Panorama

Waldbrände in Italien Rauchsäulen umgeben den Vesuv

92329229.jpg

Italien erlebt zurzeit so viele Waldbrände wie seit Jahren nicht mehr.

(Foto: picture alliance / epa ansa Fran)

Nicht nur in Nordamerika toben zurzeit Waldbrände. Auch in Südeuropa macht sich die Hitzewelle immer wieder durch Feuer bemerkbar, Italien erlebt das schlimmste Jahr seit Jahren. Jetzt steigen sogar Flammen am Vesuv empor.

*Datenschutz

Am Vesuv in Italien sind gleich an mehreren Stellen Rauchsäulen aufgestiegen. Wie aus verschiedenen Bildern in den sozialen Medien ersichtlich wird, entspringen die Flammen aber nicht dem Krater des aktiven Vulkans, sondern aus Brandherden an seinen Flanken.

Die Feuer wurden aus dem Dorf Ottaviano an der Nordostseite des Vulkans sowie aus den zwischen dem Berg und dem Golf von Neapel gelegenen Orten Ercolano und Torre del Greco gemeldet. Feuerwehr, Forstpolizei und Zivilschutz waren im Einsatz. Sie wurden von einem Löschflugzeug und einem Hubschrauber unterstützt. Der rund 1280 Meter hohe Vesuv erhebt sich am östlichen Stadtrand von Neapel, Italiens drittgrößter Stadt. Er brach zum letzten Mal 1944 aus.

Italien kämpft derzeit mit so vielen Waldbränden und Buschfeuern wie seit Jahren nicht mehr. Seit dem 15. Juni sind so mehr als 390 Hilfsanfragen der Regionen für Löschflugzeuge eingegangen. So viele Anfragen gab es zuletzt vor zehn Jahren. Im Jahr 2007, "einer wirklich sehr komplizierten Saison" wie der Zivilschutz in Rom mitteilte, waren es immerhin 285 Anfragen.

Auch in diesem Jahr sind laut der Mitteilung große Teile Italiens betroffen. Die Einsatzkräfte kämpfen vor allem im Süden und in der Mitte des Landes gegen Brände, darunter in den Regionen Sizilien, Apulien und Kampanien. Rund um Rom habe sich die Zahl der Waldbrände seit 1. Juni im Vergleich zum Vorjahreszeitraum fast vervierfacht, erklärte Bürgermeisterin Virginia Raggi.

Menschen zünden Müll und Gestrüpp an

Grund ist die außergewöhnliche Trockenheit. Auch auf Autobahnen kommt es immer wieder zu Problemen, weil es in der Nähe brennt. Meist werden die Brände durch Menschen ausgelöst, etwa indem sie Müll oder Gestrüpp verbrennen. Bei der derzeitigen Hitze und Trockenheit breiten die Feuer sich dann rasch aus. In Italiens "annus horribilis" 2007 gab es laut Umweltschutzorganisation Legambiente mehr als 10.000 Waldbrände.

Auch in anderen Regionen der Erde kämpften die Behörden in diesem Jahr schon gegen verheerende Waldbrände. So haben die Flammen in Portugal seit Jahresbeginn bereits 61.600 Hektar Land niedergebrannt. Dabei starben nach neusten Zahlen über 64 Menschen, mehr als 250 weitere wurden verletzt. Der wirtschaftliche Schaden beläuft sich auf mehrere Millionen Euro. Im Nachbarland Spanien wütete Ende Juni ebenfalls ein großer Waldbrand, der mindestens 10.000 Hektar Land, vor allem im Nationalpark Doñana, der zum Unesco-Weltkulturerbe gehört, verwüstete.

Zuletzt trieben zahlreiche Waldbrände in den USA und Kanada insgesamt zehntausende Menschen in die Flucht und zerstörten fast 20.000 Hektar Land.

Quelle: n-tv.de, lou/dpa/AFP

Mehr zum Thema