Libyen

Gaddafi gestürzt +++ n-tv.de Liveticker zu Libyen endet +++

Die Welt blickt gespannt nach Libyen. Dort geht das Terror-Regime des Muammar al-Gaddafi zu Ende. Hier die wichtigsten Geschehnisse in unserem Liveticker.

+++ n-tv.de beendet den Libyen-Liveticker +++
Der Umsturz in Libyen ist vorbei, in der Hauptstadt Tripolis regiert der Übergangsrat. Die Situation ist schwierig, beruhigt sich aber zunehmend. n-tv.de beendet seinen Liveticker.

+++ 19.54 Algerien dementiert Gaddafi-Aufenthalt +++
Der Aufenthaltsort des libyschen Ex-Machthabers Gaddafi bleibt weiter ungeklärt. Die algerische Regierung wies Berichte über einen aus Libyen eingetroffenen Konvoi mit gepanzerten Mercedes-Limousinen vehement zurück. "Algerien ist seit Monaten Ziel von einer Flut von falschen Informationen", sagte der Sprecher des Außenministeriums, Amar Belani. Arabische Medien zitierten einen Rebellenkommandeur in der Stadt Ghadames (rund 550 Kilometer südwestlich von Tripolis), wonach Gaddafi versuche, über Tunesien zu fliehen. Auch dafür gab es keine unabhängige Bestätigung.

+++ 19.04 50 Leichen in Kaserne entdeckt +++
Im Gefängnis einer von Gaddafi-Truppen geräumten Kaserne südlich von Tripolis sind die verkohlten Leichen von mindestens 50 Menschen entdeckt worden. Nach der Einnahme der Militärbasis durch die Rebellen hätten Anwohner die Toten in dem impovisierten Gefängnis gefunden. Einer von ihnen, der Arzt Salim Radschub, vermutete, dass es sich um die Opfer eines vor wenigen Tagen verübten Massakers handelt. Er und andere Anwohner hätten am späten Dienstagabend Hilfeschreie  und dann Schüsse sowie Explosionen von Granaten gehört.

+++ 17.50 Fischer: Westerwelle agierte katastrophal +++
Der frühere Außenminister Joschka Fischer (Grüne) hat den Kurs der Bundesregierung im Libyen-Krieg scharf kritisiert. Er sagte dem Magazin "Der Spiegel": "Das Verhalten der Bundesregierung im Libyen-Konflikt mit der Enthaltung im UNO-Sicherheitsrat ist ein einziges Debakel, vielleicht das größte außenpolitische Debakel seit Gründung der Bundesrepublik. Die Position unseres Landes in der Welt wurde wesentlich beschädigt." Amtsnachfolger Westerwelle warf er vor, die westlichen Partner vor den Kopf gestoßen zu haben, eine "eigenständige Weltpolitik" zu verfolgen und neue strategische Partnerschaften zu suchen.

+++ 15.20 Oettinger rügt deutsche Libyen-Politik +++
EU-Energiekommissar Günther Oettinger (CDU) kritisiert die Bundesregierung für ihre Libyen-Politik. Am Sturz des Gaddafi-Regimes habe Deutschland "einen Anteil gleich null", so Oettinger. "Unser Boykott hat Gaddafi nicht mal irgendwo erreicht. Es waren die Waffen unserer NATO-Partner, es war nicht die deutsche Zurückhaltung." Umso mehr müsse sich Deutschland jetzt für ein Aufbaukonzept für den gesamten nordafrikanischen Raum einsetzen.

+++ 14.18 Zuma: Afrikanische Union gegen Übergangsrat +++
Die Afrikanische Union (AU) erkennt nach den Worten des südafrikanischen Präsidenten Jacob Zuma weiterhin den Nationalen Übergangsrat in Libyen nicht als rechtmäßige Regierung an. Die Regierung der Rebellen sei auf "nicht verfassungsmäßigem Weg an die Macht gekommen" und werde deshalb auch nicht von der AU akzeptiert. Afrika fordere eine "Übergangsregierung unter Einschluss aller Parteien", betonte Zuma nach seiner Rückkehr von einem AU-Gipfeltreffen in Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba.

+++ 14.10 Westerwelle äußert Respekt für NATO +++
Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat nach harscher Kritik an seiner positiven Bewertung der deutschen Libyen-Politik nun Respekt für den Nato-Militäreinsatz bekundet. "Wir sind froh, dass es den Libyern auch mit Hilfe des internationalen Militäreinsatzes gelungen ist, das Gaddafi-Regime zu stürzen", schreibt Westerwelle in einem vorab veröffentlichten Gastbeitrag für die "Welt am Sonntag". Er habe "Respekt für das, was unsere Partner zur Erfüllung von Resolution 1973 des VN-Sicherheitsrates geleistet haben".

+++ 13.35 Experte: Militäreinsatz wird finanziell belohnt +++
Die am Libyen-Konflikt militärisch beteiligten NATO-Mächte dürften dem britischen Nahost-Experten Imad El-Anis zufolge nach Ende des Konfliktes wirtschaftlich profitieren. "Den Regimewechsel zu unterstützen, war ein Glücksspiel, das es wert war zu spielen", sagt der Wissenschaftler von der Universität Nottingham mit Blick auf die britische Beteiligung an dem Konflikt. Es gehe natürlich auch ums Öl.

+++ 13.01 Merkel rechtfertigt Libyen-Politik +++
Kanzlerin Merkel zollt der NATO Respekt für ihren Libyen-Einsatz und verteidigt gleichzeitig die deutsche Haltung. "Wir stehen fest zu unseren Verbündeten und zur NATO, für deren Einsatz ich tiefen Respekt habe", sagte Merkel. "Unsererseits sind wir mit politischen wie wirtschaftlichen Sanktionen gegen das Regime vorgegangen." Sie erklärt weiter: "Wir haben damals mit unseren Partnern über unsere Bedenken gesprochen und entschieden, dass Deutschland sich an diesem Einsatz militärisch nicht beteiligt. Wir haben aber auch von Anfang an klar gemacht, dass niemand unsere Enthaltung mit Neutralität verwechseln sollte."

+++ 12.28 NATO beschießt Ziele in Sirte +++
Die NATO konzentriert ihre Luftangriffe auf die Küstenstadt Sirte, eine Hochburg von Gaddafi. Dabei seien 15 Militärfahrzeuge und weitere Ziele beschossen worden, teilt das Verteidigungsbündnis mit. 11 mit Waffen beladene Fahrzeuge sowie 3 militärische Logistikfahrzeuge und ein gepanzertes Kampffahrzeug seien zerstört worden. Auch zwei Militärunterkünfte, ein Beobachtungspunkt von Gaddafis Armee und eine weitere Militäranlage in der Umgebung wurden der NATO zufolge getroffen.

+++ 11.37 Rebellen: Wasser nicht vergiftet +++
Das Gerücht, das Wasser in Tripolis sei durch Gaddafi-Anhänger vergiftet worden, entbehrt nach Angaben der Rebellen jeder Grundlage. Die Information stimme nicht, so ein Sprecher gegenüber der "Süddeutschen Zeitung".

+++ 10.09 Amnesty: 100 Gefangene getötet +++
Nach Informationen der Menschenrechtsorganisation Amnesty International töten Gaddafi-Anhänger womöglich mehr als 100 Gefangene in Militärcamps nahe Tripolis. Die Gaddafi-treuen Truppen hätten Granaten geworfen und mit Schusswaffen auf die Gefangenen gefeuert.

+++ 09.01 Ashton: Keine Rache üben +++
Die EU-Außenbeauftragte Ashton ruft die Konfliktparteien in Libyen auf, keine Rache  zu üben und die Menschenrechte zu achten. In dieser Forderung seien sich die Europäische Union, die Arabische Liga, die Afrikanische Union und die Vereinten Nationen einig, sagt Ashton. Libyen trete nun in einen "historischen Übergangsprozess ein, der  auf der Achtung für demokratische Werte und Menschenrechte gründen  sollte", sagt Ashton.

+++ 08.08 Gabriel: Westerwelle würdelos +++
In der Debatte um die deutsche  Libyen-Politik bezeichnet SPD-Chef Gabriel Außenminister Westerwelle (FDP) als "orientierungslos". Es sei "schlicht würdelos, dass Westerwelle jetzt so tut, als ob  seine damaligen Entscheidungen zum Sturz von Gaddafi geführt  haben", sagt Gabriel.  Genau das Gegenteil sei der Fall. "Dass Gaddafi vertrieben werden  konnte, haben wir dem Mut der vielen Menschen zu verdanken, die unter Einsatz ihres Lebens gegen das Gaddafi-Regime kämpfen", sagte  Gabriel. Zudem habe die NATO im Auftrag der Vereinten Nationen einen  Sicherheitsschirm geboten, sagte der SPD-Chef. Mit der Bundesregierung von Kanzlerin Merkel (CDU) oder ihrem  "orientierungslosen Außenminister" habe der Umsturz in Libyen  hingegen nichts zu tun.

+++ 07.17 Immer wieder Stromausfälle +++
In der libyschen Hauptstadt Tripolis fällt immer wieder der Strom aus. Betroffen ist nach n-tv-Informationen vor allem der Norden der Stadt. In der Millionenmetropole gibt es auch kaum frisches Wasser mehr.

+++ 06.43 Ban: Internationale Polizei aufstellen +++
UN-Generalsekretär Ban erwägt die Entsendung einer internationalen Polizeitruppe nach Libyen. Der Konflikt in Libyen müsse beendet und  Sicherheit wiederhergestellt werden, sagt Ban nach  Gesprächen mit Vertretern der Europäischen Union und der Afrikanischen Union. Alle Parteien stimmten darin überein, dass  "wenn die libyschen Behörden eine Anfrage stellen, wir vorbereitet  sein sollten, um dabei zu helfen, die Polizeikapazitäten zu  entwickeln", sagt Ban.

