Panorama

Leibliche Eltern äußern sich "Gammy war sehr krank"

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Das Schicksal von Gammy hat weltweit für Aufsehen gesorgt.

(Foto: dpa)

Bisher haben sich die leiblichen Eltern des kranken Babys Gammy nicht öffentlich zu dem Fall geäußert. Eine Freundin weist nun jedoch in ihrem Namen die Vorwürfe der thailändischen Leihmutter zurück. Sie begründen, warum sie Gammy zurückließen.

Die biologischen Eltern des behinderten Babys Gammy haben Vorwürfe der thailändischen Leihmutter zurückgewiesen. Das Arrangement mit der Leihmutter in Thailand und ihre Erfahrungen hätten sie schwer traumatisiert, ließen David und Wendy Farnell aus Bunbury bei Perth in Westaustralien mitteilen.

Sie hätten den Säugling nicht wegen seiner Behinderung im Stich gelassen. "Gammy war sehr krank und den biologischen Eltern wurde gesagt, dass er allenfalls einen Tag leben werde", sagte eine Freundin im Auftrag der Farnells der Lokalzeitung "Bunbury Mail".

Den Vorwurf, die Farnells hätten eine Abtreibung verlangt, als Gammys Behinderung Trisomie 21 während der Schwangerschaft festgestellt wurde, wies die Freundin zurück. Der Säugling wurde mit Down Syndrom und einem Herzfehler geboren. Nach Angaben der thailändischen Leihmutter hatten die Eltern lediglich Gammys gesunde Zwillingsschwester mit nach Australien genommen.

Die 21-jährige Leihmutter, die schon Kinder im Alter von drei und sechs Jahren hat, willigte in die Leihmutterschaft ein, um Schulden abzuzahlen. Sie habe dafür etwa 10.000 Euro bekommen. Sie wolle nun auch um die Rückgabe des Mädchens kämpfen, hieß es. Nach thailändischem Gesetz gilt sie als Mutter der Kinder, nicht die Eispenderin. Die Thailänderin dürfte aber Papiere unterschrieben haben, die das alleinige Sorgerecht dem Vater zusprachen, sonst hätte er mit dem Mädchen nicht aus Thailand ausreisen können.

Wegen Kindesmissbrauchs verurteilt

Zeitungen berichteten unterdessen, dass Farnell in den 90er Jahren wegen Kindesmissbrauchs verurteilt wurde und im Gefängnis gesessen habe. Der Sender Channel Nine News berichtete, seine Frau habe dies bestätigt.

"Menschen machen Fehler, das heißt nicht, dass sie für immer schlecht sind", zitierte der Sender die Ehefrau. Die Zeitung "Australian" zitiert aus Gerichtsunterlagen, wonach der Mann in den 90er Jahren mindestens drei minderjährige Mädchen missbraucht haben soll.

Das thailändische Gesundheitsministerium will nach dem Vorfall um Gammy durchgreifen: Fünf der zwölf Kliniken, die künstliche Befruchtung anbieten, drohe die Schließung, teilte das Ministerium mit. Die Kliniken hätten offenbar nicht die richtigen Genehmigungen, um diesen Service anzubieten. Ob das Baby Gammy in einer dieser fünf Kliniken gezeugt wurde, war zunächst unklar.

Quelle: ntv.de, mli/dpa