden um Hilfe, und ein Punkt davon ist, unserer Jugend bessere Waffen zu geben", sagt der Sprecher des Rates, Mahmud Shammam. Derzeit kämpften die Rebellen mit veralteten oder nur leichten Waffen. Damit seien sie den Truppen von Machthaber Gaddafi unterlegen.

+++ 17.22 Flüchtlinge aus Libyen auf Malta und in Süditalien +++
Nach dem Ansturm von mehr als 18.000 Flüchtlingen aus Tunesien kommen jetzt die ersten Boote mit Immigranten aus Libyen auf Malta und in Italien an. In zwei Booten erreichen 530 Menschen aus Libyen die Mittelmeerinsel Malta. Weitere 250 sollten in einem beschädigten Boot noch am Dienstag in den Hafen von Valletta geleitet werden. Das teilen die maltesischen Behörden mit. Vor allem Menschen aus Eritrea und Somalia seien an Bord. Sie hatten in Libyen gearbeitet und sind vor dem blutigen Machtkampf in dem nordafrikanischen Land geflohen.

+++ 16.45 USA schicken Diplomat nach Bengasi +++
Die USA ernennen einem Medienbericht zufolge einen Gesandten für die libysche Rebellenhochburg Bengasi. Der Diplomat solle Ansprechpartner für die von den Rebellen ins Leben gerufene Übergangsregierung sein, meldet der arabische Fernsehsender Al-Dschasira.

+++ 16.13 Clinton: Gaddafi muss gehen +++
US-Außenministerin Hillary Clinton bekräftigt die Entschlossenheit der internationalen Gemeinschaft, Machthaber Gaddafi zum Rückzug zu zwingen. "Er muss gehen!", sagt Clinton auf der Internationalen Libyen-Konferenz. "Wir werden weitermachen, bis Oberst Gaddafi sich voll den Regelungen der UN-Resolution 1973 unterordnet", meint sie.

+++ 15.30 Übergangsrat plant Libyens Zukunft +++
Der Übergangsrat der libyschen Regimegegner veröffentlicht erstmals ein politisches Programm für die Zukunft des Landes nach dem Abgang von Diktator Gaddafi. Darin wird der Aufbau eines demokratischen Rechtsstaates als oberstes Ziel genannt.

+++ 14.41 Libyen-Konferenz gestartet +++
Vertreter aus mehr als 40 Nationen, darunter US-Außenministerin Hillary Clinton und Außenminister Guido Westerwelle, kommen in London zu einer Libyen-Konferenz zusammen. Im Zentrum steht die Frage, wie die Zukunft des nordafrikanisches Landes nach einem möglichen Rückzug von Machthaber Muammar al-Gaddafi aussehen kann.

+++ 14.13 Schweden bietet Jagdflugzeuge an +++ Schweden bietet Jagdflugzeuge für den internationalen Militäreinsatz in Libyen an. Wie Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt mitteilt, will das skandinavische Land nach einer erwarteten Anfrage der NATO insgesamt acht Kampfflugzeuge vom Typ Jas Gripen sowie ein Hercules-Transportflugzeug und ein Überwachungsflugzeug für den Einsatz entsenden.

+++ 14.02 Deutschland will Wiederaufbau eng begleiten +++
Bundesaußenminister Guido Westerwelle bietet beim Treffen in London der libyschen Opposition Hilfe bei einer politischen Neuordnung des Landes und beim Wiederaufbau nach Ende der Militäroperation an. Berlin sei zu humanitärer Hilfe bereit, sagt Westerwelle zu Beginn der internationalen Libyen-Konferenz.

+++ 13.57 Obama: Libyen wird kein zweiter Irak +++
US-Präsident Barack Obama sichert seinem skeptischen Volk zu, dass der Militäreinsatz in Libyen nicht zu einem zweiten Irak-Krieg werden wird. Es habe sich eine einzigartige Gelegenheit geboten, fürchterliche Gewalt zu verhindern, sagt Obama iin seiner ersten großen Rede zu dem Einsatz. Die amerikanischen Soldaten seien ausdrücklich nicht im Einsatz, um Machthaber Muammar al-Gaddafi mit Gewalt abzusetzen, betont er. Diese im Irak verfolgte Strategie könne sich die USA nicht noch einmal leisten. Allerdings nennt Obama weder konkrete Ziele für den Libyen-Einsatz noch Kriterien, die für dessen Ende erfüllt werden müssten.