+++ 02.30 Grenzposten eingenommen +++
Die libyschen Rebellen nehmen den umkämpften Kontrollposten Ras Dschedir an der Grenze zu  Tunesien ein. Nach Angaben aus tunesischen  Regierungskreisen weht die Flagge der Rebellion über dem Kontrollposten. Der Einnahme seien unmittelbar keine Kämpfe vorausgegangen.

+++ 00.20 Übergangsregierung will Integration +++
Der stellvertretende Chef der libyschen Übergangsregierung, Al-Tarhuni, will Anhänger des Gaddafi-Regimes in den künftigen Staat integrieren. "Wir werden 90 Prozent der Polizisten behalten", sagt er. "Verhandlungen darüber laufen schon." Um die Fehler nach dem Machtwechsel im Irak zu vermeiden, würden nur jene Sicherheitsleute entlassen, die "Blut an den Händen" hätten.

27. August 2011

+++ 21.09 London verliert Lockerbie-Attentäter aus den Augen +++
In Großbritannien wächst die Sorge, der freigelassene Lockerbie-Attentäter Megrahi könnte gemeinsam mit der libyschen Staatsführung auf der Flucht sein. Der schwer krebskranke Megrahi muss laut Bewährungsauflagen regelmäßig Kontakt zu den schottischen Behörden halten. Er kann seit Ausbruch der Kämpfe in Tripolis nicht mehr erreicht werden.

+++ 19.01 Rebellen: Haben Gaddafi umzingelt +++
Rebellen sind sich sicher: "Haben den Gaddafis Aufenthaltsort in Tripolis ausfindig gemacht." Das Gebiet, in dem er sich befinde, werde belagert, sagte der Justizminister der Rebellen, Alagi. Um welches Gebiet es sich handelt, will Alagi nicht sagen. Andere Rebellenvertreter sprechen von Abu Salim im Süden der Hauptstadt.

+++ 18.10 Gaddafi-Getreue töten Gefangene +++
Gaddafis Truppen sollen nach Informationen von Amnesty International womöglich mehr als 100 Gefangene in Militärcamps getötet haben. Augenzeugen berichteten von brutalen Szenen, die sich in zwei Lagern nahe Tripolis abgespielt hätten. Die Gaddafi-treuen Truppen hätten Granaten geworfen und mit Schusswaffen auf die Gefangenen gefeuert.

+++ 15.40 Botschafter stellen sich vor +++
Der künftige libysche Botschafter Ali Masednah al-Kothani macht seinen Antrittsbesuch im Auswärtigen Amt in Berlin. Der Vertreter der bisherigen Rebellen-Regierung wird von Außenminister Guido Westerwelle (FDP) empfangen. Zuvor ernennt Westerwelle mit Rainer Eberle den neuen deutschen Botschafter für Libyen. Eberle war bisher deutscher Botschafter im Sudan. Er wird die diplomatische Mission in Tripolis leiten.

+++ 14.06 Spezialeinheiten sollen Gaddafi aufspüren +++
Spezialkräfte der Rebellen sollen in Libyens Hauptstadt Tripolis den untergetauchen langjährigen Machthaber Muammar Gaddafi finden. Es gebe eine Aufklärungstruppe und eine Kampftruppe, die für diese Aufgabe besonders geeignet seien, sagte Rebellen-Oberst Hischam Buhagiar. In Tripolis machten immer wieder Gerüchte die Runde, Gaddafi oder seine Söhne seien gesichtet und eingekreist worden.

+++ 13.15 Britische Kampfjets bombardieren Gaddafi-Bunker in Sirte +++
Britische Kampfjets haben in der Nacht einen Bunker des abgetauchten libyschen Machthabers Muammar el Gaddafi in seiner Heimatstadt Sirte bombardiert. Tornado-Flugzeuge hätten gegen Mitternacht mehrere Storm-Shadow-Marschflugkörper auf einen großen Bunker abgefeuert, der Gaddafi als Hauptquartier gedient habe, erklärte das britische Verteidigungsministerium in London. Die Küstenstadt Sirte gilt als einer der möglichen Orte, in denen sich Gaddafi versteckt haben könnte, nachdem die Aufständischen am Dienstag seine Residenz in der Hauptstadt Tripolis eingenommen hatten.

+++ 12.44 Aufständische bereiten neue Offensive vor +++
Die Aufständischen bereiten am Flughafen von Tripolis eine Offensive vor, berichtete der Nachrichtensender Al-Arabija. Der Flughafen selbst sei inzwischen fest in der Hand der Rebellen, nachdem es dort in der Nacht nochmals heftige Kämpfe gegeben habe.

+++ 11.43 Übergangsrat: Aufbau Libyens wird Jahre dauern +++
Der Wiederaufbau der Infrastruktur in Libyen wird nach Ansicht eines Vertreters des Übergangsrates mindestens 10 Jahre in Anspruch nehmen. Schon vorher sei das Versorgungsnetzwerk wegen "grober Vernachlässigung" in schlechtem Zustand gewesen, sagte der Chef des für Stabilisierung zuständigen Teams im Übergangsrat, Ahmed Dschehani, in einem BBC-Interview. Zunächst müssten nun die im Ausland eingefrorenen Milliarden-Beträge des libyschen Regimes freigegeben werden. Auch Hilfe der internationalen Gemeinschaft werde gebraucht.

+++ 10.43 Schiff mit Nahrung und Medikamenten auf dem Weg nach Tripolis +++
Ein Schiff mit mehr als 400 Tonnen Nahrung und 250 Tonnen Medikamenten ist auf dem Weg von Malta in die umkämpfte libysche Hauptstadt Tripolis. Noch in Lauf des Tages sollte die "Al Ensitisar" mit ihrer Ladung im Wert von über einer halben Million Euro den Hafen von Tripolis erreichen, berichtete ein Sprecher der maltesischen Hilfsorganisation Igo-Aid-Foundation in Valletta. An Bord seien auch etwa 15 Ärzte, die in den Hospitälern von Tripolis Hilfe leisten könnten.

+++ 10.25 Heftige Kämpfe in mittellibyscher Stadt Sebha +++
Rebellen und Gaddafi-Anhänger haben sich in der Nacht heftige Kämpfe in der mittellibyschen Stadt Sebha geliefert. Dutzende Rebellen seien getötet worden, als sie das Hauptquartier des Militärgeheimdienstes in der Stadt erstürmten, teilen die Aufständischen mit und rufen andere Rebellengruppen zur Unterstützung auf.

+++ 07.42 De Maizière: Libyen wird keine Bundeswehr-Soldaten benötigen +++
Bundesverteidigungsminister de Maizière (CDU) rechnet nicht mit einer Anfrage zur Beteiligung deutscher Soldaten an einem internationalen Stabilisierungeinsatz in Libyen. "Ich gehe davon aus, dass die künftige libysche Regierung selbst für die Sicherheit im Land sorgen kann und dazu keine Hilfe von außen braucht", sagt de Maizière dem "Tagesspiegel".

+++ 5.09 Rebellen versprechen: Keine Rache +++
Die politische Vertretung der libyschen Aufständischen hat allen Soldaten und Freiwilligen, die bis jetzt für Gaddafi kämpfen, Straffreiheit versprochen. "Wir rufen euch heute zum letzten Mal auf, eure Waffen niederzulegen, und wir versprechen euch, dass wir keine Rache üben werden. Zwischen uns und euch steht das Gesetz", sagte der stellvertretende Vorsitzende des "Kabinetts" der Revolutionsbewegung, Ali al-Tarhuni, während der ersten Pressekonferenz seiner Minister in Tripolis.

+++ Clinton: Kommende Tage und Wochen für Libyen "kritisch" +++
US-Außenministerin Hillary Clinton hat die kommenden Tage und Wochen für Libyen als "kritisch" bezeichnet. Clinton warnte vor Racheakten. "In einem neuen Libyen kann es keinen Platz für Rache und Vergeltung geben", erklärte Clinton. Die Zukunft des Landes werde nur dann friedlich sein, wenn die politischen Führer und die Bevölkerung sich untereinander im "Geiste des Friedens" begegneten. Clinton forderte die libyschen Rebellen auf, sich gegen "extremistische Gewalt" zu stellen.

+++ 0.08 Libyscher Übergangsrat nimmt offiziell Arbeit in Tripolis auf +++
Die libyschen Rebellen haben ihren Nationalen Übergangsrat von Bengasi offiziell nach Tripolis verlegt. Dessen Vizepräsident Ali Tahuni gab bekannt, dass das Gremium in der libyschen Hauptstadt seine Arbeit aufgenommen habe. Zuvor waren acht Ratsmitglieder in Tripolis eingetroffen, darunter die Verantwortlichen für Gesundheit, Kommunikation, Inneres, Justiz und Verteidigung. Ratspräsident Mustafa Abdel Dschalil zufolge sollten am Freitag sechs weitere Mitglieder dort eintreffen; Dschalil selbst sollte laut Tahuni folgen, wenn die Sicherheitslage es zulasse.

26. August 2011

+++ 23.00 UN gibt Milliarden für Libyen frei +++
Die Vereinten Nationen beschließen die Freigabe von 1,5 Milliarden aus dem eingefrorenen Auslandsvermögen des Regimes des ehemaligen libyschen Diktators Gaddafi. Mit dem Geld soll eine humanitäre Krise in Libyen verhindert werden. Die Entscheidung fiel auf Druck der USA. Das Geld solle auch die finanzielle Position der Rebellenführung stärken und Libyens Wiederaufbau nach monatelangen schweren Kämpfen unterstützen, hieß es in New York.

