Trump überdenkt Alabama-Besuch US-Golfküste wappnet sich gegen Hurrikan "Isaias"
Hurrikan "Isaias" gewinnt auf seinem Weg zur US-Golfküste deutlich an Stärke. Mehrere Bundesstaaten rufen den Notstand aus, Menschen müssen ihre Häuser verlassen. Meteorologen warnen vor lebensgefährlichen Sturmfluten.
Der Hurrikan "Isaias" hat sich auf seinem Weg zur US-Golfküste deutlich verstärkt. Der tropische Wirbelsturm erreichte im Golf von Mexiko Windgeschwindigkeiten von rund 190 Kilometern pro Stunde und damit die Stärke drei von fünf, wie das US-Hurrikanzentrum NHC mitteilte. "Isaias" dürfte am Abend oder in der Nacht zum Samstag auf die Küste treffen. Besonders gefährdet sind der Nordwesten Floridas sowie die Bundesstaaten Alabama und Mississippi.
Meteorologen warnen vor lebensgefährlichen Sturmfluten, heftigen Regenfällen und Überschwemmungen. Auch Tornados sind möglich. Nach Angaben des Hurrikanzentrums könnte sich "Isaias" noch weiter verstärken. Die Behörden rechnen zudem mit länger anhaltenden Stromausfällen in den betroffenen Gebieten.
Fachleute rechnen wegen des Klimaphänomens El Niño in den kommenden Monaten mit überdurchschnittlich vielen und heftigen Stürmen in der Region. "Isaias" ist der erste Hurrikan der diesjährigen Saison im Atlantik. Im Pazifik gab es schon mehrere Hurrikans, darunter "Polo", der Ende September als Hurrikan der höchsten Kategorie fünf die Küste Mexikos traf.
Warnung vor lebensbedrohlichen Folgen
Laut Floridas Gouverneur Ron DeSantis drohen schwere Schäden. "Es wird Auswirkungen im gesamten Nordwesten Floridas geben", erklärte DeSantis. Meteorologen warnten, dass es sich um einen gefährlichen Sturm mit potenziell lebensbedrohlichen Auswirkungen handele.
Bei einer Pressekonferenz am Vormittag sagte der Republikaner DeSantis weiter, dass die Katastrophenschutzabteilung Vorräte für den Notfall mobilisiert habe - unter anderem mehr als Tausend Generatoren, eine halbe Million Gallonen Benzin (fast 1,9 Millionen Liter), eine Million Gallonen Diesel (rund 3,8 Millionen Liter) sowie Fertiggerichte, Paletten mit Lebensmittelpaketen und Wasser.
Zugleich warnte er die Bevölkerung: "Gehen Sie davon aus, dass der Strom ausfallen wird. Rechnen Sie damit, dass einige dieser Dienstleistungen nicht sofort verfügbar sein werden." Die Bürger seien aufgerufen, das Notwendigste bei sich zu haben, um 72 Stunden zu überstehen.
US-Bundesstaaten rufen Notstand aus
In mehreren Bundesstaaten wurde vorsorglich der Notstand ausgerufen. Alabamas Gouverneurin Kay Ivey ordnete die Evakuierung von Touristen und Besuchern aus mehreren Küstenorten an, darunter die beliebten Urlaubsziele Gulf Shores und Orange Beach sowie Dauphin Island. Auch in Florida mussten Menschen besonders gefährdete Küstengebiete verlassen. Die Behörden riefen die Bevölkerung auf, die Vorbereitungen auf den Sturm schnellstmöglich abzuschließen.
Einige US-Fluggesellschaften, darunter United, Delta und JetBlue, boten proaktiv von dem Unwetter betroffenen Passagieren an, ihre Reise, die an diesem Wochenende stattfinden sollte, auf wenige Tage danach kostenfrei umzubuchen.
"Isaias" beeinträchtigt auch die Öl- und Gasförderung im Golf von Mexiko: Plattformen und Bohrinseln wurden vorsorglich evakuiert. US-Präsident Donald Trump will am Samstag ein College-Football-Spiel in Tuscaloosa in Alabama besuchen, sagte jedoch bereits, der Hurrikan werde über seine Reisepläne "entscheiden".
Mexiko wappnen sich gegen "Simon"
Auch in Mexiko stellen sich die Menschen derzeit auf Extremwetter ein. Am Sonntag könne der Tropensturm "Simon", der sich derzeit noch über dem Pazifik befindet, zu einem "mächtigen Hurrikan der Kategorie 4" anwachsen und die Küste des Bundesstaates Jalisco treffen, erklärte Fabián Vázquez Romaña, der Koordinator des mexikanischen Wetterdienstes auf der Plattform X.
Zu befürchten seien Windgeschwindigkeiten von mehr als 200 Kilometern pro Stunde und Wellenhöhen von acht bis neun Metern, warnte der Meteorologe. Zudem müsse man sich auf drei Tage andauernden Starkregen in Teilen der Provinzen Guerrero, Michoacán, Colima und Jalisco einstellen.
Ebenfalls am Wochenende rechnen die mexikanischen Wetterexperten damit, dass der Tropensturm "Rachel" die Halbinsel Niederkalifornien trifft.