+++ 13.07 Exil für Gaddafi im Gespräch +++
In einigen westlichen Staaten wird offenbar als Ausweg aus der Libyen-Krise zunehmend ein Exil-Angebot an Machthaber Muammar al-Gaddafi in Erwägung gezogen. Spaniens Außenministerin Trinidad Jiménez sagt, es gebe bislang weder eine formale Anklage noch einen Haftbefehl gegen Gaddafi. Es sei daher "rechtlich möglich", Gaddafi  eine Zuflucht im Ausland zu ermöglichen. Der britische Außenminister William Hague erklärt, eine Exil-Lösung für Gaddafi sei nicht auszuschließen. "Wir haben natürlich keine Kontrolle darüber, wo er hingeht", sagt Hague und fügt hinzu: "Ich werde Oberst Gaddafis Altenheim nicht aussuchen."Britischen Medienberichten zufolge soll das Thema auch beim Treffen der internationalen Libyen-Kontaktgruppe in London zur Sprache kommen. Die Außenminister von rund 35 Staaten sowie Vertreter internationaler Organisationen beraten zur Stunde in London über die Lage in Libyen beraten.

+++ 12.07 Rebellen warten auf Unterstützung aus der Luft +++
100 Kilometer von Sirte hoffen die Aufständischen auf die Flugzeuge der NATO. Die Rebellen wollen auf "den Beschuss aus Flugzeugen von (Frankreichs Präsident Nicolas) Sarkozy" warten, berichtet ein AFP-Reporter. Dann solle der Vormarsch auf Sirte fortgesetzt werden.

+++11.31 Rückschlag für libysche Rebellen ++++
Die Armee von Libyens Machthaber Muammar Gaddafi stoppt vorerst das Vordringen der Aufständischen in westliche Richtung. Die Rebellen werden eigenen Angaben zufolge beim Marsch auf Gaddafis Geburtsstadt Sirte von Soldaten und einigen Anwohnern beschossen und ziehen sich in Richtung der Ortschaft Bin Jawad zurück.

+++ 11.21 Justitia et Pax: Militäraktion begrenzen
Der Vorsitzende der deutschen Kommission Justitia et Pax, der Trierer Bischof Stephan Ackermann, fordert eine klare Begrenzung des militärischen Vorgehens in Libyen. Unter den jetzigen Bedingungen müsse es darum gehen, die Ziele der Gewaltanwendung und des Schutzes der Zivilbevölkerung glaubwürdig miteinander zu verbinden, hieß es in Erklärung. "Eine weitere Eskalation der Gewalt ist zu verhindern."

+++ 09.45 Gaddafi: "Lasst die Libyer in Ruhe" +++
Der libysche Staatschef Muammar al-Gaddafi hat den internationalen Militäreinsatz zum Schutz von Zivilisten mit den Kriegszügen der Deutschen unter Adolf Hitler verglichen. "Stoppt diese barbarische Aggression gegen Libyen! Lasst die Libyer in Ruhe!", schrieb Gaddafi in einer Botschaft an europäische und amerikanische Parlamentarier wenige Stunden vor Beginn einer Libyen-Konferenz in London. "Wir sind ein Volk, das hinter seiner Führung steht, wir bekämpfen den Terrorismus von Al-Kaida auf der einen und den Terrorismus der Nato, der Al-Kaida nützt, auf der anderen Seite", fuhr er fort.

+++ 08.10 Frankreich erwartet deutsche Beteiligung +++
Frankreichs Regierungspartei UMP erwartet von Deutschland trotz der Nicht-Beteiligung am internationalen Militäreinsatz gegen Libyen eine tragende Rolle beim Wiederaufbau des nordafrikanischen Landes. Vor dem Treffen der Außenminister von über 35 Staaten in London zur Lage in Libyen sagte UMP-Chef Jean-François Copé dem "Tagesspiegel", er gehe davon aus, dass Deutschland in der Phase des Wiederaufbaus und der Erneuerung der Verbindungen über das Mittelmeer hinweg seiner Rolle "voll und ganz gerecht werde". Mit Blick auf die Enthaltung Deutschlands im UN-Sicherheitsrat bei der Abstimmung über Libyen sprach Copé von einer "Entscheidung, die wir natürlich bedauern, aber völlig respektieren".

+++ 05.31 Nationalrat: Stoppen Einwanderung nach Europa +++
Mustafa Abdel Dschalil, Chef des Nationalen Übergangsrats in Libyen, will im Falle einer Machtübernahme die illegale Einwanderung nach Europa bekämpfen. Afrikanischen Flüchtlingen solle den Weg über Libyen nach Europa verwehrt und auch Schleuserbanden bekämpft werden, sagte Abdel Dschalil.

+++ 03.02 Obama: Gaddafis Vormarsch gestoppt +++
Nach Ansicht von US-Präsident Obama ist "Gaddafis tödlicher Vormarsch gegen die Rebellen" durch den internationalen Militäreinsatz gestoppt.