+++ 23.00 Aufständische kontrollieren Stadtteil Abu Salim in Tripolis +++
Nach heftigen Kämpfen in der libyschen Hauptstadt Tripolis zwischen Rebellen und Kämpfern des langjährigen Machthabers Gaddafi nehmen die Aufständischen den Stadtteil Abu Salim ein. Das Viertel galt als eine der letzten Hochburgen des untergetauchten Gaddafi. Es liegt in der Nähe des am Dienstag von den Rebellen eingenommenen Gaddafi-Hauptquartiers Bab el Asisija.

+++ 21.55 Gräueltaten auf beiden Seiten +++
In Tripolis und anderen Landesteilen Libyens mehren Hinweise auf Gräueltaten beider Seiten. Im Bezirk Mitiga werden die Leichen von 17 Rebellen gefunden, die nach Angaben von Ärzten gefoltert und dann getötet wurden. Zudem werden im Zentrum der Hauptstadt zwei Leichen von Gaddafi-Kämpfern entdeckt, deren Hände auf dem Rücken zusammengebunden waren.

+++ 19.50 Übergangsrat tagt in Tripolis +++
Der Übergangsrat in Libyen setzt ein Zeichen: Die ersten Minister ziehen in die Hauptstadt ein. In seiner ersten Sitzung zeigt sich der Rat entschlossen, kein Machtvakuum aufkommen zu lassen. Ölminister Al-Tarhuni bezeichnete die Ankunft in Tripolis als "historischen Moment".

+++ 17.50 Neue Audio-Botschaft +++
Muammar Gaddafi wendet sich in einer neuen Audio-Botschaft ans Volk. Libyen gehöre nicht den fremden Mächten, so Gaddafi. Jetzt sollten auch "Frauen und Kinder" am Kampf teilnehmen und all jene aus der Hauptstadt vertreiben, die "Schande gebracht" hätten.

+++ 16.20 Rebellen: Haben Gaddafi eingekreist +++
Libysche Rebellen glauben, Gaddafi eingekreist zu haben. Der untergetauchte Diktator sei in einem Wohnkomplex nahe seines Militärhauptquartiers aufgespürt worden. Andere Rebellenführer vermuten Gaddafi außerhalb der Hauptstadt Tripolis.

+++ 15.41 Heftige Kämpfe nahe Gaddafi-Residenz - Gerüchte um Aufenthalt +++
In der Nähe der von Rebellen gestürmten Residenz Gaddafis in Tripolis wird heftig gekämpft. Unklar ist, ob sich Gaddafi und möglicherweise seine Familie dort aufhalten. Nach einem Bericht des Nachrichtensenders Al-Dschasira gibt es in der Stadt Gerüchte, Gaddafi sei von den Rebellen aufgespürt worden.

+++ 15.18 Hinweise auf Exekutionen von Wehrlosen +++
Bei den Kämpfen in Libyen mehren sich die Anzeichen für willkürliche Exekutionen wehrloser Gegner. Die Leichen von über 30 Männern, die höchstwahrscheinlich zu Gaddafis Truppen gehörten, seien in einem Feldlager im Zentrum von Tripolis gefunden worden, berichtet ein Reuters-Reporter. Die Körper seien von Kugeln durchsiebt worden. Bei mindestens zweien seien die Hände mit Kabelbindern gefesselt gewesen. Fünf der Toten seien in einem Feldlazarett gefunden worden. Einer lag in einem Krankenwagen, in seinem Arm befand sich eine Nadel, über die ihm intravenös eine Flüssigkeit zugeführt worden war.

In ein Krankenhaus in Tripolis wurden die Leichen von 17 Zivilisten eingeliefert, die nach Angaben einer britischen Helferin von Gaddafi-Kämpfern exekutiert wurden. "Diese Jungs wurden vor zehn Tagen verhaftet", sagte Kirsty Campbell vom Internationalen Ärzte-Korps. Rebellen hätten die Leichen in Bab al-Asisija gefunden, dem militärischen Areal mit dem Wohnsitz Gaddafis. "Diese Jungs wurden dort mit Schüssen hingerichtet", sagte Campbell. Ihr sei berichtet worden, es seien noch mehr Leichen Erschossener dort gefunden worden.

+++ 14.27 "Gaddafi 150 km westlich von Tripolis" +++
Aufständische in Libyen glauben, Gaddafi auf der Spur zu sein. "Gaddafi ist nicht in Tripolis. Er ist an einem Ort ungefähr 150 Kilometer von Tripolis entfernt mit einem seiner Söhne", sagt Atman Ibrahim Mleita, Kommandeur der Rebelleneinheit al-Karkar im Westen der Hauptstadt. Weitere Angaben macht er nicht. Östlich des Hafens von Tripolis gebe es weiter Widerstand von Gaddafi-Anhängern. Am Abend wollen Rebellenkämpfer nach seinen Angaben einen größeren Angriff auf die Regimekräfte unternehmen.

+++ 14.13 Italien gibt Geld frei, will Gas und Benzin liefern +++
Italien will zur Unterstützung der libyschen Übergangsregierung einen Teil der eingefrorenen Gaddafi-Gelder freigeben. Das kündigte Regierungschef Berlusconi bei einem Treffen mit dem Chef der libyschen Übergangsregierung, Dschibril, an. Seine Regierung werde eine erste Tranche von 350 Millionen Euro an das "neue Libyen" freigeben. Außerdem soll der italienische Energiekonzern Eni bald eine Vereinbarung unterschreiben, um die Bevölkerung mit dem notwendigen Gas und Benzin zu versorgen.

+++ 13.08 Ärzte ohne Grenzen: Krankenhäuser in Tripolis voller Verwundeter +++
Die Krankenhäuser in der libyschen Hauptstadt Tripolis sind nach Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen mit Verwundeten überfüllt. Fast alle hätten Schussverletzungen. "In den Krankenhäusern, die ich seit dem Beginn der Auseinandersetzungen besucht habe, spielten sich oft chaotische Szenen ab", berichtet Einsatzleiter Jonathan Whittall.

+++ 12.16 Medien: Italienische Journalisten wieder frei +++
Vier am Mittwoch in Libyen entführte italienische Journalisten sind wieder frei, melden italienische Medien. Die beiden Medienvertreter der Mailänder Zeitung "Corriere della Sera" sowie deren Kollegen von "La Stampa" und "Avvenire" seien bereits in einem Hotel in Tripolis, berichtete der italienische TV-Sender "SkyTg24". Zuvor hatte bereits die "Corriere della Sera" mitgeteilt, dass es den Befreiten gut gehe

+++ 11.57 Rebellen: 20.000 Häftlinge befreit +++
Die libyschen Rebellen haben nach eigenen Angaben bei ihrem Vordringen in Tripolis etwa 20.000 politische Häftlinge befreit. Die Aktion habe am Mittwoch im Stadtteil Bu Salim stattgefunden, berichtete der in Doha ansässige Nachrichtensender Al-Dschasira.

+++ 11.50 Libyscher Botschafter verlässt Deutschland +++
Der libysche Botschafter in Berlin hat Deutschland verlassen. Jamal Ali Omar El-Baraq "hält sich nach unseren Erkenntnissen derzeit nicht in Deutschland auf", sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes. Aus Ministeriumskreisen hieß es, die libysche Botschaft habe El-Baraq beim Auswärtigen Amt zu einer "Auslandsreise" abgemeldet.

+++ 10.54 NATO hilft bei Suche nach Gaddafi +++
Die NATO hilft den libyschen Rebellen nach Angaben des britischen Verteidigungsministers Fox bei der Jagd nach Machthaber Gaddafi. Die Allianz biete dem Nationalen Übergangsrat der Rebellen "Geheimdienstinformationen und Ausrüstung zur Aufklärung", sagte Fox.

+++ 10.36 Ex-Zentralbankchef: Gaddafi hat Milliarden an Goldreserven +++
Der libysche Diktator Gaddafi verfügt nach Angaben seines früheren Zentralbankchefs über Goldreserven in Milliardenhöhe und könnte diese einsetzen wollen, um Chaos zu säen. Das sagte Farhat Bengdara der "Corriere della Sera". Aus seiner Sicht könnte Gaddafi einen Teil des Goldes im Wert von insgesamt zehn Milliarden Dollar mit auf die Flucht genommen haben, auch um einige libysche Stämme und Milizen zu bestechen und für seinen Schutz zu gewinnen.

+++ 09.30 USA drängen UNO, Milliarden für Libyen freizugeben +++
Die USA drängen den UN-Sicherheitsrat zur Freigabe von 1,5 Milliarden Dollar libyscher Gelder, die durch eine UN-Resolution eingefroren wurden. Das teilt die US-Botschaft in Berlin auf Twitter mit.

+++ 08.00 Einwohnerin: Tripolis ist voller Scharfschützen +++
Eine Einwohnerin der Hauptstadt Tripolis warnt davor, auf die Straße zu gehen: "Bitte bleibt zuhause, in Sicherheit, denn die Stadt ist voller Scharfschützen", sagt Maram Wafa dem arabischen Nachrichtensender Al-Dschasira.

+++ 05.17 Ranghoher Geheimdienst-Offizier läuft zu Rebellen über +++
Nach der Eroberung der Hauptstadt Tripolis durch die Rebellen laufen immer mehr Vertraute des langjährigen Machthabers Gaddafi zu den Aufständischen über. Die Nummer Zwei des libyschen Geheimdienstes, Chalifah Mohammad Ali, erklärte im Fernsehsender Al-Arabija, er stelle seine Dienste der Revolution vom 17. Februar zur Verfügung. Zugleich rief er alle weiteren Geheimdienstmitarbeiter und Soldaten auf, seinem Beispiel zu folgen. Auch Gaddafis Gesundheitsminister Mohammed Hidschasi wechselte die Seiten und begründete den Schritt mit der Eroberung der Hauptstadt. Trotz dieses Erfolgs ermahnte er die Aufständischen zur Vorsicht vor "Tricks und Taktiken" des Gaddafi-Regimes.

