Hunderte Zwergwale getötetNorwegen schockiert mit Walfang-Bilanz

Die diesjährige Walfangsaison in Norwegen ist beendet. Nach offiziellen Angaben sind mehr als 400 Zwergwale erlegt worden - und die Regierung in Oslo hatte noch deutlich mehr Tötungen genehmigt. Tierschützer fordern nun ein endgültiges Ende der blutigen Tradition.
In Norwegen sind in dieser Walfangsaison 418 Zwergwale getötet worden. Diese Bilanz bestätigte das norwegische Fischereidirektorat. Der Walfang wurde demnach bereits in der vergangenen Woche gestoppt, nachdem die Walfänger ihre Arbeit abgeschlossen hätten, hieß es. Die für dieses Jahr festgelegte Quote von 1641 Tieren wurde damit wie üblich nicht annähernd ausgeschöpft.
Die Tierschutzorganisation Pro Wildlife forderte vor der Tagung der Internationalen Walfangkommission im australischen Hobart ab dem 27. September erneut ein Ende des Walfangs. "Kein Land tötet so viele Wale wie Norwegen - und kaum eines kommt dabei so ungeschoren davon", sagte Mona Schweizer von Pro Wildlife.
"Es ist Zeit, Norwegen für seinen Walfang in die Verantwortung zu nehmen." Norwegen sei auch 2026 das "Walfangland Nummer eins" und habe seit 1986 fast doppelt so viele Tiere getötet wie Island und Japan zusammen, hieß es. Dabei gebe es keine Kontrolle darüber, wie die Wale sterben.
Für den kommerziellen Walfang gilt seit 1986 ein Moratorium, gegen das Norwegen Einspruch erhoben hatte. Das Land hält an der Tradition der Jagd auf Zwergwale fest. Sie wird aber nur noch von wenigen Fischern ausgeübt.
