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Folgen des Organspendeskandals "Es wird Menschenleben kosten"

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Nach Angaben der Deutschen Stiftung Organspende nimmt die Bereitschaft, einen Spenderausweis auszufüllen, durch den Skandal schon ab.

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Es wird lange dauern, bis die Ärzteschaft das verloren gegangene Vertrauen wieder herstellen kann. Davon ist der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Zöller, angesichts des Organspendeskandals in Göttingen und Regensburg überzeugt. Seiner Meinung nach wird die Spendenbereitschaft jetzt sinken.

Der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Wolfgang Zöller von der CDU, fürchtet, dass der Organspendeskandal zahlreiche Menschenleben kosten wird. Es werde Monate, wenn nicht Jahre dauern, das Vertrauen in die Organspende wiederherzustellen, sagte Zöller der "Neuen Ruhr Zeitung" mit Blick auf eine nachlassende Spendenbereitschaft in der Bevölkerung.

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Wolfgang Zöller fordert hohe Strafen für die Täter.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Zöller forderte eine "hohe Strafe" für den verantwortlichen Arzt, wenn dessen Schuld bewiesen werde. Er würde einen Entzug der Zulassung als Mediziner begrüßen. Eine staatliche Überwachung von Organspenden lehnte Zöller ab. Stattdessen sei vor allem Transparenz notwendig.

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr von der FDP schloss unterdessen Gesetzesänderungen nicht aus. Der Bahr gerät unter Druck , zu handeln, war zuletzt groß. "Wenn wir zu dem Schluss kommen, dass Lücken im Gesetz die Manipulationen in Regensburg und Göttingen erleichtert oder begünstigt haben, müssen wir handeln", sagte Bahr den "Ruhr Nachrichten".

Nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) Leiter der Chirurgie entlassen

Ein Oberarzt im Göttinger Uniklinikum soll die Daten von Patienten, die auf der Warteliste für Spenderorgane stehen, manipuliert haben. Der Arzt hatte zuvor am Regensburger Klinikum gearbeitet, wo es auch zu Unregelmäßigkeiten gekommen sein soll. Der Arzt, der seit November vom Dienst suspendiert ist, bestreitet nach Angaben der Göttinger Klinik die Vorwürfe.

In Göttingen steht neben dem früheren Oberarzt zudem ein weiterer leitender Arzt im Verdacht, in 23 Fällen Patientenakten manipuliert zu haben. Die Staatsanwaltschaften Braunschweig und Göttingen ermitteln wegen Bestechlichkeit beziehungsweise wegen des Anfangsverdachts auf Tötungsdelikte. Geprüft wird, ob die Bevorzugung bestimmter Patienten bei Organtransplantationen zum Tod anderer Menschen geführt haben könnte, die nicht zum Zuge kamen.

Quelle: n-tv.de, dpa/rts/AFP

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