+++ 03.32 Südafrika sperrt sich gegen Freigabe libyscher Gelder +++
Südafrika verweigert zunächst die Freigabe eingefrorener libyscher Bankguthaben. Bei Verhandlungen mit den USA und anderen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrates in New York fordert der südafrikanische UN-Botschafter Baso Sangqu, die Entscheidung der Afrikanischen Union über eine Anerkennung des Nationalen Übergangsrates der libyschen Rebellen abzuwarten. Die AU werde bereits am Donnerstag zusammenkommen, um zu entscheiden, ob sie den Übergangsrat als Vertreter Libyens anerkenne oder nicht. "Wir bitten nur um etwas Zeit."

+++ 01.03 Rebellen wollen fünf Milliarden Dollar für humanitäre Hilfe+++
Nach der Machtübernahme in der  Hauptstadt Tripolis fordern die libyschen Rebellen die internationale  Gemeinschaft zur Freigabe von fünf Milliarden US-Dollar für humanitäre Zwecke auf. Die Summe  könne aus den in aller Welt eingefrorenen libyschen Staatsgeldern  bestritten werden, sagt ein Vertreter der Aufständischen beim Treffen der sogenannten Libyen-Kontaktgruppe in Doha.  Nach seinen Worten erfuhr der Vorschlag bei der Zusammenkunft Zustimmung.

+++ 00.24 Gaddafi-Kämpfer attackieren Suara +++
Kämpfer des libyschen Machthabers Gaddafi greifen nach Angaben der Rebellen die westlibysche Stadt Suara an. Gaddafis Truppen hätten die Stadt umstellt und bombardiert, sagt der Koordinator der militärischen Aktionen der Rebellen in der Region Senten, Abdu Salem. "Die Rebellen haben seit drei Tagen die Kontrolle über das Zentrum von Suara." Seitdem werde die Stadt von den regierungstreuen Kämpfern bombardiert. Die Küstenstadt Suara liegt an der strategisch wichtigen Straße, die die libysche Hauptstadt Tripolis mit der tunesischen Grenze verbindet.

25. August 2011

+++ 23.11 Schwere Kämpfe am Flughafen Tripolis +++
In der Nähe des internationalen Flughafens der libyschen Hauptstadt Tripolis brechen nach Angaben der Aufständischen in der Nacht schwere Gefechte aus. Dabei seien unter anderem Grad-Raketen zum Einsatz gekommen. CNN berichtet, auf dem Flughafen sei eine Maschine getroffen worden und in Flammen aufgegangen.

+++ 21.27 Libyscher Botschafter setzt sich ab +++
Der bisherige libysche Botschafter in Berlin, Jamal Ali Omar El-Baraq, hat Deutschland laut einem Medienbericht verlassen. Wie die "Financial Times"  berichtet, setzt er sich ins Ausland ab. Ein Nachfolger für den Diplomaten, der sich bis zuletzt nicht von Machthaber Gaddafi distanziert hatte, ist noch nicht akkreditiert. Das Auswärtige Amt hat keine Erkenntnisse über seinen Verbleib, teilt das Ministerium mit.

+++ 20.40 Vier Journalisten entführt +++
Wie das italienische Außenministerium mitteilt, sind vier italienische Journalisten in Libyen entführt worden. Es handelt sich um zwei Journalisten des "Corriere della Sera" sowie um je einen Vertreter der katholischen Zeitung "Avvenire" und von "La Stampa". Getreue von Diktator Gaddafi hätten die Journalisten auf dem Weg nach Tripolis angehalten und ihren Fahrer erschossen, teilt einer der Entführten per Telefon mit.

+++ 19.52 Libyen-Konferenz am 1. September +++
Der französische Präsidenten Nicolas Sarkozy kündigt für den 1. September eine große Libyen-Aufbaukonferenz in Paris an. "In voller Übereinstimmung mit (dem britischen Regierungschef) David Cameron haben wir beschlossen, eine große internationale Konferenz zugunsten des freien Libyens von morgen einzuberufen - um zu zeigen, dass wir uns nun mit der Zukunft befassen", erklärt Sarkozy nach einer Unterredung mit Rebellenchef Mahmud Dschibril im Élyseepalast.

+++ 19.18 Pentagon: Senfgasvorräte unter Kontrolle +++
Die US-Regierung versichert, dass alle derzeit in dem Land vorhandenen Massenvernichtungswaffen "gesichert" seien. Dies betreffe insbesondere Senfgasvorräte der Regierung von Machthaber Gaddafi in einer Größenordnung von mehr als zehn Tonnen. Sorgen bereite dem Pentagon allerdings ein Standort mit hunderten Raketenwerfern.

+++ 18.24 Botschafter schließen sich Rebellen an +++
Angesichts der weitgehenden Eroberung von Tripolis durch die libyschen Rebellen sagen sich immer mehr Botschafter von Machthaber Muammar al-Gaddafi los. Diplomaten in Argentinien, Bosnien, Mexiko, den Philippinen und Simbabwe quittieren ihren Dienst für Gaddafi und versichern, den Nationalen Übergangsrat der Rebellen anzuerkennen. Auf den Botschaftsgebäuden ersetzt die Fahne der Rebellen die grüne Flagge des Gaddafi-Regimes.

+++ 17.07 Journalisten aus Hotel befreit +++
Die von Gaddafi-Milizen in einem Hotel in Tripolis festgehaltenen ausländischen Journalisten sind nach einem Bericht des US-Senders CNN wieder frei. Die Reporter haben das Hotel demnach bereits verlassen.

+++ 16.04 Rebellen warnen Ausländer vor Entführern +++
Ein libyscher Rebellenführer warnt Journalisten und Diplomaten in Tripolis vor Entführern aus den Reihen des Gaddafi-Regimes. Die Aufständischen hätten erfahren, dass verbliebene Einheiten des Regimes angewiesen seien, Ausländer als Druckmittel zu verschleppen, sagt der Anführer einer Rebellenmiliz im Westen der Hauptstadt, wo es weiter Schießereien gibt.

+++ 15.10 Rebellen: Wir kontrollieren 95 Prozent von Libyen +++
Nach Angaben eines Offiziers der Rebellen hat Gaddafi die Kontrolle über 95 Prozent von Libyen verloren.

+++ 14.52 London will libysches Vermögen bald freigeben +++
Großbritannien will die Freigabe von eingefrorenem libyschen Vermögen für den Wiederaufbau des Landes vorantreiben. Die britische Regierung sei sowohl an militärischen als auch an humanitären Bemühungen in Libyen "aktiv beteiligt", sagt Außenminister Hague.

+++ 14.09 Mehr als 400 Tote in Tripolis +++
Beim Kampf um Tripolis kommen nach offiziellen Angaben bislang 435 Menschen ums Leben. Mehr als 2000 Menschen seien verletzt worden. Alle Krankenhäuser in der Stadt würden von Bewaffneten geschützt.

+++ 12.58 EU-Hilfe läuft an +++
Die Europäische Union kann ab sofort humanitäre Hilfe für die Bevölkerung Libyens leisten. "Wir sind bereit", heißt es in Brüssel. In den vergangenen Monaten seien erhebliche Lager von Hilfsgütern in dem von Rebellen kontrollierten Osten des Landes angelegt worden. Diese könnten nun schnell an Ort und Stelle geschafft und eingesetzt werden.

+++ 12.04 Kronprinz liebäugelt mit Rückkehr +++
Der libysche Thronfolger Mohammed al-Senussi kann sich eine Rückkehr in sein Heimatland vorstellen. "Zu sehen, wie die Freiheitsflagge über Tripolis weht, macht mich unglaublich glücklich und stolz auf mein Volk", sagt der 48-Jährige der "Zeit". Wenn die Menschen es wollten, sei er "bereit zu dienen". Darüber müsse aber das Volk entscheiden.

+++ 11.14 Wahlen in acht Monaten +++
Der Nationale Übergangsrat will in acht Monaten Parlaments- und Präsidentschaftswahlen abhalten. Gewünscht sei eine "demokratische Regierung" und eine "gerechte Verfassung". Das "neue Libyen" soll auf den "Prinzipien von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit" aufgebaut sein.

+++ 10.03 Gaddafi: Bin durch Tripolis spaziert +++
Der gestürzte Herrscher Gaddafi will nach eigenen Angaben unerkannt durch Tripolis spaziert sein. In einer Audiobotschaft spricht er von einer "unerkannten Tour durch die Hauptstadt". Einer Gefahr sei er dabei nicht begegnet. Die Rebellen äußern sich nicht dazu.

+++ 08.30 Gaddafi-Anhänger flüchten +++
Arabische TV-Sender berichten über die Flucht von Gaddafis Einheiten nach Tunesien. Im Gegenzug würden libysche Flüchtlinge aus Tunesien wieder zurück nach Libyen einreisen.

+++ 06.50 Gaddafi ruft zu den Waffen +++
Der gestürzte Machthaber Gaddafi ruft die Einwohner von Tripolis dazu auf, die Hauptstadt von den Rebellen "zu säubern". Er habe sich in Tripolis umgesehen und nicht das Gefühl, dass die Stadt in Gefahr sei, so Gaddafi weiter.

