Panorama

Freistaat startet Teil-Lockdown Sachsen stellt öffentliches Leben weitgehend ein

Sieben von 13 sächsischen Regionen weisen derzeit eine Sieben-Tage-Inzidenz im vierstelligen Bereich auf. Um den Ausbruch unter Kontrolle zu bekommen, greift die Landesregierung auf ein altbekanntes Mittel zurück. Bars, Clubs, Weihnachtsmärkte und andere Einrichtungen bleiben vorerst geschlossen.

Im Hotspot Sachsen gilt ab sofort die neue Corona-Notfallverordnung. Diese sieht angesichts der hohen Infektionszahlen erneut einen Teil-Lockdown und somit die Einschränkung großer Teile des öffentlichen Lebens vor: Bis auf Weiteres sind alle Kultur- und Freizeiteinrichtungen sowie Bars, Clubs und Diskotheken geschlossen. Das Gleiche gilt für Weihnachtsmärkte. Die Beherbergung von Touristen ist untersagt.

Ausgenommen von der Regel sind Bibliotheken und Geschäfte der Grundversorgung. Auch die Gastronomie darf mit der 2G-Regel bis 20.00 Uhr öffnen. Für Zugang zum Arbeitsplatz gilt die 3G-Regel. Die Einschränkungen gelten zunächst bis zum 12. Dezember.

Sieben-Tage-Inzidenz in Sachsen fast dreimal so hoch wie bundesweiter Wert

Weiterhin tritt mit der Notfallverordnung die neue Hotspot-Regel in Kraft. Diese sieht in Landkreisen und kreisfreien Städten, die eine Wocheninzidenz von über 1000 aufweisen, zusätzliche Ausgangsbeschränkungen für ungeimpfte Menschen vor. Sie dürfen in den betroffenen Regionen zwischen 22.00 und 6.00 Uhr nicht mehr ohne triftigen Grund vor die Tür gehen. Derzeit gilt dies für 7 von 13 sächsischen Regionen.

Im Freistaat liegt die Sieben-Tage-Inzidenz derzeit bei 960,7 und ist damit fast dreimal so hoch wie der bundesweite Wert. Innerhalb eines Tages zählten die Gesundheitsämter 5899 neue Infektionen, außerdem kamen 9 Todesfälle hinzu. Die höchste Sieben-Tage-Inzidenz wird aus dem Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit 1612,4 gemeldet. Es folgt der Landkreis Bautzen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 1474,4.

Sachsen folgt Bayern in Teil-Lockdown

Sachsen ist nach Bayern das zweite Bundesland, das einen Teil-Lockdown oder Lockdown light einführt. Auch im zweiten deutschen Hotspot sind Clubs, Bars und die gesamte Nachtgastronomie wieder geschlossen. Für die Gastronomie hatte Ministerpräsident Markus Söder eine Sperrstunde ab 22.00 Uhr angekündigt. Es müsse dort vorgegangen werden, wo es die meisten Ansteckungen gebe, erklärte er am vergangenen Freitag.

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Auch in anderen Bundesländern werden die Regeln verschärft, damit die Situation nicht außer Kontrolle gerät. So gilt in Schleswig-Holstein ab sofort die 2G-Regelung für weite Teile des öffentlichen Lebens. Unter anderem dürfen Restaurants und Kneipen nur noch geimpfte oder genesene Menschen empfangen. Gleiches gilt für Clubs und Diskotheken.

In drei baden-württembergischen Landkreisen gelten angesichts steigender Fallzahlen ebenfalls strengere Regeln. Im Schwarzwald-Baar-Kreis, im Ostalbkreis und im Landkreis Biberach dürfen Ungeimpfte ab sofort zwischen 21.00 Uhr und 5.00 Uhr nur noch aus triftigem Grund ihre Wohnungen verlassen.

Quelle: ntv.de, chr/dpa/AFP

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