Panorama

"Tod durch Erhängen" Mediziner klären Epsteins Todesursache

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Die gerichtsmedizinische Untersuchung ist abgeschlossen: Im Fall Epstein sind noch viele Fragen offen.

(Foto: REUTERS)

Was genau geschah in der Todesnacht in Epsteins Gefängniszelle? Das Ergebnis der Obduktion lässt keinen Raum für Zweifel: US-Gerichtsmediziner finden keine Belege, dass der Beschuldigte New Yorker Haftanstalt durch fremde Hand ums Leben kam.

Knapp eine Woche nach dem Tod des US-Multimillionärs Jeffrey Epstein hat der gerichtsmedizinische Dienst der Stadt New York das Ergebnis des offiziellen Obduktionsberichts veröffentlicht. Die Autopsie des Leichnams bestätigt demnach den Verdacht, dass der 66-Jährige in seiner Zelle Suizid begangen hat. Der wegen mutmaßlicher Sexualverbrechen angeklagte Epstein habe sich nach Einschätzung der Gerichtsmediziner selbst gerichtet, berichteten mehrere US-Medien übereinstimmend.

Rat und Nothilfe bei Suizid-Gefahr und Depressionen

  • Bei Suizidgefahr: Notruf 112
  • Beratung in Krisensituationen: Telefonseelsorge (0800/111-0-111 oder 0800/111-0-222 oder 116-123, Anruf kostenfrei) oder Kinder- und Jugendtelefon (Tel.: 0800/111-0-333 oder 116-111; Mo-Sa von 14 bis 20 Uhr)
  • Bei der Deutschen Depressionshilfe sind regionale Krisendienste und Kliniken zu finden, zudem Tipps für Betroffene und Angehörige.
  • In der deutschen Depressionsliga engagieren sich Betroffene und Angehörige. Dort gibt es auch eine E-Mail-Beratung für Depressive.
  • Eine Übersicht über Selbsthilfegruppen zur Depression bieten die örtlichen Kontaktstellen (KISS).

"Die Todesursache war Suizid durch Erhängen", teilte das Büro des leitenden Gerichtsmediziners von New York City mit. Hinweise auf Fremdeinwirkung liegen demnach nicht vor. Der frühere Investmentbanker war am vergangenen Samstag tot in seiner Gefängniszelle in New York aufgefunden worden. Seine Leiche wurde bereits am Tag danach obduziert. Neben dem Team des Chief Medical Examiner war ein weiterer Pathologe als Zeuge an der Untersuchung beteiligt. Dieses Vorgehen sei Routine, hieß es.

Epstein soll jahrelang minderjährige Mädchen sexuell missbraucht und zur Prostitution angestiftet haben. Er hat die Vorwürfe bis zuletzt bestritten und sich für unschuldig erklärt. Bei einer Verurteilung hätten Epstein, der enge Kontakte zu hochrangigen Politikern und Prominenten unterhalten hatte, bis zu 45 Jahre Haft gedroht.

Der Fall gilt als brisant: Epstein ist die zentrale Figur in einem der womöglich spektakulärsten Kriminalfälle der Gegenwart. Die Tatsache, dass er in seiner Zelle in der New Yorker Haftanstalt, die eigentlich als Hochsicherheitseinrichtung gilt, trotz allem nicht lückenlos überwacht wurde, wirft Fragen auf - und befeuert längst auch verschiedene Verschwörungstheorien.

Zu Epsteins Freunden zählten einst auch Ex-Präsident Bill Clinton und der heutige Präsident Donald Trump. Um seinen Tod rankten sich seit Tagen zahlreiche wilde Spekulationen. Sie wurden zum Teil auch von Trump mit angeheizt. Epstein stand US-Medienberichten zeitweise aufgrund eines früheren Selbstmordversuchs unter besonderer Beobachtung, heißt es in einem Bericht von CNN.

Nach einer Prüfung durch Psychologen wurden die Vorsichtsmaßnahmen vor einigen Wochen gelockert. Epstein galt demnach nicht mehr als akut suizidgefährdet. Die Ermittlungen der Justiz dauern weiter an.

Quelle: n-tv.de, mmo/AFP