Haupttäter bereits verurteiltDrei Männer müssen 24 Jahre nach Mord ins Gefängnis

Im August 2002 wird im niedersächsischen Buxtehude ein 27-Jähriger erschossen. Erst im vergangenen Oktober wird der Schütze verurteilt, nun folgen Urteile gegen drei weitere Männer. Den Anstoß für die Wiederaufnahme der Ermittlungen, mehr als 20 Jahre nach dem Mord, hatte einer der Täter selbst gegeben.
24 Jahre nach dem Tod eines 27-Jährigen durch Schüsse in der Nähe eines Baggersees im niedersächsischen Buxtehude sind drei weitere Männer verurteilt worden. Das Landgericht Stade sprach sie des Mordes schuldig, wie eine Sprecherin mitteilte. Zwei der Angeklagten erhielten lebenslange Freiheitsstrafen, der dritte eine Jugendstrafe von acht Jahren. Ein vierter Mann war bereits im Oktober 2025 zu lebenslanger Haft verurteilt worden.
Die vier Verurteilten und das spätere Opfer feierten laut dem Gericht im August 2002 ein Grillfest an dem See. Es sei dann allerdings zu Streitigkeiten gekommen. Der im Oktober verurteilte Täter soll sich von dem 27-Jährigen gedemütigt gefühlt haben. Daher lockte er das alkoholisierte Opfer mit seinen drei Komplizen zusammen in einen abgelegten Waldweg. Dort gab der bei seiner Verurteilung 43 Jahre alte Mann mit einer abgesägten Schrotflinte drei Schüsse auf den 27-Jährigen ab.
Der 27-Jährige sei schon nach dem ersten Schuss tot gewesen. Das Gericht sah das Mordmerkmal der Heimtücke als erfüllt an, da das Opfer arg- und wehrlos war und nicht mit dem Angriff gerechnet habe. Die drei jetzt verurteilten Männer sollen den Mord gemeinsam mit dem Schützen geplant haben.
Bei dem sogenannten Baggerseefall handelt es sich um einen lange Zeit unaufgeklärten sogenannten Coldcase. Die vier Männer gerieten Medienberichten zufolge bereits nach der Tat in Verdacht. Dieser ließ sich allerdings nicht weiter erhärten. Die Ermittlungen wurden erst wieder aufgenommen, nachdem einer der Verdächtigen 2023 ein Bekennerschreiben an die Polizei geschickt hatte, in dem er sich und seine drei Mittäter der Tat bezichtigte.