Panorama

Mit Schallwellen zum Nazi-Schatz Sucher des Goldzugs haben Ass im Ärmel

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Koper zeigt auf einer Karte, wo er bislang nach dem Zug suchte.

(Foto: dpa)

Ist ein Panzerzug der Nazis am niederschlesischen Waldenburg vorbeigerauscht und mit seiner goldenen Fracht ins Reich der Fantasien gefahren? Dafür gibt es ebenso wenig Beweise wie für die Existenz des Zuges selbst. Die Hobby-Schatzgräber geben nicht auf.

Ihre bisher erfolglose Suche nach einem vermeintlichen Nazi-Goldzug in Polen wollen die Hobby-Schatzgräber Piotr Koper und Andreas Richter mit einer neuen Methode fortsetzen. "Mit seismischen Messungen sollen die bisherigen Ergebnisse überprüft werden", sagte Sprecherin Christel Focken. "Die Hoffnung stirbt zuletzt", sagte Focken. "Wir werden suchen, bis wir was finden - oder wissen, dass da nichts ist."

Die Grabungsarbeiten beim niederschlesischen Walbrzych (Waldenburg) hatten weder den unterirdischen Tunnel noch den vermeintlichen deutschen Panzerzug ans Tageslicht gebracht, den das Schatzgräber-Duo auf Bodenradarbildern entdeckt haben will. Indes zweifeln Experten aus Krakau daran, ob die Bodenaufnahmen der Schatzsucher echt sind.

Nach der Untersuchung des Bodens mit Schallwellen solle gebohrt werden, sagte Focken. Doch bis dahin könnten noch mehrere Monate vergehen. Jahrzehntealten Gerüchten zufolge sollen Nazis mit dem Zug gegen Ende des Zweiten Weltkrieges Gold und andere Schätze vor der heranrückenden Sowjet-Armee versteckt haben. Beweise für die Legende fehlen bis heute.

Im nahegelegenen schlesischen Eulengebirge gibt es viele unterirdische Gänge. Dort hatten die Nazis unter dem Namen "Projekt Riese" ein monströses Stollensystem bauen lassen - für welchen Zweck, ist bislang unklar. Die Stollenanlage, die nie fertiggestellt wurde, haben Häftlinge aus dem Konzentrationslager Groß-Rosen errichtet. Die Arbeit kostete Tausende von ihnen das Leben.

Die Schatzsucher müssen bei ihren Grabungen jedoch auch erwarten, auf Leichen von Zwangsarbeitern zu stoßen. Sie vermuten, dass der vermeintliche Tunnel ein Verbindungsstück zum "Projekt Riese" gewesen sein könnte.

Die anhaltende Aufregung um den Goldzug ist vor allem für die Stadt Walbrzych und Umgebung ein Glücksfall. Die Gerüchte zogen Neugierige in die Region. Hotels und Geschäfte sprangen auf den Hype auf und boten mitunter "Gold-Wochenenden" und Goldzug-Shirts an.

Quelle: ntv.de, ppo/dpa

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