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Computer statt Mensch KI macht Büroangestellte arbeitslos

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Als Roboter kann "Watson" auch Gespräche mit Menschen führen.

imago/ZUMA Press

Keine Zukunftsmusik mehr: Ein Computer-Programm, das in einer Fernseh-Quizshow bereits menschliche Superhirne dumm aussehen ließ, klaut 34 japanischen Büroangestellten den Job.

Irgendwann machen Computer unsere Arbeit. Ein Satz, der lange wie Zukunftsmusik in den Ohren klang, ist für Dutzende japanische Büro-Angestellte Realität geworden. 

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Maschine gegen Mensch: Bei Jeopardy besiegte Watson im Februar 2011 zwei menschliche Supercracks.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Bis Ende März will die japanische Versicherungsfirma Fukoku Mutual 34 Sachbearbeiter ersetzen - und zwar durch künstliche Intelligenz (KI) aus dem Hause IBM. Das Computer-Programm Watson, das in einer US-Quizsendung bereits menschliche Superhirne an die Wand gespielt hat, erfüllt dann ihre Aufgaben - und zwar tausendmal schneller.

Laut einer Pressemitteilung wird das Computerprogramm Watson künftig Krankenhausakten sowie andere Dokumente einscannen, um mögliche Auszahlungen zu berechnen. Zudem wertet es Schadensmeldungen und E-Mails der Versicherten aus, erkennt Zusammenhänge und prüft diese auf Schwachstellen. Die KI soll auch Ärger oder Ironie verstehen.

Der Mitteilung zufolge soll Watson erst einmal mit den noch verbliebenden Angestellten zusammenarbeiten. So wird die KI bestimmte Informationen aus den Dokumenten heraussuchen und mit Hilfe eines Algorithmus zum Beispiel Vorschläge über die auszuzahlenden Beträge machen, über die dann ein Mensch entscheidet - zumindest vorerst noch.

Hohe Investition amortisiert sich schnell

Rund 1,6 Millionen Euro steckt Fukoku Mutual in die Anschaffung der KI. Doch bereits nach zwei Jahren soll sich die Investition für das Unternehmen rechnen. Wie die japanische Tageszeitung "The Mainichi" berichtet, spart die Versicherung durch die Entlassung der Angestellten pro Jahr rund eine Million Euro. Außerdem rechne die Firma damit, dass die KI die Produktivität um 30 Prozent erhöhen werde.

Wie die Zeitung weiter berichtet, ist Fukoku nicht das einzige Versicherungsunternehmen in Japan, dass KI einsetzt. Auch die Nippon Life Insurance startete jüngst ein System, um ihre 40 Millionen Versicherungsverträge zu analysieren. Und die Entwicklung schreitet nicht nur in Japan voran, auch deutsche Unternehmen nutzen längst den Supercomputer Watson oder andere lernende IT-Systeme.

Wie viele Arbeitsplätze in den nächsten Jahren durch intelligente Systeme wegfallen, darüber gehen die Prognosen weit auseinander. Fest steht aber: Ob in der Versicherungsbranche, bei Bausparkassen, Banken oder Krankenkassen - immer mehr Jobs werden in der Sachbearbeitung von Algorithmen ersetzt.

Quelle: n-tv.de, dsi

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