Panorama

Jugendliche unter VerdächtigenFrau soll monatelang in Haus in NRW gequält worden sein

31.07.2026, 14:04 Uhr
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In diesem Reihenhaus in Soest spielte sich das Verbrechen ab. (Foto: dpa)

Im November wird die Polizei in Soest zu einer halbnackten und gefesselten Frau auf einer Terrasse gerufen. Zu dem Zeitpunkt hat diese bereits ein monatelanges Martyrium hinter sich. Im Zusammenhang mit diesem Verbrechen sind nun vier Personen angeklagt.

Eine Frau soll in einem Wohnhaus in Soest in Nordrhein-Westfalen mehrfach über Monate hinweg gequält, erniedrigt, misshandelt und vergewaltigt worden sein. Gegen vier männliche Personen sei Anklage wegen "diverser Delikte zulasten einer Frau" erhoben worden, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Arnsberg auf Anfrage. Zu Details - darunter den angeklagten Personen und den Tatvorwürfen - äußerte sich die Anklagebehörde nicht und verwies auf das zuständige Landgericht, wo ein Strafprozess anstehe.

Der "Soester Anzeiger" und der WDR hatten zuvor über das Verbrechen berichtet, das sich 2025 über Monate hingezogen habe. Ein Anwohner habe die Frau im November spätabends halbnackt und gefesselt auf der Terrasse des Nachbar-Reihenhauses gesehen und die Polizei alarmiert. Sie sei zu dem Zeitpunkt nicht mehr bei Bewusstsein gewesen und monatelang im Krankenhaus behandelt worden. Nach Angaben aus Justizkreisen handelt es sich bei dem Opfer um eine 33-jährige Frau. Gegen vier Personen beginne im Oktober der Prozess am Landgericht Arnsberg.

Das Gericht ist bislang nicht zu erreichen. Nach Angaben aus Justizkreisen ist Anklage erhoben worden wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung, gemeinschaftlicher Körperverletzung, Vergewaltigung, Nötigung und Freiheitsberaubung.

Hauptverdächtiger wohnte mit Partnerin und Kindern im Haus

Der Hauptverdächtige ist ein 29-Jähriger, hieß es weiter. Er wohnte demnach mit seiner damaligen Lebensgefährtin und drei Kindern in dem Haus, in dem es zu den Taten gekommen sein soll. Seine Lebensgefährtin und das spätere Opfer sollen sich gekannt haben, bevor es zu den mutmaßlichen Gewaltfällen kam. Laut WDR ist der Mann polizeibekannt. Unter den Angeklagten seien auch zwei Jugendliche im Alter von 16 und 17 Jahren, hieß es weiter aus Justizkreisen. Die zwei angeklagten erwachsenen Männer sitzen in Untersuchungshaft. 

Das Haus, in dem es zu den entsetzlichen Taten gekommen sein soll, liegt in einer ruhigen Reihenhaussiedlung im Grünen. Es wirkt unauffällig und steht leer. Einsatzkräfte sind nicht mehr vor Ort. Nur ein Polizeisiegel an einem Fenster weist darauf hin, dass man es mit einem mutmaßlichen Tatort zu tun hat. Ab und zu sind Medienvertreter in der Straße zu sehen. Aus der Nachbarschaft möchte sich niemand äußern. 

Der schockierende Fall lässt Erinnerungen an das "Horrorhaus von Höxter" wach werden – auch wenn es deutliche Unterschiede gibt. Auf dem Hof in Höxter in Ostwestfalen waren Frauen grausam gequält worden, zwei starben an ihren Misshandlungen. Als Täter war Wilfried W. 2018 wegen Mordes durch Unterlassen zu elf Jahren Haft verurteilt worden. Ende 2023 ordnete das Landgericht Paderborn zusätzlich an, dass er nach Verbüßen der Haftstrafe in Sicherungsverwahrung muss. Seine Frau war zu 13 Jahren Haft verurteilt worden. Das Paar hatte Frauen mit Kontaktanzeigen auf ihren Hof gelockt. 

In dem Soester Fall war das Opfer aber nach Informationen aus Justizkreisen nicht dauerhaft eingesperrt. Dennoch sei es immer wieder zu den angeklagten Gewalttaten gekommen. Viele Fragen bleiben offen.

Quelle: ntv.de, lar/dpa

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