Panorama
50 Teilnehmer der Homosexuellen-Parade wurden von 200 Orthodoxen angegriffen. Die Polizei trieb die Lager auseinander.
50 Teilnehmer der Homosexuellen-Parade wurden von 200 Orthodoxen angegriffen. Die Polizei trieb die Lager auseinander.(Foto: REUTERS)
Donnerstag, 17. Mai 2012

Ausschreitungen bei Gay Pride in Tiflis: Christen verprügeln Schwule

Zum ersten Mal ziehen Schwule und Lesben in einer Parade durch die georgische Hauptstadt. Es ist ein kleiner Zug von Homosexuellen, gerade einmal 50 Personen laufen mit. Doch die "Gay Pride" wird nicht nur wie erwartet angefeindet, sondern von 200 christlich-orthodoxen Schlägern angegriffen.

Bei der ersten Schwulen- und Lesben-Parade in der Kaukasusrepublik Georgien haben sich Homosexuelle und orthodoxe Christen eine wilde Schlägerei geliefert. Die etwa 50 Teilnehmer der Gay-Pride-Parade hatten mit Regenbogenfahnen im Zentrum der Hauptstadt Tiflis gegen Homophobie demonstriert, als sie von rund 200 Mitgliedern eines Glaubensbündnisses angegriffen wurden. Das berichteten Medien aus der Ex-Sowjetrepublik. Die Polizei trieb beide Lager auseinander und nahm mehrere Menschen fest.

"Wir haben mit Ablehnung gerechnet, aber nicht mit Angriffen", sagte eine Homosexuellen-Aktivistin. Der Zwischenfall sei charakteristisch, sagte ein Bürgerrechtler lokalen Medien. "In Georgien verhält sich der Großteil der konservativen Öffentlichkeit aggressiv gegenüber Schwulen und Lesben." Das Verbot der Homosexualität war in Georgien erst nach dem Ende der Sowjetunion, im Jahr 2000, aufgehoben worden. Politisch bemüht sich das Land um eine Annäherung an Europa.

Quelle: n-tv.de