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Mit aufgeschlitzter KehleTote Ratte im Briefkasten: Einrichtung für Frauen in Dresden bedroht

30.07.2026, 12:22 Uhr
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Die Polizei sucht nach den Tätern. (Foto: picture alliance/Eibner-Pressefoto/Marcel von Fehrn)

Ein Verein, der sich in Dresden für die Rechte und Bildung von Frauen starkmacht, wird immer wieder Opfer von Sachbeschädigungen. Jetzt eskaliert es: Das FrauenBildungsHaus findet ein offensichtlich ermordetes Tier im Briefkasten.

Feministinnen in Dresden sind Opfer eines Einschüchterungsversuchs geworden. Eine tote Ratte wurde in den Briefkasten des FrauenBildungsHaus e.V. gequetscht, wie der Verein mitteilt. Dem Tier wurde zuvor offenbar die Kehle durchgeschnitten, erklärt die Einrichtung. Es sei bereits "halb verwest" gewesen. Die Feministinnen brachten den Vorfall bei der Polizei zur Anzeige.

Es ist nicht die erste Attacke auf die Bildungseinrichtung. "Nach Kaugummis auf unseren Schildern und zerstörten Gegenständen im Hof ist hier eine neue Eskalationsstufe erreicht", erklären sie in einer Mitteilung. "Dieser Vorfall ist nicht nur widerlich, sondern eine ganz klare Drohung gegen uns als Verein."

Das FrauenBildungsHaus versteht sich seit 1990 als Ort der Begegnung, Beratung und Bildung von und für Frauen. "Wir unterstützen Frauen, ihren persönlichen wie beruflichen Weg zu finden, um ihnen damit eine gleichberechtigte Teilhabe in allen Lebensbereichen zu ermöglichen", so der Verein. Die Einrichtung stellt sich breit auf: Die Angebote reichen "von emanzipatorischer Frauenprojekt- und Bildungsarbeit über queerfeministischen und antifaschistischen Aktivismus bis hin zu professioneller sozialer Arbeit, Archivarbeit, politischer Erwachsenenbildung und einer Beratungsstruktur mit intersektional feministischem Anspruch".

Die Verantwortlichen in der Einrichtung sprechen von drohenden Kürzungen und einem Kampf um die Weiterführung ihrer Projekte. Zugleich bekämen sie "den Hass und die aufgeheizte gesellschaftliche Stimmung zu spüren". Die Drohung sei daher "in Zeiten, in denen diejenigen, die sich für eine offene und vielfältige Gesellschaft einsetzen, sich nicht mehr sicher fühlen dürfen, sehr ernst zu nehmen".

Geschäftsführerin Sarah Buddeberg wehrt sich entschieden. "Unsere Antwort ist klar: Wir lassen uns nicht einschüchtern!", sagt sie. "Unser Verein steht für Feminismus, Selbstbestimmung und echte Gleichberechtigung. Dafür streiten wir, auch wenn es unbequem wird." Beistand bekommt die Vereinschefin von den Linken. "Während der Staat mit massiven Kürzungen bei wichtigen Projekten signalisiert, Gleichstellungsarbeit sei verzichtbar, fühlen sich Täter offenbar durch rechte Scharfmacher zu solchen Taten bestärkt", sagt der Dresdner Parteivorsitzende Florian Berndt. Die Linken fordern nun den "Schutz für zivilgesellschaftliches Engagement und eine verlässliche Finanzierung der Gleichstellungsarbeit".

"Ein solcher Ort ist heute wichtiger denn je", gibt sich Buddeberg kämpferisch. "Unsere Solidarität ist stärker als der Wind, der uns entgegenweht." Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Ermittler suchen nach Zeugen, die Angaben zu möglichen Tätern machen können. Der Tatzeitraum wurde auf das zurückliegende Wochenende eingegrenzt.

Quelle: ntv.de, mpa

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