+++ 04.55 China: UN soll Wiederaufbau koordinieren +++
Libyens Wiederaufbau soll nach den Vorstellungen Chinas von den Vereinten Nationen angeführt und koordiniert werden. Damit solle vermieden werden, dass allein westliche Staaten vom Wiederaufbau profitierten.  

+++ 03.28 Gaddafi soll in Libyen vor Gericht +++
Dem einstigen Revolutionsführer Muammar Gaddafi soll im Falle seiner Festnahme zunächst in Libyen der Prozess gemacht werden, bevor er an den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag ausgeliefert wird. Dies erklärt ein Sprecher des Nationalen Übergangsrats der Rebellen. Man gehe davon aus, dass Gaddafi noch im Land sei.          

+++ 02.12 Gaddafi will Libyen in einen Vulkan verwandeln +++
Die libysche Regierung droht den Rebellen mit einem langen Kampf. Der Bürgerkrieg werde noch Monate, wenn nicht sogar Jahre andauern, sagt ein Gaddafi-Sprecher. Die Rebellen-Anführer würden keinen Frieden finden, wenn sie nach Tripolis kämen. Die Truppen der Regierung würden Libyen notfalls in einen Vulkan verwandeln.         

+++ 01.47 Rund 400 Tote beim Kampf um Tripolis +++
Die Rebellen geben die Zahl der Toten bei der Eroberung von Tripolis mit mehr als 400 an. Mindestens 2000 Menschen seien zudem verletzt worden, erklärt ein Sprecher der Aufständischen.

+++ 01.25 Gaddafi spricht von taktischen Manövern +++
Der einstige Machthaber Muammar Gaddafi meldet sich in einer Radioansprache zu Wort und bezeichnet den Rückzug aus dem umkämpften Regierungskomplex Bab al-Asisija als ein taktisches Manöver. Das Anwesen sei nach mehr als 60 NATO-Luftangriffen vollständig zerstört. Gaddafi erklärt, er werde weiterkämpfen bis zum Sieg oder bis zu seinem Tod.       

24. August 2011

+++ 22.26 USA stellen eine Milliarde Dollar bereit +++
Das US-Außenministerium kündig die Freigabe eingefrorener libyscher Staatgelder an. "Wir arbeiten mit Hochdruck daran, noch in dieser Woche zwischen einer und anderthalb Milliarden Dollar aus Libyen in den USA freizugeben", teilt eine Ministeriumssprecherin mit. Das Geld solle für "humanitäre Zwecke" zur Verfügung gestellt werden.

+++ 21.59 Ban ruft zu Versöhnung auf +++
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon appelliert an die Aufständischen, auf Repressalien gegen libysche Regierungstruppen zu verzichten. In einem Telefonat mit Rebellenchef Mustafa Abdel Dschalil fordert er einen Versöhnungsprozess "unter Einschluss aller Parteien". Dschalil habe ihm zugesichert, dass der Nationale Übergangsrat dies ernst nehmen werde.

+++ 21.03 Sarkozy: Kampf bis zum Sturz Gaddafis +++
Frankreich und die USA wollen die Aufständischen in Libyen bis zum endgültigen Sieg über das Regime von Muammar al-Gaddafi aktiv unterstützen. "Solange Gaddafi und sein Clan die Waffen nicht niedergelegt haben, werden die militärischen Anstrengungen fortgesetzt", lässt Sarkozy nach einem Telefongespräch mit US-Präsident Barack Obama mitteilen. Beide seien sich einig in der Einschätzung, dass das Ende des Regimes "unausweichlich und nah" sei.

+++ 20.15 Gaddafi unauffindbar +++
Die libyischen Rebellen finden in der Residenz von Muammar Al-Gaddafi keine Spur von dem Diktator. Auch seine Söhne sind nicht anwesend. "Keiner weiß, wo sie sind", erklärt ein Sprecher der Rebellen.

+++ 19.32 Rebellen plündern Waffenkammern +++
Nach der Eroberung der Gaddafi-Residenz öffnen die Rebellen die Waffenkammern in dem Komplex. Die Nachrichtensender CNN und Al-Dschasira zeigen Bilder von Aufständischen, die Waffen und Munition aus der Anlage tragen. Wertsachen seien kaum geplündert worden, meint eine CNN-Reporterin. Allerdings zeigt Al-Dschasira Bilder eines Rebellen, der ein vergoldetes Kalaschnikow-Sturmgewehr erbeutet hatte.

+++ 18.58 Gaddafis Kämpfer fliehen +++
Die Rebellen erbeuten nach Angaben eines Al-Dschasira-Reporters zahlreiche Waffen, die fliehende Gaddafi-Soldaten zurücklassen. Auf live-Bildern ist zu sehen, wie Rebellen offensichtlich eine vergoldete goldene Gaddafi-Maske hin und her kicken.

+++ 18.27 Kämpfer hissen Rebellenfahne +++
Rebellenkämpfer hissen ihre Flagge auf der Residenz Gaddafis in der gestürmten Anlage Bab al-Asisija, teilen Sprecher der Aufständischen mit. Bei der Erstürmung seien zwölf Aufständische getötet worden.

+++ 18.11 Rebellen nehmen weite Teile der Residenz ein +++
Rebellenkämpfer innerhalb der Residenz von Muammar al-Gaddafi feiern nach Angaben des arabischen Nachrichtensenders Al-Dschasira den Sturm der Gaddafi-Residenz mit Freudenschüssen. Der Sender zitiert eine Rebellen-Sprecherin, inzwischen seien 70 Prozent der riesigen Anlage Bab al-Asisija unter Kontrolle. Von unabhängiger Seite sind diese Angabe bisher nicht bestätigt worden.

+++ 17.25 Rebellen kontrollieren Zugang zu Residenz +++
Im Kampf um die Residenz von Gaddafi in Tripolis ergeben sich nach Rebellenangaben erste Kämpfer der Regierungstruppen. Die Männer seien abgeführt worden, teilen die Aufständischen mit. Rebellen seien zudem in Teile der Anlage Bab al-Asisija eingedrungen. Sie kontrollierten einen der Zugänge zu der Residenz, teilt Oberst Ahmed Omar Bani mit. Von unabhängiger Seite können diese Angaben nicht bestätigt werden.

+++ 17.21 Rebellen nehmen Bin Dschawad ein +++
Die Aufständischen in Libyen nehmen nach eigenen Angaben in blutigen Kämpfen auch die strategische wichtige Küstenstadt Bin Dschawad ein. Damit stehen die Truppen 30 Kilometer vor Sirte, der Heimatstadt von Muammar al-Gaddafi. Bei den Kämpfen um Bin Dschawad habe es 700 Tote gegeben.

+++ 16.32 Rebellen dringen in Residenz ein +++
Rebellen brechen nach einem Bericht des Fernsehsender Al-Arabija das erste Tor zum Gelände des Wohnkomplexes Gaddafis in Tripolis auf.

+++ 16.22 NATO lehnt Luft-Unterstützung ab +++
Die NATO lehnt es ab, die Rebellen im Kampf gegen Gaddafi gezielt aus der Luft zu unterstützen. "Wir bieten keine Luftunterstützung", sagt der NATO-Militärsprecher Roland Lavoie. "Wir stehen auch nicht in direktem Kontakt mit den Rebellen, um irgendwelche Angriffe zu koordinieren."

+++ 15.54 Rebellen rücken auf Gaddafis Heimatstadt vor +++
Die libyschen Rebellen setzen an der östlichen Front ihren Vormarsch auf Sirte fort. Einheiten näherten sich von Osten her der Heimatstadt von Machthaber Gaddafi und dürften am Abend den Ölhafen Ras Lanuf erreichen, sagt Rebellensprecher Sawiwa. Sirte liegt rund 200 Kilometer westlich von Ras Lanuf.

+++ 15.28 Rebellen: Residenz wird bald gestürmt +++
Die Aufständischen in Libyen rücken nach schweren Gefechten weiter auf die Residenz von Gaddafi vor. Kämpfer seien bis unmittelbar an die Außentore der Anlage Bab al-Asisija gelangt, berichten die Aufständischen. Von zwei Seiten aus rückten Rebelleneinheiten an, um in den kommenden Stunden eine Erstürmung der Residenz zu versuchen.

+++ 15.15 Rebellen: Bisher 2000 Tote +++
Beim Kampf um Tripolis sind nach unbestätigten Informationen der libyschen Rebellenführung bisher bis zu 2000 Menschen getötet worden. Genauere Angaben zu den Opfern beider Seiten gebe es aber noch nicht, sagt Schamseddin Abdulmola, ein Sprecher des Übergangsrates. Von unabhängiger Seite gibt es für die Opferangaben bisher keine Bestätigung.

+++ 14.47 Deutschland gibt die ersten Millionen +++
Der Übergangsrat der Rebellen soll innerhalb der nächsten Tage aus Deutschland das erste Geld aus einem Regierungsdarlehen über insgesamt 100 Millionen Euro erhalten. Dies kündigt Außenminister Westerwelle an. Zur Begründung sagt der FDP-Politiker: "Das Land darf jetzt nicht in der Zeit nach Gaddafi in Chaos versinken, sondern muss zurückfinden zu geordneten Verhältnissen."

+++ 14.16 TV: Gaddafis Residenz eingekreist +++
Der Fernsehsender Al-Dschasira berichtet, der Gebäudekomplexes Bab Al-Asisija sei von den Rebellen eingekreist worden. Es wird vermutet, dass Gaddafi sich dort aufhält. Sicher ist dies allerdings nicht.

+++ 13.53 Ärzte: Medikamente gehen aus +++
In den Krankenhäusern in Tripolis und Umgebung spitzt sich die Lage nach Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen deutlich zu. "Einigen Krankenhäusern sind lebensrettende Medikamente und medizinisches Material ausgegangen", teilt Nothilfekoordinator Whittal mit. "Es gibt Probleme mit der Stromversorgung und zu wenig Treibstoff für Krankenwagen und wichtige medizinische Geräte."

