Panorama

"Zu hohe Zahlen" in München Söder: Masken im Freien in Bayerns Hotspots

68344951e6be9aa8f906fff446c12a67.jpg

Wiesn-Partys auf dem Viktualienmarkt - das erregt bei Ministerpräsident Söder Unbehagen.

(Foto: dpa)

In München feiern Tausende in den Kneipen Oktoberfest, während die bayerische Landeshauptstadt den Corona-Grenzwert überschreitet. Ministerpräsident Söder ist alarmiert - und macht sich für eine Maskenpflicht auch auf öffentlichen Plätzen stark.

In Bayern soll es an Corona-Hotspots eine Maskenpflicht auch an öffentlichen Plätzen geben. Ab dem Durchbrechen der kritischen Marke von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner an sieben Tagen solle solch eine Pflicht gelten, sagte der CSU-Vorsitzende und bayerische Ministerpräsident Markus Söder vor einer Vorstandssitzung seiner Partei. Entsprechende Regelungen solle sein Kabinett am Dienstag beraten.

Nach zuletzt deutlich gestiegenen Neuinfektionen wäre vor allem die Landeshauptstadt München davon betroffen, als weitere Großstadt auch Würzburg. "Die Infektionszahlen sind in München schlicht und einfach zu hoch", sagte Söder. Es bestehe die Gefahr, dass die Verbreitung der Infektionen nicht mehr nachzuvollziehen sei - wenn München so stark betroffen sei, habe das außerdem Auswirkungen auf ganz Bayern.

Söder forderte auch ein Alkoholverbot auf diesen stark besuchten öffentlichen Plätzen und forderte die Kommunen auf, generell über Sperrzeiten zu diskutieren. Er zeigte sich besonders durch Bilder vom Münchner Viktualienmarkt am vergangenen Wochenende stark beunruhigt, wo Menschen ohne Einhaltung der Abstände zusammen gefeiert hatten. Außerdem gab es in München als Alternative zum abgesagten Oktoberfest am ersten offiziellen Wiesn-Wochenende eine Reihe privater Partys als Ersatz. Die privaten Partys machten ihm derzeit die größten Sorgen, sagte Söder.

Der CSU-Chef forderte außerdem Fans des FC Bayern München dazu auf, auf die Reise zum mit Zuschauern stattfindenden Spiel im europäischen Supercup gegen den FC Sevilla nach Budapest zu verzichten. Angesichts der hohen Infektionszahlen in der ungarischen Hauptstadt habe er hier "ein außerordentlich ungutes Gefühl". Söder kündigte für Fans, die dennoch nach Budapest reisen, eine Quarantänepflicht an und bei Verstößen gegen diese Pflicht Strafen. Nach den derzeitigen Plänen wollen 2100 Bayern-Fans nach Budapest reisen.

Söder hatte seine Pläne bereits zuvor im Radiosender B5 aktuell geschildert. Er sagte: "Ich will keinem die Freude nehmen." Aber angesichts der hohen Infektionszahlen in München sollten Freude und Vernunft besser zusammengehen. Zudem soll das Gesundheitsamt der Stadt künftig durch die Bundeswehr unterstützt werden. "Wir werden die Bundeswehr bitten, 100 Leute zur Verfügung zu stellen, um die Nachverfolgung zu verbessern."

Heute Vormittag berät der Krisenstab über den weiteren Umgang mit den steigenden Infektionszahlen. Die Stadt hatte bereits am Freitag die Grenze von 50 Neuinfektionen pro Woche und 100.000 Einwohner überschritten, ab der weitere Maßnahmen zum Infektionsschutz ergriffen werden sollen. Am Samstag und Sonntag stieg diese sogenannte 7-Tage-Inzidenz weiter. Zuletzt lag sie nach Angaben des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) bei 55,6 - nach 50,7 am Freitag und 54,2 am Samstag.

Bislang hat die Stadt als Reaktion auf die höheren Zahlen die Maskenpflicht im Unterricht an weiterführenden Schulen verlängert. Vor zusätzlichen Maßnahmen wollte sich die Stadtspitze zunächst die weitere Entwicklung ansehen.

Quelle: ntv.de, jog/dpa