Panorama

Tierschützer irren sich Behörde: Löwe Jericho lebt

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Der Tod des Löwen Cecil sorgt mittlerweile für scharfer Kritik an der Großwildjagd weltweit.

(Foto: REUTERS)

Tierschützer aus Simbabwe berichten, dass auch ein Bruder des Löwen Cecil erschossen worden sei. Ein britischer Forscher glaubt das nicht. Nun bestätigen die Behörden: Der Löwe lebt. Und er ist nicht der Bruder.

Die Nationalparkverwaltung von Simbabwe hat Gerüchten widersprochen, dass auch der Bruder des getöteten Löwen Cecil erschossen worden ist. "Der Löwe mit dem Namen Jericho ist noch am Leben", teilte die Behörde mit. Das Tier sei Teil eines Forschungsprojekts eines britischen Wissenschaftlers, der den Löwen am Morgen fotografiert habe. Jericho sei überdies kein Bruder von Cecil.

Zuvor hatte eine Naturschutzorganisation aus Simbabwe berichtet, dass Jericho illegal bei einer Jagd erlegt worden sei. Laut der Zimbabwe Conservation Task Force (ZCTF), einer gemeinnützigen Organisation, die sich für den Tierschutz in Simbabwe einsetzt, wurde Jericho am Samstag gegen 16 Uhr Ortszeit erschossen.

Die ZCTF postete eine entsprechende Mitteilung auf Facebook. "Mit großem Ekel und Traurigkeit erfuhren wir gerade, dass Jericho, der Bruder von Cecil, heute getötet wurde", hieß es in dem kurzen Eintrag. "Unser Herz ist gebrochen", hieß es weiter. Der Beitrag wurde bereits mehr als 3000 Mal geteilt, etliche Nutzer schrieben wütende Kommentare darunter.

GPS-Daten ausgewertet

Allerdings widersprach laut dem US-Nachrichtensender CNN bereits kurz darauf ein britischer Wissenschaftler der Universität Oxford, der den Löwen erforscht, diesen Angaben. Jericho sei am Leben und bewege sich um 20 Uhr Ortszeit, wurde Brent Stapelkamp zitiert. Er berief sich auf GPS-Daten aus dem Halsband des Löwen. Die Daten wiesen nicht darauf hin, dass Jericho getötet wurde oder irgendetwas unnormal sei, sagte Stapelkamp. Die Universität wolle die sich widersprechenden Angaben überprüfen, hieß es weiter.

CNN zitierte außerdem Experten, denen zufolge der Tod Jerichos auch das Ende für die Nachkommen von Cecil bedeuten würde. Der Löwe habe nach dem Tod des Bruders für deren Schutz gesorgt. Da Cecil der Anführer des Rudels war, bestehe die Gefahr, dass andere männliche Löwen, die seinen Platz einnehmen wollen, die Nachkommen töten, um den eigenen Nachwuchs zu begünstigen.

Erst vor wenigen Tagen hatte der Tod von Jerichos Bruder Cecil weltweit für Aufsehen gesorgt. Der Löwe, der für seine schwarze Mähne bekannt war, wurde von einem amerikanischen Jäger mit Pfeil und Bogen angeschossen. Erst fast zwei Tage später wurde das verletzte Tier aufgespürt und von den Männern erschossen. Dann wurde ihm der Kopf abgeschnitten. Der Jäger und seine Helfer hatten das Tier zuvor aus dem Hwange-Nationalpark in Simbabwe gelockt, um es auf einem Privatgrundstück erschießen zu können.

Simbabwe schränkt Jagd ein

Der Vorfall hatte für scharfe Kritik an dem Jäger gesorgt. Er ist seitdem in den USA untergetaucht. Zwei seiner Helfer wurden in Simbabwe festgenommen, aber nach Zahlung einer Kaution wieder freigelassen. Ihnen droht ein Gerichtsverfahren. Simbabwe forderte außerdem von den USA die Auslieferung des Jägers, der im Bundesstaat Minnesota eine Zahnarztpraxis betreibt. Es gilt aber als ausgeschlossen, dass er tatsächlich an Simbabwe überstellt wird.

Simbabwe schränkte inzwischen die Großwildjagd in der Region ein. Das Jagen von Löwen, Leoparden und Elefanten in Gebieten, die an den Nationalpark grenzten, werde ab sofort ausgesetzt, erklärte die Nationalparkbehörde des Landes. Die Jagd werde nur noch nach einer schriftlichen Erlaubnis der Behörde und im Beisein von Parkpersonal gestattet.

Quelle: ntv.de, mli/AFP

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