Panorama

65-Jährige in stabilem Zustand Australische Politikerin verliert nach Anschlag auch zweites Bein

21.10.2026, 10:52 Uhr
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Helen Haines ist seit 1986 mit ihrem Mann Phil verheiratet. Gemeinsam haben die beiden drei Kinder. (Foto: via REUTERS)

Am Montag wird die Abgeordnete Helen Haines im australischen Bundesstaat Victoria aus bislang unersichtlichen Gründen von einem Autofahrer angegriffen. Die Ärzte können nun auch ihr rechtes Bein nicht retten. Gegen den Täter wurde inzwischen Anklage erhoben.

Die bei einem Angriff mit einem Fahrzeug am Montag lebensgefährlich verletzte australische Abgeordnete Helen Haines hat nun auch ihr zweites Bein verloren. Ihr Mann sagte vor Journalisten, dass nach dem Verlust ihres linken Beins infolge des Angriffs auch das rechte Bein amputiert werden musste. "Helens linkes Bein war am Montag amputiert worden. Wir hatten gehofft, dass ihr rechtes Bein gerettet werden kann, doch heute (...) mussten die Chirurgen auch ihr rechtes Bein amputieren", sagte Phil Haines in dem Krankenhaus in Melbourne, in dem seine Frau behandelt wird.

Nach den jüngsten Angaben ihres Mannes ist der Zustand der 65-Jährigen inzwischen stabil. Die parteilose Abgeordnete war am Montag in der Nähe ihres Büros in der 200 Kilometer nordöstlich von Melbourne gelegenen Stadt Wangaratta mit einem Fahrzeug attackiert worden. Passanten konnten den Fahrer überwältigen.

Die Abgeordnete habe gerade Dinge aus dem Kofferraum ihres Autos geholt, als sie am Montagnachmittag von einem Toyota Land Cruiser angefahren wurde, erklärte Australiens Premierminister Anthony Albanese. Der Fahrer sei zunächst an ihr vorbeigefahren und habe dann umgedreht, um zu ihr zurückzufahren. Die Polizei sowie der Regierungschef erklärten, es habe sich um einen "gezielten" Angriff gehandelt und nicht um einen Unfall. 

Eltern des Täters wohl mit Haines befreundet

Laut Polizei wurde im Auto des 43-Jährigen ein Messer gefunden. Gegen ihn wurde Anklage erhoben. Allein auf den Anklagepunkt der Körperverletzung eines Amtsträgers stehen bis zu zehn Jahre Gefängnis. Der Mann war der Polizei bekannt, sein Motiv für die Tat war weiter unklar. Die Eltern des Angeklagten erklärten, sie seien seit mehr als zwei Jahrzehnten mit Haines befreundet. Sie bezeichneten den Vorfall als "verheerend und unfassbar", wie die Zeitung "The Age" berichtete.

Haines war 2019 ins australische Parlament eingezogen. Die frühere Krankenschwester setzte sich in der Folge unter anderem für mehr Klimaschutz und die Korruptionsbekämpfung ein. Der Vorfall hat die Debatte um eine zunehmende Verschärfung des Tons in der australischen Gesellschaft weiter angeheizt.

Politische Gewalt ist zwar selten, doch verzeichnet die Polizei einen Anstieg von Drohungen und Beschimpfungen gegenüber Amtsträgern. Premierminister Albanese warnte vor vorschnellen Spekulationen in dem Fall, bedauerte jedoch, dass die politische Debatte in Australien in den vergangenen Jahren zu hitzig und persönlich geworden sei. 

Quelle: ntv.de, lar/AFP

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