+++ 13.34 Türkei will Geld freigeben +++
Der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu fordert eine Freigabe der international eingefrorenen libyschen Staatsgelder als Hilfe für das Land. Eine solche Entscheidung solle noch vor dem Ende des Fastenmonats Ramadan in der kommenden Woche getroffen werden, sagt Davutoglu. Die militärische Unterstützung gehe weiter, bis libysche Truppen vollständige Sicherheit hergestellt haben. "Natürlich auch durch den Einsatz der NATO", sagt Davutoglu.

+++ 13.18 Rebellen verstärken Angriffe auf Residenz+++
Die Rebellen in Tripolis führen einen massiven Angriff auf die Residenz von Gaddafi. Rings um die Residenz im Stadtteil Bab el Asisija ist andauernder und heftiger Gefechtslärm zu hören. Rauchsäulen stehen über dem Gelände. Die Stadt wird von Flugzeugen überflogen.

+++ 13.01 NATO dementiert nächtliche Angriffe +++
Die NATO bestreitet, dass ihre Flugzeuge in der Nacht das Anwesen Gaddafis im Stadtteil Bab Al-Asisija angegriffen haben. "Wir haben das Gelände nicht bombardiert", sagt ein Militärsprecher. Das Bündnis habe aber von Freitag bis Sonntag Flugblätter über Tripolis abgeworfen. Darin seien die Gaddafi-treuen Soldaten aufgefordert worden, die Kämpfe einzustellen. Es habe auch entsprechende Aufrufe gegeben, die auf Radiofrequenzen ausgestrahlt worden seien.

+++ 12.47 Iran warnt Rebellen +++
Der Iran warnt die Rebellen davor, nach einem Sieg ausländische Kräfte ins Land zu lassen. "Iran beglückwünscht das muslimische Volk Libyens zu den jüngsten Entwicklungen, appelliert aber auch an es, die Hegemonial-Mächte davon abzuhalten, in das post-revolutionäre Libyen einzugreifen", teilt das iranische Außenministerium mit. Das Ministerium hoffe, dass die Revolution in Libyen zu Unabhängigkeit und nationaler Einigkeit führe. Gleichzeitig sei Teheran bereit, seine eigenen Erfahrungen mit der Islamischen Revolution von 1979 an das libysche Volk in der Post-Gaddafi-Ära weiterzugeben.

+++ 12.28 Schwere Gefechte in Tripolis +++
In Tripolis gibt es erneut heftige Kämpfe rund um die Residenz von Gaddafi. Es  sind Raketen und schwerer Artilleriebeschuss zu hören. Das nahegelegene Rixos-Hotel, in dem ausländischen Journalisten untergebracht sind, wird von einer schweren Explosion in der Nähe erschüttert, was Panik unter den Reportern auslöst.

+++ 12.14 Libyens Botschafter in Rom sieht "klaren Weg" +++
Einen "klaren Weg" in die Zukunft sieht der libysche Botschafter in Rom, Hafed Gaddur, nach einer völligen Befreiung seines Landes von der Diktatur voraus. "Es wird dann sogleich eine provisorische Regierung eingesetzt", sagt der auf der Seite der Rebellen stehende Botschafter.

+++ 11.45 Kroatischer Ex-Präsident: Gaddafi zu Rücktritt bereit +++
Libyens Machthaber Gaddafi  ist nach Angaben des kroatischen Ex-Präsidenten Stipe Mesic unter Bedingungen zu einem Rücktritt bereit. Gaddafi habe ihm in einer "persönlichen mündlichen Botschaft" mitgeteilt, er werde sich komplett aus dem politischen und öffentlichen Leben zurückziehen,  wenn die NATO ihre Luftangriffe einstelle, erklärt Mesic.

+++ 11.25 TV: Gaddafi-Sohn von Regime-Truppen befreit +++
Der von libyschen Rebellen unter Hausarrest gestellte Gaddafi-Sohn Mohamed ist einem Fernsehbericht zufolge von Truppen des Regimes befreit worden. Regierungseinheiten seien dem am Vortag in seinem Haus in Tripolis umstellten Mohamed al-Gaddafi zur Hilfe gekommen, berichtet der arabische Sender Al-Arabija unter Berufung auf Rebellenkreise in Bengasi.

+++ 11.10 US-Politiker: Lockerbie-Attentäter ausliefern +++
Mehrere US-Politiker fordern den Nationalen Übergangsrat zur Auslieferung des wegen des Lockerbie-Anschlags verurteilten Abdelbaset el Megrahi auf. Der Drahtzieher des Anschlags auf die  Pan-Am-Passagiermaschine über dem schottischen Lockerbie im Jahr 1988 müsse  festgenommen und ausgeliefert werden, damit es "endlich Gerechtigkeit" geben könne, erklärt der republikanische Präsidentschaftsbewerber Mitt Romney. Ihm schließen sich zahlreiche Senatoren an.

+++ 10.53 Ölpreis steigt leicht +++
Wegen der anhaltenden Kämpfe steigt der Ölpreis wieder. Die Nordsee-Sorte Brent verteuert sich um 0,4 Prozent auf 108,78 Dollar pro Fass, der Preis für US-Leichtöl legt um 1,6 Prozent auf 85,74 Dollar je Barrel zu.

    +++ 10.41 Ölkonzerne bereiten Rückkehr vor++
Internationale Ölkonzerne bereiten sich auf die Wiederaufnahme ihrer Förderung in Libyen vor. Bis die Anlagen wieder vollständig in Betrieb genommen werden können, dürfte aber noch viel Zeit ins Land gehen. Die Konzerne leiten erste Schritte ein, um ihre Anlagen zu schützen, die Schäden zu beurteilen und die Erdölförderung - das Herzstück der libyschen Wirtschaft - allmählich wieder aufzunehmen.

+++ 10.18 Kontaktgruppe trifft sich +++
Dem US-Außenministerium zufolge ist für Donnerstag ein Treffen der  Libyen-Kontaktgruppe in Istanbul geplant, um die weiteren Schritte  zu koordinieren. UN-Generalsekretär Ban kündigt zudem für Donnerstag oder Freitag ein internationales Gipfeltreffen zu Libyen  in New York an.

+++ 09.51 China verlangt Schutz für Investitionen +++
China fordert die libyschen Rebellen auf, seine Investitionen nach einer Machtübernahme zu schützen. Die Regierung in Peking hoffe, dass Libyen nach einer Rückkehr zu Stabilität die Interessen und Rechte der chinesischen Investoren respektiere, sagt ein Sprecher des chinesischen Handelsministeriums. Denn China wolle die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Libyen fortsetzen.

+++ 09.22 Grüne: Bundeswehreinsatz prüfen +++
Grünen-Chefin Roth spricht sich dafür aus, einen möglichen Antrag des libyschen Übergangsrates auf militärische Unterstützung zur Stabilisierung des Landes "sehr konstruktiv" zu prüfen. Derzeit sei es für eine Entscheidung über eine Bundeswehrbeteiligung an einem Einsatz der Vereinten Nationen zur Absicherung des zivilen Wiederaufbaus aber viel zu früh, sagt die Parteivorsitzende. Allerdings habe Deutschland "auch viel zu tun, die eigene Glaubwürdigkeit wieder herzustellen".

+++ 08.50 Börsianer blicken auf Öl-Aktien +++
Börsianer gehen davon aus, dass Ölwerte weiterhin von der Entwicklung in Libyen profitieren dürften. Mit einer neuen Regierung könnten sich die Bedingungen für die Ölunternehmen wieder verbessern, nachdem das Land wegen des Bürgerkrieges nahezu vollständig als Öllieferant ausgefallen war. Mitarbeiter verschiedener Konzerne seien bereits vor Ort, um die Produktion wieder in Gang zu bringen. Ganz vorn dabei: die italienische ENI als größte ausländische Ölgesellschaft in Libyen.

+++ 08.20 Rebellen bekommen Verstärkung +++
Bei ihrem Kampf um die Kontrolle der libyschen Hauptstadt Tripolis erhalten die Rebellen weitere Verstärkung aus Misrata. Mehrere Schiffe mit Hunderten bewaffneten Kämpfern erreichen Tripolis über den Seeweg. Weitere Verstärkung ist angefordert.

+++ 06.40 Kämpfe außerhalb von Tripolis +++
Rund 80 Kilometer westlich von Tripolis liefern sich Rebellen und Gaddafi-Truppen heftige Gefechte. Die Kämpfe konzentrieren sich auf die Stadt Al-Odschailat. Dort hatte es kürzlich eine Pro-Gaddafi-Demonstration gegeben.

+++ 02.12 Saif al-Islam ist frei +++
Gaddafis Sohn Saif al-Islam ist auf freiem Fuß. Er zeigt sich im Hotel "Rixos", in dem zahlreiche ausländische Journalisten wohnen. Zuvor hatte es geheißen, die Rebellen hätten Saif al-Islam festgenommen.

+++ 00.33 NATO bombardiert Gaddafi-Anwesen +++
NATO-Kampfflugzeuge bombardieren in den frühen Morgenstunden das Anwesen von Gaddafi, wie der TV-Sender Al-Arabija unter Berufung auf Rebellenkreise berichtet. Ob Gaddafi sich in der Festung Bab Al-Asisija noch aufhält, blieb unklar.

23. August 2011

+++ 23.33 Mohammed Gaddafi geflohen +++
Mohammed, einer der beiden am Sonntag von den Rebellen in Tripolis gefangengenommenen Söhne Gaddafis, ist geflüchtet. Er sei seinen Bewachern entkommen, bestätigten die Aufständischen in Bengasi. Mohammed war ebenso wie Gaddafis zweitältester Sohn Seif el Islam bei der Blitzoffensive der Rebellen festgenommen worden.

