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Der halbe Dachstuhl des Schlosses wurde durch das Feuer zerstört. Herunterlaufendes Löschwasser zerstörte die örtliche Stadtbibliothek.
Der halbe Dachstuhl des Schlosses wurde durch das Feuer zerstört. Herunterlaufendes Löschwasser zerstörte die örtliche Stadtbibliothek.(Foto: dpa)
Mittwoch, 27. November 2013

Feuer im Schloss Ehrenstein: Schweißer setzen Dach in Brand

Zehn Millionen Euro Schaden wegen eines Schweißbrenners: Nach dem Brand des aufwendig restaurierten Renaissance-Schlosses Ehrenstein in Thüringen ist die Ursache klar Schuld sind Handwerker, die am Dachstuhl arbeiteten.

Den Brand in einem Renaissance-Schloss in Thüringen haben vermutlich Handwerker bei ihren Arbeiten am Dach ausgelöst. "Unsere bisherigen Ermittlungen zeigen eindeutig, dass es sich um fahrlässige Brandstiftung handelt", sagte Mathias Kehr von der Kriminalpolizei Gotha. Es gebe keinen Hinweis auf einen technischen Defekt oder vorsätzliche Brandstiftung.

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Bei den Dacharbeiten am Schloss Ehrenstein in Ohrdruf sei ein Brenner zum Enteisen eingesetzt worden. Dadurch sei ein Schwelbrand entstanden, der schließlich den kompletten Südflügel des Gebäudes zerstört habe. "Die Flammen breiteten sich rasend schnell aus", sagte Kehr. Zwei Dachstühle wurden dadurch komplett zerstört. Noch am Morgen löschte die Feuerwehr letzte Glutnester. Die Stadt und der Landkreis gehen von einem Schaden von mindestens zehn Millionen Euro aus.

Nach MDR-Informationen will die Kleinstadt Ohrdruf das Schloss wieder instand setzen, schon bald soll ein Spendenkonto eröffnet werden. Unmittelbar von der Brandkatastrophe betroffen sind zwei Familien, die in dem Gebäude lebten. Sie erhielten ein Überbrückungsgeld vom Landkreis.

Aufwendige Restaurierung

Laut Homepage der Stadt Ohrdruf überstand das Schloss 400 Jahre lang Kriege und Naturkatastrophen nahezu unbeschadet. Das Renaissance-Schloss geht in seinen Ursprüngen auf eine fränkische Wasserburg aus dem Jahr 531 zurück. Die Anlage wurde über die Jahrhunderte von wechselnden Besitzern immer wieder umgebaut und erweitert. Von 1956 bis 1966 nutzte beispielsweise die Sowjetarmee das Gebäude als Schule.

Danach verfiel das verwahrloste Schloss durch Plünderung und Zerstörung weiter. Die Interessengemeinschaft Schloss Ehrenstein konnte es vor dem Abriss retten. 1971 begannen erste Rekonstruktionsarbeiten, teils mit großem Engagement Ehrenamtlicher. Vor allem seit 1990 wurde das Schloss nach und nach saniert. In den kommenden Jahren sollten eigentlich die Innenräume des Gebäudes wieder hergerichtet werden.

Quelle: n-tv.de