Panorama
Die Bergung der Verletzten und Toten zieht sich schon über Stunden hin.
Die Bergung der Verletzten und Toten zieht sich schon über Stunden hin.(Foto: dpa)
Dienstag, 15. Juli 2014

20 Tote und viele Verletzte: Metro-Unfall stürzt Moskau in Trauer

Beim schwersten Unfall in der Geschichte der berühmten Moskauer Metro sind mindestens 20 Menschen ums Leben gekommen. Mitten im morgendlichen Berufsverkehr entgleisten drei Waggons in einem Tunnel. Dabei seien auch mehr als 115 Menschen verletzt worden, sagte Viktor Jazuzenko vom russischen Zivilschutzministerium der Agentur Itar-Tass zufolge.

Ein Mitarbeiter der Rettungskräfte sagte, unter den Toten sei auch der Fahrer der Bahn. Dafür gab es aber zunächst keine offizielle Bestätigung. Ein voll besetzter Zug habe heftig gebremst, dabei seien die Waggons entgleist, sagte der Sprecher der Ermittlungsbehörde, Wladimir Markin. "Der Grund für den Unfall war nach ersten Ermittlungen ein Fehlalarm, der von einem Spannungsabfall ausgelöst wurde", sagte er.

Marodes System

Die Moskauer U-Bahn gilt mit täglich neun Millionen Passagieren als wichtigstes Verkehrssystem der mit mehr als zwölf Millionen Einwohnern größten Stadt Europas. Die 1935 eröffnete Metro ist allerdings technisch sehr renovierungsbedürftig. Präsident Wladimir Putin lasse sich laufend informieren, sagte ein Kremlsprecher. Zivilschutzminister Wladimir Putschkow schloss einen Terroranschlag aus. 2010 waren bei zwei Selbstmordattentaten in der Moskauer Metro insgesamt 40 Menschen gestorben. Zahlreiche Schwerverletzte wurden per Hubschrauber in Kliniken gebracht. Viele Passagiere erlitten Prellungen und Blutergüsse.

Einige Fahrgäste waren zunächst in dem völlig zerstörten Waggon eingeklemmt und mussten von Rettungskräften befreit werden. Insgesamt wurden mehr als 200 Menschen aus dem Tunnel in Sicherheit gebracht. Mehrere Stationen waren gesperrt. Der Unfall geschah etwa 200 Meter von der Haltestelle entfernt.

Bürgermeister Sergej Sobjanin und Zivilschutzminister Putschkow eilten an die Unfallstelle und sagten den Opfern unbürokratische Hilfe zu. Hinterbliebene sollen eine Million Rubel (rund 21.500 Euro) Schmerzensgeld erhalten. Die Justiz eröffnete ein Strafverfahren wegen Verstößen gegen die technischen Sicherheitsvorschriften.

Quelle: n-tv.de