Panorama

Mutante grassiert in Indien B.1.617 in Deutschland bisher selten

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Bei der Mutante aus Großbritannien ist laut RKI "keine Abschwächung" zu beobachten.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die in Indien grassierende Coronavirus-Variante B.1.617 bereitet vielen Menschen Sorgen. In Deutschland ist sie zwar auch schon vorhanden, kommt aber laut Robert-Koch-Institut derzeit "nur vereinzelt" vor. Dagegen dominiert weiterhin die besonders ansteckende Mutation B.1.1.7.

Die Zahl der Nachweise der indischen Corona-Variante B.1.617 in Deutschland bleibt laut Robert-Koch-Institut (RKI) relativ gering. Bisher sei sie "nur vereinzelt", 22 Mal, in untersuchten Proben entdeckt worden, heißt es in einem RKI-Bericht vom Mittwochabend. In der Vorwoche hatte das Institut von 21 Funden gesprochen. Laut Bericht bleibt es hierzulande bei der Dominanz der besonders ansteckenden Variante B.1.1.7, die sich in den vergangenen Monaten rasch ausgebreitet hatte: Es sei "keine Abschwächung" zu beobachten, schreibt das RKI über die in Großbritannien entdeckte Mutante.

Bei den beiden anderen als besorgniserregend eingestuften Varianten aus Südafrika (B.1.351) und Brasilien (P.1) bleiben die Anteile konstant gering, bei einem Prozent und weniger, wie aus den Daten hervorgeht. In Deutschland wird allerdings nur ein Bruchteil der Proben mit sogenannter Gesamtgenomsequenzierung auf Varianten untersucht.

Die indische Variante steht bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) unter Beobachtung und ist im Gegensatz zu B.1.1.7, B.1.351 und P.1 nicht als besorgniserregend eingestuft. Das RKI schreibt, dafür fehlten gegenwärtig gesicherte Erkenntnisse. Bei Varianten geht es Experten um die Frage, ob eine verringerte Wirksamkeit der Immunantwort und/oder einer erhöhter Übertragbarkeit vorliegt.

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Angesichts bisheriger Erkenntnisse zur Variante B.1.617 zeigte sich der Virologe Christian Drosten relativ gelassen. Er halte die Mutation "in der Medienbewertung überschätzt", sagte Drosten in seinem NDR-Podcast "Coronavirus-Update". Auch gebe es keine Belege, dass Menschen durch sie schwerer erkrankten. "Wenn viele Leute zur gleichen Zeit infiziert werden, dann hat man auch bei den jüngeren Altersgruppen auf einmal, absolut gesehen, ganz viele Kranke in einem kurzen Zeitfenster."

In Indien sei zudem die Grundgesundheit der Bevölkerung weniger gut als in Deutschland, was den Effekt der jüngeren Bevölkerung wieder etwas ausgleiche. Drosten machte aber deutlich, dass sich der Sachstand ändern kann: "Es kann sein, dass in zwei Monaten sich herausstellt, dass doch irgendwas ist mit diesem Virus."

Quelle: ntv.de, ses/dpa

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