Panorama

Nach Skandal um Bischofssitz Papst entlässt Tebartz-van Elst

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Tebartz-van Elst muss sein Amt abgeben.

(Foto: dpa)

Franz-Peter Tebartz-van Elst ist nicht mehr Bischof von Limburg. Papst Franziskus nimmt ein Rücktrittsgesuch des "Protz-Bischofs" an, das dieser bereits im Oktober eingereicht hatte. Tebartz soll eine "neue Aufgabe" bekommen.

Franz-Peter Tebartz-van Elst ist nicht mehr Bischof von Limburg. Wie der Vatikan mitteilte, nahm Papst Franziskus ein Rücktrittsgesuch Tebartz' an. Den Amtsverzicht habe Tebartz-van Elst bereits am 20. Oktober angeboten. Grundlage für die Entscheidung sei der Untersuchungsbericht der deutschen Bischöfe über die explodierten Kosten des neugebauten Bischofssitzes, berichtete die "Süddeutsche Zeitung". Dieser war Anfang März beim Vatikan eingegangen.

Laut Mitteilung wird Tebartz mit einer anderen, nicht näher umschriebenen Aufgabe betraut. Ende Oktober hatte ihm der Papst die Führung seiner Amtsgeschäfte wegen des Skandals um die hohen Baukosten für den neuen Bischofssitz entzogen. Kommissarisch wird der Paderborner Weihbischof Manfred Grothe das Bistum Limburg verwalten. Er hatte bereits den Vorsitz der Untersuchungskommission geführt.

Es soll schon seit Wochen festgestanden haben, dass Tebartz nicht auf seinen Bischofssitz zurückkehren kann. Der Papst war laut "Zeit" verärgert darüber gewesen, dass der Limburger Bischof Fehler nicht eingesehen hatte. Die Kosten beim Neubau seines Amtssitzes waren explodiert. Laut Mitteilung bittet Papst Franziskus den Klerus und die Gläubigen des Bistums darum, "die Entscheidung des Heiligen Stuhls bereitwillig anzunehmen und sich darum zu mühen, in ein Klima der Barmherzigkeit und Versöhnung zurückzufinden."

Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Reinhard Marx, kündigte an, mehr Transparenz in der katholischen Kirche zu schaffen. Insbesondere betreffe dies die Finanzen. Marx wünschte Tebarz-van Elst die Kraft für einen Neuanfang. Er dankte ihm auch für "das Gute", das er getan habe. 

Wo Tebartz-van Elst sich zurzeit aufhält, ist unbekannt. Er ist nicht mehr in der Benediktinerabtei im niederbayerischen Metten. Das teilte der dortige Abt Wolfgang M. Hagl mit. Ende Oktober vergangenen Jahres hatte Tebartz-van Elst Zuflucht in dem Kloster gefunden.

Skandal begann im August 2013

Den Skandal um den Limburger Bischofssitz hatte im August 2013 ein Protestbrief Frankfurter Katholiken an ihren Oberhirten eingeläutet. Einen Höhepunkt erreichte die Krise im Bistum im Oktober, als klar wurde, dass der umstrittene neue Bischofssitz auf dem Limburger Domberg mindestens 31 Millionen Euro kostet. Ursprünglich war von rund fünf Millionen Euro die Rede.

Bis zur Klärung der Vorwürfe wurde Tebartz-van Elst dann beurlaubt und zog sich daraufhin in das Kloster nach Niederbayern zurück, der 54-Jährige wurde ab und zu aber auch in Limburg und Rom gesehen. Die Deutsche Bischofskonferenz setzte eine Expertenkommission unter Leitung Grothes ein, die den Bau auf dem Domberg detailliert prüfte. Der Bericht lag dem Vatikan seit Anfang März vor, er soll am Nachmittag veröffentlicht werden.

Quelle: n-tv.de, vpe/dpa/AFP