Panorama

Winterreifen-Zeit beginnt Nebel, Schauer, Sonne

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Es wird in den kommenden Tagen rundum herbstlich.

(Foto: imago images/Jan Eifert)

Nun kommt der Herbst mit Macht: Die meiste Sonne scheint am Wochenende noch in Ostdeutschland. Ansonsten ist es mehrheitlich durchwachsen. Für den Monatswechsel zeichnet sich ein deutlicher Temperaturrückgang ab.

In den Supermärkten werden schon Weihnachtsleckereien angeboten. Und auch in den Medien kursieren inzwischen gehäuft Meldungen vom ersten Schnee, der kommen könnte. Ist der Winter etwa wirklich schon in Sicht?

Zumindest gibt es bei den Wettercomputern in jüngster Zeit gehäuft Berechnungen, die einen ersten frühwinterlichen Vorstoß zum Monatswechsel und zu Novemberbeginn nicht ausschließen. Auf jeden Fall wird es nun im Bereich der Mittelgebirge, in den Lagen so ab 500 Meter aufwärts, allerhöchste Zeit, einen Reifenwechsel zu hin wintertauglichen Pneus zu machen. Falls das noch nicht passiert ist oder falls nicht sowieso schon Ganzjahresreifen montiert sind. Damit ist dann dem Gesetz im Falle von Schnee und Eis Genüge getan.

Ist ein Winterreifen denn besser als ein Allwetter-Reifen?

Meines Erachtens ja, wenn es eben in den Schnee geht. Im Zweifelsfall hilft aber natürlich der Reifenhändler oder die Werkstatt. Da zeigt allerdings die Erfahrung, dass - wenn die erste Flocke vom Himmel rieselt - der Ansturm auf die Hebebühnen des Landes groß wird und die Terminfindung lange dauert. Somit ist es sicherlich bereits jetzt sinnvoll, einen Termin zu machen. Das nimmt den Stress, wenn es kälter wird.

Könnte es denn auch abseits der Berge zu Novemberbeginn für Schnee reichen?

Es ist nicht auszuschließen. Es gibt aber natürlich bei den Langfrist-Vorhersagen der Wettercomputer auch mildere Ansätze.

Wie sind denn die kurzfristigen Berechnungen?

Björn Alexander

n-tv Meteorologe Björn Alexander empfiehlt, sich um Werkstatt-Termine für den Reifenwechsel zu kümmern.

Am Wochenende bleibt es vor allem in den westlichen Landesteilen noch wechselhaft. Nach Osten und Südosten hin sind Sie hingegen im Sonnenvorteil. Dabei bleibt es mild. Zu Beginn der kommenden Woche steigen - unter zunehmendem Hochdruckeinfluss - überall die Chancen auf trockenes und ruhiges Herbstwetter. Besonders zur Wochenmitte, bevor zum Ende der Woche die Niederschlagssignale wieder zahlreicher werden. Gleichzeitig gehen die Temperaturen allmählich zurück. Wirklich kühl dürfte es aber nach jetzigem Stand erst zum Monatsende werden.

Da scheint ja für jeden was dabei zu sein. Wie ist es für diejenigen, die noch in den Herbstferien sind und die kommende Woche in südlicheren Breiten verbringen?

Am Wochenende wird es im Bereich Südfrankreich, Norditalien und Südalpen zum Teil nochmals ergiebig regnen. Stellenweise mit Regenmengen deutlich über 100 Liter pro Quadratmeter. Damit drohen vereinzelt Murenabgänge, Erdrutsche oder lokale Überschwemmungen.

Wie sieht es in den klassischen Urlaubsregion rund ums Mittelmeer aus?

Da könnte es im Anschluss ziemlich heftig werden. Hier breitet sich in der nächsten Woche ein Tiefdruckgebiet aus, das zu Wochenbeginn nochmals sehr warme Luft aus Süden anzapft. So sind nächste Woche Dienstag auf Mallorca Spitzenwerte bis knapp 30 Grad möglich. Hinter der Saharaluft sorgt dann kältere Luft aus nördlichen Breiten über dem warmen Mittelmeerwasser für ein ansteigendes Unwetterpotenzial.

Welche Gefahren sind zu erwarten?

Aufgrund der langen Prognose sind natürlich auch hier noch einige Unsicherheiten dabei. Im schlimmsten Fall könnten es aber chaotische Verhältnisse werden. Rund ums westliche Mittelmeer mit heftigen Gewitter und Starkregen. Teilweise sind auch mehrere Hundert Liter pro Quadratmeter nicht auszuschließen. Gleichzeitig sind auch Wasserhosen über dem Meer und Tornados über Land denkbar. Und im schlimmsten Fall könnte sich sogar ein sogenannter Medicane bilden.

Was ist das?

Ein tropensturm-ähnliches Tiefdruckgebiet am Mittelmeer. Damit wären dann auch Sturm- bis hin zu Orkanböen sowie meterhohe Wellen samt Sturmflutgefahr möglich.

Gibt es auch glimpflichere Szenarien?

Wie gesagt: das ist der folgenreichste Ansatz. Ziemlich sicher ist aber, dass es teils heftige Gewitter geben wird. Einzig die räumlichen Auswirkungen sowie die Gesamtintensität sind im Detail noch recht unsicher. Jedoch sind auch punktuelle Schwergewitter mit Starkregen in der Regel mit der Gefahr von Erdrutschen oder Überschwemmungen verknüpft

Die Daheimgebliebenen bekommen ruhigere Aussichten. Mit welchen Details?

Am Samstag geht es im Süden und Südosten überwiegend freundlich und trocken weiter. Ansonsten gibt es kompaktere Wolken, die zeitweise mit Schauern einhergehen. Die Temperaturen bleiben in der südwestlichen Grundströmung über dem jahreszeitlichen Niveau bei 13 Grad im Eifelumfeld und 21 Grad im Süden.

Und am Sonntag?

Bekommen auch die Nordlichter endlich mal wieder einen zählbaren Sonnenzuwachs. Südlich der Donau sowie im Osten geht es nach Nebelauflösung ebenfalls aufgelockert bis sonnig und trocken weiter. Im übrigen Land hat die Sonne zwar ebenso ihre Anteile am Himmel. Jedoch sind nach wie vor auch noch eine Wolken mit Regen unterwegs.

Bei welchen Temperaturen?

Da ändert sich in der Spanne nur wenig. Tendenziell wird es etwas weniger mild bei 13 Grad auf den westlichen Mittelgebirgen und 19 Grad im Bereich Thüringen und Sachsen.

Wie beginnt die nächste Woche?

Am Montag in der Nordwesthälfte noch recht wechselhaft. Sonst ist es - abseits beziehungsweise nach Auflösung von Dunst oder Nebel - schöner und überwiegend trocken. Hierzu wird es mit 15 bis 21 Grad eine Spur wärmer. Eine ähnliche Bandbreite bei den Temperaturen bietet uns auch der Dienstag an, bevor es anschließend schrittweise kühler wird.

Mit welchem Wetter?

Dienstag und Mittwoch bringen uns eher klassische Herbsttage mit Sonne, Nebel oder Hochnebel. Dabei dürfte es der Sonne aber zunehmend schwer fallen, sich gegen die Dunst- und Nebelschwaden zu behaupten. Dort, wo es gelingt, bekommen wir den Oktober der goldenen Art. 

Quelle: n-tv.de

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