+++ 21.04 Obama hofft auf Demokratie +++
US-Präsident Barack Obama hofft auf einen raschen Aufbau der Demokratie in Libyen. "Die Rechte aller Libyer müssen respektiert werden", fordert Obama in einer von den großen amerikanischen TV-Sendern ausgestrahlten Audio-Botschaft. Die USA seien bereit, dabei als "Freund und Partner" zur Seite zu stehen.

+++ 19.40 Rebellen erwarten NATO-Luftschläge +++
Die Aufständischen rechnen mit einem NATO-Luftangriff auf die in der Residenz von Muammar al-Gaddafi verschanzten Truppen des libyschen Regimes. Der arabische TV-Nachrichtensender Al Arabija berichtet, nach Sonnenuntergang würden Kampfjets die Mauern der Anlage bombardieren. In der Residenz halten nach früheren Angaben der Rebellen mehrere hundert afrikanische Söldner die Stellung. Ein Überläufer soll zudem berichtet haben, dass sich auch der Gaddafi-Sohn Mutassim Billah al-Gaddafi noch dort aufhalte.

+++ 18.47 Pentagon: Gaddafi noch in Libyen +++
Der libyische Dikator Muammar al-Gaddafi hält sich nach Meinung der USA weiterhin in dem Land auf. "Wir haben keine Informationen darüber, dass er das Land verlassen hat", erklärt ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums in Washington.

+++ 18.01 Steinmeier gegen Bundeswehr-Einsatz +++
Die SPD schließt eine Beteiligung der Bundeswehr am Wiederaufbau in Libyen aus. "Soldaten sind jetzt nicht gefragt", erklärt Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier. Deutschland könne aber aktiv werden, um bei einer demokratischen Zukunft für das Land zu helfen. "Gaddafis Zeit ist endgültig abgelaufen", meint der frühere Außenminister. Es sei zu hoffen, dass das libysche Volk nach dem vielen Blutvergießen jetzt zur Ruhe komme.

+++ 17.23 Libyer besetzen Botschaft in Athen  +++
Rund 25 in Griechenland lebende libysche Bürger besetzen die libysche Botschaft sowie eine libysche Schule in der Athener Vorstadt Palaio Psychiko. Der Botschafter befindet sich nicht im Gebäude. Die Besetzer skandieren Parolen gegen das Gaddafi-Regime, hissen die Fahne der Rebellen Libyens und zerstören das Wappen des libyschen Regimes, wie das griechische Fernsehen zeigt. Widerstand gibt es nach Augenzeugenberichten nicht. Bei der griechischen Polizei wird kein Antrag zur Räumung der Botschaft gestellt, sagt ein Sprecher des Ministeriums für Bürgerschutz in Athen.

+++ 16.38 Rebellen: 900 politische Gefangene befreit  +++
Rebellenkämpfer befreien nach eigenen Angaben etwa 900 Häftlinge aus dem Gefängnis Ain Zara bei Tripolis. Die meisten von ihnen seien politische Gefangene. In der westlibyschen Stadt Sawara gebe es unterdessen Kämpfe. Die Lage sei sehr brenzlig. Gaddafi-Truppen attackierten die Stadt aus drei Richtungen, heißt es.

+++ 16.17 Merkel verspricht intensive Hilfe +++
Bundeskanzlerin Merkel kündigt die intensive Beteiligung Deutschlands am Wiederaufbau Libyens an. "Es ist erfreulich, dass Gaddafi seine politische Macht verloren hat", sagt Merkel. "Jetzt beginnt der Wiederaufbauprozess in Libyen und der Prozess der Bildung demokratischer staatlicher Strukturen."

+++ 16.05 Jordanien für schnellen Machtwechsel +++
Die jordanische Regierung spricht sich für einen friedlichen und raschen Machtwechsel aus. Außenminister Nasser Dschauda fordert zudem alle politischen und gesellschaftlichen Kräfte auf, sich auf einen Fahrplan zu einigen, um ein demokratisches Regierungssystem aufzubauen. Jordanien war eines der ersten arabischen Länder, die den oppositionellen Nationalen Übergangsrat in Libyen anerkannten.

+++ 15.43 EU hält libysches Geld eingefroren +++
Die Sanktionen der Europäischen Union gegen Führungsfiguren des libyschen Regimes bleiben vorerst in Kraft. Sie könnten aber jederzeit aufgehoben werden, sagt ein Sprecher der EU-Außenbeauftragten Ashton. Die EU hat unter anderem die in Europa befindlichen Vermögen von mehr als 50 Unternehmen und 39 Personen eingefroren. "Sobald wir den Eindruck haben, dass wir damit der libyschen Bevölkerung helfen können, werden diese Maßnahmen aufgehoben und die Gelder freigegeben", sagt der Sprecher.

+++ 15.28 Afrikanische Union setzt Krisensitzung an +++
Die Afrikanische Union trifft sich angesichts der Lage zu einer Krisensitzung in Addis Abeba. Der Chef der Arabischen Liga erklärt unterdessen seine "vollständige Solidarität" mit dem Nationalen Übergangsrat der Rebellen. "Dies ist ein historischer Augenblick, der einen Meilenstein in der Geschichte des libyschen Volks markiert", heißt es in einer Erklärung.

+++ 15.16 Dschalil: Wollen Gaddafi lebend +++
Die Führung der Aufständischen will Gaddafi vor seine Richter bringen. "Wir hoffen, Gaddafi lebend gefangenzunehmen", sagt der Vorsitzende des nationalen Übergangsrates, Dschalil. Die Welt solle Zeuge eines Prozess gegen den Diktator werden. Er kündigte an, die neue Führung wolle nach dem Sturz des Gaddafi-Regimes Frieden und Recht durchsetzen. "Wir streben nach einem Staat, in dem alle Menschen die gleichen Rechte haben", sagte Dschalil. "Wir streben nach Frieden, Gerechtigkeit und Rechtsstaatlichkeit." Die Revolution habe gewonnen, wenn Gaddafi festgenommen sei.

+++ 15.00 Staatsfernsehen in Rebellenhand +++
Die Rebellen nehmen das Gebäude des Staatsfernsehens in der Hauptstadt Tripolis ein. Der ganze Gebäudekomplex sei in den Händen der Aufständischen, berichten Mitarbeiter des Senders. Zuvor war die Satellitenübertragung des Programms, das zu den Propaganda- Instrumenten des Regimes gehört, unterbrochen worden.

+++ 14.55 Rebellen: In 15 Stunden volle Kontrolle +++
Die Aufständischen wollen die Hauptstadt Tripolis bis Dienstag ganz unter ihre Kontrolle bringen. Ein Rebellenkämpfer in der Stadt sagt telefonisch, man erwarte, binnen 15 Stunden alle Stadtteile eingenommen zu haben.

+++ 14.40 Ärzte ohne Grenzen: Verwundete schlecht versorgt +++
Die Lage von Verwundeten und Kranken in der libyschen Hauptstadt Tripolis ist "ziemlich besorgniserregend". Dies sagt ein Helfer der französischen Organisation "Ärzte ohne Grenzen". In den vergangenen Tagen habe es viele Schießereien gegeben. "Die Sicherheitslage ist völlig unberechenbar." In den Krankenhäusern herrsche Mangel an Ausrüstung und Medikamenten.

+++ 14.15 Rebellen: Unklar, wo Gaddafi ist +++
Die Rebellen wissen nach eigenen Angaben nach wie vor nicht, wo sich Gaddafi aufhält. Niemand wisse, wo sich Gaddafi befinde, sagt der Chef des Übergangsrats der Aufständischen.

+++ 14.08 Gaddafi-Treue feuern mit Panzern +++
Zahlreiche Soldaten Gaddafis verteidigen nach Berichten von Augenzeugen die Residenz des Diktators. Dabei kommen wohl auch Panzer zum Einsatz. Aus anderen Stadtteilen hätten sich die Gaddafi-Truppen derweil zurückgezogen, berichten Rebellen.

+++ 13.44 Öl-Aktien im Aufwind +++
Die Aussicht auf ein baldiges Ende des Gaddafi-Regimes lässt europäische Firmen auf eine Rückkehr nach Libyen hoffen. Das gibt vor allem den Aktien von Ölkonzernen Auftrieb: Papiere der österreichischen OMV , der italienischen Eni und der französischen Total legen an der Börse zwischen drei und fünf Prozent zu. Die Firmen beziehen große Teile ihrer Produktion aus dem Land und mussten diese wegen der Unruhen vorübergehend einstellen oder zurückfahren.

+++ 13.28 Niebel: Libyen "zu reich" für Entwicklungshilfe +++
Libyen kann nach Worten von Entwicklungsminister Niebel (FDP) nach einem Machtwechsel nicht mit deutschen Entwicklungsgeldern rechnen. "Dafür ist das Land zu reich", sagt Niebel. Libyen sei auch bislang kein Partnerland der deutschen Entwicklungskooperation gewesen. Er werde allerdings bis zu sieben Millionen Euro für Nothilfe zur Verfügung stellen. Dabei gehe es im Wesentlichen um die Aufrechterhaltung der Energie- und Wasserversorgung, um die unmittelbare Not der Bevölkerung zu lindern.