                  29. März

+++ 22.27 UN-Sicherheitsrat aktiviert Interpol +++
Bei der Durchsetzung der Sanktionen gegen den libyschen Machthaber Gaddafi und sein Regime setzt der UN-Sicherheitsrat auch auf Interpol. Ein Vertreter der internationalen Polizeibehörde werde in Kürze nach New York eingeladen, um die Mitglieder des Sanktionsausschusses zu treffen. Interpol sammelt Daten über den Gaddafi-Clan.

+++ 20:56 Regierungschefs beraten über Vorgehen +++
Die Regierungschefs in Paris, London, Washington und Berlin stimmen sich per Videokonferenz über das weitere Vorgehen ab. Dabei geht es unter anderem um den Aufruf Frankreichs und Großbritanniens an regimetreue Libyer, sich von Machthaber Gaddafi loszusagen und an einer politischen Lösung des Konflikts mit den Rebellen mitzuarbeiten.

+++ 19.12 Obama reagiert auf Kritik an Einsatz +++
Angesichts wachsender Kritik an seiner Libyen-Politik versucht US-Präsident Obama mit mehreren Auftritten zu dem Militäreinsatz aus der Defensive zu kommen. Einer Rede im Fernsehen will er erklären, warum das Libyen-Engagement im nationalen Interesse der USA ist, hieß es. Zudem vereinbarte Obama Interviewtermine mit drei Fernsehsendern.

+++ 17.48 Deutsche Schiffe unter NATO-Kommando +++
Zwei Schiffe der deutschen Marine im Mittelmeer werden wieder dem NATO-Kommando unterstellt, aber nicht in den Libyen-Krieg eingreifen. Das Verteidigungsministeriums beabsichtige, die Fregatte "Lübeck" und ein Minenjagdboot "zeitnah" wieder für den Anti-Terror-Einsatz "Active Endeavour" zur Verfügung zu stellen, sagt ein Sprecher des Verteidigungsministeriums.

+++ 17.12 Französisch-britischer Appell an Gaddafis Anhänger +++
Paris und London rufen regimetreue Libyer zur Abkehr von Machthaber Gaddafi auf. "Gaddafi muss sofort gehen. Wir appellieren an seine Anhänger, sich von ihm loszusagen, bevor es zu spät ist", heißt es in einem Schreiben von Frankreichs Präsident Sarkozy und dem britischen Premierminister Cameron. Der internationale Militäreinsatz werde so lange dauern, bis die Bevölkerung in Sicherheit sei.

+++ 14.45 Türkei will Flughafen Bengasi übernehmen +++
Die Türkei will in Libyen die Kontrolle über den Flughafen der Rebellenhochburg Bengasi übernehmen, um von dort aus humanitäre Hilfe für das nordafrikanische Land zu koordinieren. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayip Erdogan sagt, dies eine von drei Aufgaben, zu denen sich sein Land bereit erklärt habe. Weitere Punkte seien die Luftüberwachung und der Marineeinsatz zur Durchsetzung des Waffenembargos.

+++ 14.04 Moskau kritisiert Luftschläge +++
Russland kritisiert die internationalen Luftangriffe auf Einheiten des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi als "unerlaubte Militärintervention". Die Unterstützung der Rebellen sei ein Verstoß gegen die UN-Resolution, sagt Außenminister Sergej Lawrow. Es herrsche "praktisch Bürgerkrieg" in dem nordafrikanischen Land. "Aber in dem UN-Beschluss ist keine Rede davon, dass eine ausländische Koalition hier Partei ergreifen soll", sagt Lawrow.

+++ 13.09 Katar erkennt Gegenregierung an +++
Der Golfstaat Katar erkennt als erstes arabisches Land den libyschen Nationalrat, die Gegenregierung der Regimegegner in Bengasi, an. Der Schritt folge der "Überzeugung, dass der Nationalrat und alle seine Vertreter in den verschiedenen Gebieten Libyens de facto zur Vertretung Libyens und seines Volkes geworden sind", heißt es in einer Stellungnahme des Außenministeriums.

+++ 12.24 Rebellen stoßen auf Widerstand +++
Die Gaddafi-Gegner stoßen vor der zentral gelegenen Stadt Sirte auf Widerstand der Regierungstruppen. Entgegen ihrer früheren Behauptungen haben sie die Geburtsstadt des Diktators noch nicht eingenommen. Die Anti-Gaddafi-Truppen stehen noch etwa 120 Kilometer vor Sirte.

+++ 10.59 Türkei will im Libyen-Konflikt vermitteln +++
Das Nato-Land Türkei will im Libyen-Konflikt vermitteln. Dies sagt der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan der britischen Zeitung "The Guardian". Erdogan warnt davor, dass ein langwieriger Konflikte das Land in einen "zweiten Irak" oder "ein weiteres Afghanistan" verwandeln könnte.

