Panorama

Gelehrte raten daheim zu bleiben Muslime erwartet ein trister Ramadan

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In einem ägyptischen Dorf hängen Bewohner zum bevorstehenden Ramadan Girlanden auf.

(Foto: picture alliance/dpa)

Von den weltweit mehr als 1,5 Milliarden Muslimen müssen sich die meisten auf einen wenig erfreulichen Ramadan einrichten. Der Monat mit allabendlichen Gebeten und Fastenbrechen im großen Kreis wird von Corona überschattet. Auch saudische Religionsgelehrte raten, von Versammlungen abzusehen.

Saudi-Arabiens höchste religiöse Instanz hat dazu aufgerufen, während des islamischen Fastenmonats Ramadan wegen des Coronavirus dieses Jahr zu Hause zu beten. Während des Ramadans, der voraussichtlich kommenden Donnerstag beginnt, versammeln sich Muslime normalerweise dicht gedrängt zum rituellen Nachtgebet in den Moscheen. Darauf sollten die Gläubigen wegen der Gefahr einer Ausbreitung des Virus jetzt aber besser verzichten, teilte der Rat der Höchsten Religionsgelehrten am Sonntag mit.

"Muslime sollten Ansammlungen von Menschen vermeiden, weil sie als Hauptgrund für die Zunahme von Infektionen gelten", teilte der Rat der staatlichen Nachrichtenagentur SPA zufolge mit. Das als "Tarawih" bekannte Nachtgebet im Ramadan solle zu Hause stattfinden, sofern die religiösen Instanzen des jeweiligen Landes dies erlaubten. Auch vom abendlichen Fastenbrechen im großen Kreis werde abgeraten.

Saudi-Arabien schwer betroffen

Gläubige Muslime verzichten während des Ramadans vom Anbruch des Tages bis zum Sonnenuntergang auf Essen, Trinken, Rauchen und Sex. Saudi-Arabien sieht sich als Mutterland des Islams. In dem Wüstenstaat stehen zwei der heiligsten Stätten der Religion: die Große Moschee in Mekka und die Moschee des Propheten Mohammed in Medina. Zur jährlichen Pilgerreise Hadsch kommen Millionen. Der Rat wird als Schnittstelle zwischen dem saudischen Königshaus und den Religionsführern in Saudi-Arabien betrachtet.

Aus Sorgen vor einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus hatten die meisten islamisch geprägten Länder ihre Moscheen bereits geschlossen. Saudi-Arabien ist mit etwa 8250 offiziell gemeldeten Infektionen im arabischen Raum am stärksten von dem Virus betroffen, gefolgt von den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar.

In Deutschland rief der Zentralrat der Muslime die Gemeinden auf, sich im kommenden Ramadan an die wegen der Corona-Pandemie verhängten Einschränkungen zu halten. "So schwer es uns fällt, unsere Moscheen im Heiligen Monat Ramadan weiter geschlossen zu halten, so ist es unsere religiöse und bürgerliche Verantwortung, in der aktuellen Phase genau das zu tun", sagte der Verbandsvorsitzende Aiman Mazyek den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Quelle: ntv.de, shu/dpa