Panorama

300 Zusatzverbindungen zu Ostern Eurowings weitet Mallorca-Flüge massiv aus

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Anstehen am Flughafen Düsseldorf. Balearen-Reisende müssen lediglich ein negatives Testergebnis im Gepäck haben.

(Foto: picture alliance/dpa)

Seit heute gilt Mallorca nicht mehr als Risikogebiet. Die Reiseveranstalter können der hohen Nachfrage kaum Folge leisten und stocken ihr Angebot mit Hunderten Zusatzflügen auf. Die Bundesregierung dürfte sich jedoch kaum über die neu entfachte Urlaubslust freuen.

Nach der Aufhebung der Reisewarnung für Mallorca ziehen die Flugbuchungen für die Lieblingsinsel der Deutschen deutlich an. Der größte Anbieter Eurowings sprach von Buchungen "in einer bisher nicht gekannten Dynamik" und legte kurzfristig 300 zusätzliche Flüge für die Osterzeit auf. Denn das "bisher knappe" Mallorca-Angebot sei "im Nu ausgebucht" gewesen.

Seit heute ist Urlaub auf Mallorca zwei Wochen vor Beginn der Osterferien in den meisten Bundesländern wieder ohne Quarantäne und Testpflicht bei Rückkehr möglich. Da Deutschland aus spanischer Sicht aber weiter als Risikogebiet gilt, müssen Touristen bei Einreise nach Spanien einen negativen Corona-Test vorweisen, der nicht älter als 72 Stunden ist. Außerdem muss man ein digitales Einreiseformular ausfüllen. Das sind allerdings die einzigen verbliebenen Beschränkungen.

Auch die anderen Balearen-Inseln - darunter Menorca, Ibiza und Formentera - sowie Teile des spanischen Festlands, darunter die Küstengebiete Murcia und Valencia mit vielen Urlaubszielen, sind seit heute keine Risikogebiete mehr. Das gilt auch für den gesamten Norden Portugals, die Region Nordjylland in Dänemark sowie die Bahamas in der Karibik.

Balearen mit Inzidenz von 21

Bereits am vergangenen Wochenende war die Reisewarnung für die beliebte kroatische Urlaubshalbinsel Istrien aufgehoben worden. Entscheidend für einen solchen Schritt ist, dass die Infektionszahlen die Marke von 50 pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche unterschreiten. Auf den Balearen lag dieser sogenannte Inzidenzwert am Freitag bei 21,3.

Die Lufthansa-Tochter Eurowings will bereits am Donnerstag mit den Zusatzflügen nach Mallorca starten. Heute waren alle fünf Flüge auf die Insel ausgebucht, für zwei Verbindungen wurden nach Angaben einer Sprecherin extra größere Maschinen eingesetzt. "Die plötzlichen Buchungseingänge sowie die entsprechenden Zusatzflüge verteilen sich quer über das ganze Land", hieß es in einer Erklärung des Unternehmens. Der größte Reiseveranstalter Tui hat angekündigt, nächstes Wochenende die ersten Hotels auf Mallorca wieder zu öffnen und von Hannover, Frankfurt und Düsseldorf Flüge anzubieten.

Auswärtiges Amt rät von Reisen ab

Die Bundesregierung hat damit eine Entwicklung angestoßen, die sie eigentlich gar nicht beabsichtigt. In ihrem jüngsten Beschluss vom 3. März appellieren Bund und Länder "eindringlich" an alle Bürger, "auf nicht zwingend notwendige Reisen im Inland und auch ins Ausland" zu verzichten. Diese Haltung hat sich auch mit der Streichung Mallorcas und anderer Gebiete von der Corona-Risikoliste nicht geändert. Das Auswärtige Amt warnt zwar seit heute nicht mehr vor Reisen dorthin, aber es rät in seinen Reisehinweisen im Internet weiterhin von "nicht notwendigen, touristischen Reisen" ab - mit sehr begrenztem Erfolg, wie man an den Flugbuchungen ablesen kann.

Die Interessenlage scheint innerhalb der Bundesregierung auch nicht einheitlich zu sein. Der Tourismusbeauftragte Bareiß, Parlamentarischer Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, freute sich über "ein schrittweises Öffnen in Europa". Sympathien zeigte der CDU-Politiker auch für die Forderung der Reiseveranstalter, die Quarantänepflicht für Rückkehrer aus dem Ausland ganz aufzuheben und stattdessen auf verstärkte Tests zu setzen. "Das zielt in die richtige Richtung", sagte er.

Rückkehrer aus Corona-Risikogebieten müssen derzeit zehn Tage in Quarantäne, von der man sich aber mit einem negativen Test nach fünf Tagen befreien kann. Das gilt derzeit noch für die meisten Regionen Europas, darunter alle Urlaubsziele in Italien, Frankreich, Österreich oder Griechenland.

Bareiß will auch deutsche Hotels öffnen

Besonders wichtig ist Bareiß, dass die einheimische Tourismusbranche nicht unter die Räder gerät. Danach sieht es im Moment aber aus. Bis zum 28. März gilt der Lockdown für Beherbergungsbetriebe. "Für mich wäre es schwer vorstellbar, dass auf Mallorca Urlaub möglich ist, aber im Schwarzwald Hotels noch geschlossen bleiben", so Bareiß.

Wie es danach weitergeht, wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten erst am 22. März entscheiden. Die Chancen für eine baldige Lockerung sinken Tag für Tag mit den steigenden Infektionszahlen in Deutschland. Die 7-Tages-Inzidenz lag heute bereits bei 79 - fast viermal so hoch wie auf den Balearen. Für die Woche nach Ostern prognostizierte das Robert-Koch-Institut am Wochenende höhere Zahlen als rund um Weihnachten. Die Inzidenz könnte dann bei 350 liegen.

Falls die Hotels weiter geschlossen bleiben, wäre das für die einheimische Tourismusbranche dramatisch. Nach Angaben des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes ist der Umsatz im Gastgewerbe in den vergangenen zwölf Monaten um 63 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum eingebrochen. 72,2 Prozent der Unternehmer würden um ihre Existenz bangen.

Quelle: ntv.de, mdi/dpa

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