+++ 10.32 Frattini: Keine deutsch-italienische Achse +++
Italiens Außenminister Franco Frattini will zur Beilegung des Libyen-Konflikts keine "deutsch-italienischen Achse". "Wir müssen eine Lösung finden, die von allen Verbündeten geteilt wird, nicht nur von den vier größten europäischen Ländern", sagte Frattini. Jede Spaltung in der politischen Libyen-Strategie müsse vermieden werden.

+++ 10.29 Reporter: Sirte nicht in der Hand von Rebellen +++
Die Heimatstadt von Libyens Machthaber Muammar al-Gaddafi, Sirte, ist offenbar doch nicht von Rebellen erobert worden. Ein Reuters-Reporter berichtet aus der Küstenstadt östlich von Tripolis, es sehe "relativ normal" aus in den Straßen. Die Reise dorthin wurde von der libyschen Regierung organisiert. Es gebe keine Anzeichen für Kämpfe, sagt der Reporter. Zuvor hatten die Rebellen erklärt, Sirte sei in der Hand von Rebellen. Eine unabhängige Bestätigung dafür gibt es nicht.

+++ 09.46 Starke Explosionen erschüttern Gaddafis Heimatstadt +++
Eine Serie starker Explosionen erschüttern die Geburtsstadt des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi. Wie ein Reporter berichtet, überfliegen außerdem Flugzeuge die Stadt Sirte, was auf einen Luftangriff der westlichen Militärallianz schließen ließ.

+++ 08.00 Aufständische rücken nach Westen vor +++
Nach der Einnahme von Gaddafis Heimatstadt Sirte sind die Aufständischen auf dem Vormarsch in Richtung Westen des Landes und der Hauptstadt Tripolis. Ihr Vormarsch wird von Luftangriffen der internationalen Koalition begleitet.

+++ 05.06 Rebellen: "Haben Sirte eingenommen" +++
Die Aufständischen haben nach eigenen Angaben den Heimatort des libyschen Machthabers Gaddafi eingenommen. Sirte sei in der Hand der Rebellen, sagt ein Sprecher. Eine unabhängige Bestätigung dafür liegt noch nicht vor.

+++ 04.36 USA rechtfertigen Libyen-Einsatz +++
Die US-Regierung verteidigt ihre Militärintervention in Libyen. Zwar sei der Einsatz nicht im zentralen nationalen Interesse der USA, sagte US-Verteidigungsminister ates dem Sender ABC. Er begründet den Einsatz unter anderem damit, dass es eine Massenflucht von Flüchtlingen nach Tunesien und Ägypten hätte geben können, was beide Länder destabilisiert und die Entwicklungen nach den Revolutionen dort gefährdet hätte. Vor allem Ägypten sei zentral für die Zukunft des Nahen Ostens, sagte er. Gemeinsam mit US-Außenministerin Hillary Clinton tritt Gates in verschiedenen US-Talkshows auf, um den Einsatz vor der kriegsmüden US-Bevölkerung zu rechtfertigen.

+++ 03.20 US-Gesandter mit "klarer Botschaft" +++
Die US-Regierung will in den kommenden Tagen einen Sondergesandten mit "einer sehr klaren Botschaft" nach Tripolis entsenden, sagt Außenministerin Hillary Clinton dem TV-Sender NBC. Es sei möglich, dass sich Gefolgsleute Gaddafis, aber auch das Militär, gegen den autokratischen Herrscher wenden würden. Es gebe zahlreiche Hinweise, dass Menschen aus seinem Umfeld die Hand nach der internationalen Gemeinschaft ausstreckten.

+++ 02.27 USA: Keine Abstimmung mit Rebellen +++
Die alliierten Truppen in Libyen stimmen sich nach US-Angaben bei ihrem Militäreinsatz nicht mit den Aufständischen ab. Es gehe darum, Zivilisten und von Zivilisten besiedelte Gebiete vor Angriffen zu schützen, sagt ein ranghoher US-Beamter. Die Truppen, die Zivilisten bedrohten oder angriffen, seien genauso Ziel der NATO-Truppen wie zuvor der Truppen der internationalen Militärkoalition.

+++ 01.26 Türkei will vermitteln +++
Das Nato-Land Türkei will im Libyen-Konflikt vermitteln. Der türkische Präsident Erdogan sagt der britischen Zeitung "The Guardian", Ankara sei bereit, eine baldige Waffenruhe in Libyen zu vermitteln. Erdogan warnte davor, dass ein langwieriger Konflikte das Land in einen "zweiten Irak" oder "ein weiteres Afghanistan" verwandeln könnte.

28. März

Was vor dem 28. März geschah, erfahren Sie hier.

Quelle: n-tv.de