+++ 13.00 Chávez: USA richten Massaker an +++
Venezuelas Präsident Chávez verurteilt die Haltung der USA und einiger europäischer Staaten im Libyenkonflikt. "Die angeblich 'demokratischen' Vereinigten Staaten und die europäischen Regierungen - nicht alle, aber jeder weiß welche - zerstören ganz Tripolis mit ihren Bomben, weil sie davon profitieren", sagt Chávez. Venezuelas Präsident unterstützt weiterhin Gaddafi im Kampf gegen die Aufständischen. Die westlichen Regierungen würden "ohne Rechenschaft" ein Massaker in Libyen anrichten und Häuser, Schulen oder Krankenhäuser zerstören, sagt Chávez. "Sie sagen, sie werfen Bomben ab, um Zivilisten zu retten. Das ist nur eine Entschuldigung, um sich einzumischen."

+++ 12.48 Übergangsrat landet nahe Tripolis +++
Vertreter des Nationalen  Übergangsrats der libyschen Rebellen sind auf dem Weg in die  Hauptstadt Tripolis. Sie hätten die Rebellenhochburg  Bengasi im Osten des Landes mit dem Flugzeug verlassen und seien in den Nefussa-Bergen gelandet, sagt ein  Rebellenvertreter. Am Montagmorgen hätten sie auf dem Landweg die Reise nach Tripolis angetreten, beim letzten Kontakt seien sie in Bir Ghanam rund 100 Kilometer südwestlich von Tripolis gewesen. Die Gruppe bestehe zum Großteil aus Mitgliedern  des Übergangsrates, die aus Tripolis stammten, sagt der  Rebellenvertreter.

+++ 12.26 Rebellen: Lage nicht stabil +++
"Die Lage ist nicht stabil", sagt ein Vertreter der Rebellen über die Situation in der Hauptstadt Tripolis. "Überall wird geschossen." Gaddafi-Einheiten hätten Panzer im Bereich des Hafens von Tripolis und des Militärkomplexes des Machthabers in Stellung gebracht. Das Hauptproblem seien Scharfschützen. Angeblich formieren sich Teile der Regierungstruppen wieder.

+++ 12.18 NATO: Kommandozentralen zerstört +++
Kampfflugzeuge der NATO haben am gestrigen Sonntag eine ganze Reihe von Zielen in der libyschen Hauptstadt Tripolis angegriffen. Dies geht aus Angaben des Bündnisses hervor. Demnach wurden drei Kommandozentralen sowie eine weitere nicht näher identifizierte Militäreinrichtung getroffen. Zudem seien zwei Radaranlagen, neun Abschussrampen für Boden-Luft-Raketen, ein Panzer und zwei Panzerwagen in Tripolis zerstört worden. Das sind deutlich mehr Ziele in Tripolis, als die NATO in ihren täglichen Kommuniques normalerweise nennt. Seit Beginn des Nato-Einsatzes vom 31. März seien 19.877 Einsätze geflogen worden, davon 7505 Kampfeinsätze.

+++ 12.01 Übergangsrat will nach Tripolis umziehen +++
Der Nationale Übergangsrat will ein Machtvakuum in Libyen verhindern und plant einen schnellen Umzug von Bengasi nach Tripolis. Man werde in den kommenden Tagen einige Schwierigkeiten überwinden müssen, doch am Ende werde ein neues Libyen entstehen, sagt der Geschäftsführer des Übergangsrates für Großbritannien, Mahmud Nacua. Der Übergangsrat ist bereits von zahlreichen Ländern anerkannt worden.

+++ 11.40 EU: Rebellen sollen Menschenrechte achten +++
Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton fordert den Nationalen Übergangsrat Libyens zur Wahrung der Menschenrechte beim Wiederaufbau des Landes auf. "Wir erleben die letzten Tage des Gaddafi-Regimes", heißt es in einer Erklärung. Sie fordert Gaddafi auf, "ohne Verzögerung zurückzutreten und weiteres Blutvergießen zu vermeiden". An den Übergangsrat der Rebellen und die Soldaten der Opposition appelliert sie, "den Schutz der Zivilbevölkerung sicherzustellen, die internationalen Menschenrechte und das humanitäre Recht voll zu respektieren und verantwortungsvoll im Interesse der Aufrechterhaltung des Friedens und der Stabilität im ganzen Land zu handeln".

+++ 11.22 Westerwelle: Zeit Gaddafis ist vorbei +++
Bundesaußenminister Westerwelle begrüßt die Entwicklung in Libyen. Die Zeit Gaddafis sei vorbei, sagt er. Er solle nun von sich aus gehen. Nun müsse es einen friedlichen Wandel geben, geprägt von demokratischen Verhältnissen. Deutschland werde helfen, die Folgen des Krieges zu bewältigen.

+++ 11.12 China: Stehen hinter libyschem Volk +++
China erklärt, die "Entscheidung des libyschen Volkes" respektieren zu wollen. Das Außenministerium in Peking drückt  zudem die Hoffnung aus, dass sich Libyen nach dem Bürgerkrieg bald  wieder stabilisieren werde. "China ist bereit, mit der  internationalen Gemeinschaft zusammenzuarbeiten und eine positive  Rolle beim künftigen Wiederaufbau Libyens zu spielen", heißt es.

+++ 11.03 Rebellen: Tag der Entscheidung ist da +++
Die Aufständischen in Libyen haben nach eigenen Angaben bereits 95 Prozent der Hauptstadt Tripolis erobert. "Heute ist der Tag der Entscheidung", sagt der Militärsprecher der Aufständischen in Bengasi, Ahmed al-Bani. Die Niederlage der Truppen von Muammar al-Gaddafi sei unabwendbar.

+++ 10.45 Italien: Nur noch 15 Prozent von Tripolis in Gaddafis Hand +++
Die Rebellen haben nach Einschätzung Italiens fast ganz Tripolis unter ihrer Kontrolle. Die Regierungstruppen hingegen kontrollierten nicht mehr als 10 bis 15 Prozent der Hauptstadt, sagt der italienische Außenminister Frattini. Die Festnahme von Gaddafis Söhnen sei der entscheidende Schlag gegen das Regime gewesen. Sollte Gaddafi weiterhin Widerstand leisten, dann sei er verantwortlich, wenn es zum einem Blutbad komme, betont Frattini.

+++ 10.23 EU: Gaddafi muss sofort zurücktreten +++
Die EU erklärt, nach dem raschen Vormarsch der Rebellen müsse Gaddafi ohne weitere Verzögerung zurücktreten "Wir scheinen Zeuge der letzten Stunden des Gaddafi-Regimes zu werden", sagt ein Sprecher der EU-Außenbeauftragten Caroline Ashton. Er müsse unverzüglich zurücktreten, es gelte, weiteres Blutvergießen zu verhindern. Innerhalb der EU liefen bereits die Planungen für eine Zeit nach Gaddafi. Die Rebellen forderte die EU zu verantwortungsvollem Handeln und dem Schutz der Zivilisten auf.

+++ 10.20 Aufständische: Kämpfe ums Staatsfernsehen +++
Die Aufständischen melden, dass sie größere Teile von Tripolis unter ihrer Kontrolle hätten. Kämpfe gebe es noch um das Gebäude des Staatsfernsehens. Der Mobilfunkanbieter Libyana sei inzwischen besetzt. Das Internet in Tripolis funktioniere.

+++ 9:51 Südafrika will Gaddafi nicht ausfliegen+++
Die südafrikanische Regierung dementiert einen Bericht, dass angeblich zwei Flugzeuge aus Südafrika in Tripolis gelandet sein sollen, um Gaddafi außer Landes zu bringen. Südafrika gilt als ein mögliches Exil für Gaddafi und seine Familie. Zugleich gibt es auch Spekulationen, dass Angola oder Simbabwe als Exil in Frage kommen.

+++ 9.38 Belgien: NATO muss Zukunft planen+++
Belgiens Verteidigungsminister Pieter De Crem ruft die NATO zu raschen Beratungen über die Zukunft ihres militärischen Einsatzes in Libyen aufgefordert. "Das Ende scheint nahe zu sein", sagt er. Die NATO müsse rasch entscheiden, wie es nach einem Sieg der Rebellen weitergehen solle. Zunächst müssten jedoch "endgültige Nachrichten" aus Tripolis abgewartet werden.

+++ 9.24 Ölpreis fällt +++
Angesichts des Vormarschs der Aufständischen sinkt der Ölpreis im asiatischen Handel. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Oktober fällt um 2,37 Dollar auf 106,25 Dollar, der Preis für die in New York gehandelte Sorte Light  Sweet Crude um 25 Cent auf 82,01 Dollar.

+++ 9.01 Kämpfe an Gaddafis Residenz +++
Nahe Gaddafis Residenz gibt es schwere Gefechte. Möglicherweise befindet sich der Diktator dort auch noch, vermuten Diplomaten. Das Anwesen war seit März mehrfach Ziel von  NATO-Luftangriffen, fast alle Gebäude wurden dabei zerstört. Allerdings soll Gaddafi auf dem Gelände über ein Bunkersystem  verfügen.

+++ 8.37 Jubel auf den Straßen in Tripolis +++
Nach 42 Jahren feiert Libyen das Ende des Regimes von Muammar al-Gaddafi. In der Hauptstadt Tripolis bejubeln Tausende den Sieg der Aufständischen. In der Rebellenhochburg Bengasi und anderen Städten werden Feuerwerkskörper gezündet und Freudenschüssen abgefeuert. "Wir gratulieren dem libyschen Volk zum Sturz von Muammar al-Gaddafi und rufen das libysche Volk auf, auf die Straßen zu gehen und das öffentliche Eigentum zu beschützen. Lang lebe das freie Libyen", heißt es in einer Erklärung des Übergangsrates. Am frühen Montagmorgen war Tripolis nach Angaben der Rebellen bis auf wenige Widerstandsnester vollständig in der Hand der Regimegegner.

Quelle: n-tv.de, n-tv.de/AFP/dpa/rts