"Einsatzreichster Tag"Waldbrand in England lodert nahe Atomkraftwerk und Ferienpark

In mehreren europäischen Ländern brennen Wälder und Wiesen. Auch im eigentlich verregneten Großbritannien greifen nun Flammen um sich. In London muss die Feuerwehr Hunderte Brände löschen.
In Großbritannien kämpfen über 120 Feuerwehrleute gegen einen großen Waldbrand. Das Feuer brach am Mittwoch gegen 17 Uhr nahe Dunwich Heath im Osten Englands aus, teilt die Feuerwehr mit. Es sei "einer der herausforderndsten Vorfälle, die wir hier haben", sagt Jon Lacey, Feuerwehrchef der Grafschaft Suffolk.
Der Brand breitete sich auf einer Fläche von etwa 150 Hektar aus, ehe die Feuerwehr ihn unter Kontrolle brachte. Auch jetzt sind die Brandbekämpfer noch im Einsatz, um letzte Brandstellen zu löschen und ein Wiederaufflammen zu verhindern. In Alarmbereitschaft bleiben die Besatzungen von zwölf Feuerwehrfahrzeugen sowie einem Hubschrauber. Dieser flog am Donnerstag mehrfach über die betroffenen Wälder und warf jedes Mal bis zu 1000 Liter Wasser aus der nahegelegenen Nordsee ab.
Das Feuer wurde auch von Mitarbeitern des Atomkraftwerks Sizewell B beobachtet. Dieses liegt Medienberichten zufolge nur fünf Kilometer von den Flammen entfernt. Es bestand jedoch keine unmittelbare Gefahr, gab der Betreiber bekannt. Die Anlage sei gut geschützt und auch auf Brände in der Umgebung vorbereitet.
Dutzende Menschen mussten aufgrund der Feuerausbreitung evakuiert werden, schreibt die Zeitung "The Sun". Auch ein Ferienpark wurde vorübergehend geschlossen, berichtet BBC. In mehr als 100 Wohnhäusern wurde den Berichten zufolge der Strom abgedreht.
Die Feuerwehr habe bereits "zusätzliche nationale Unterstützung angefordert, darunter Spezialfahrzeuge für die Waldbrandbekämpfung, Einsatzkräfte und taktische Berater", hieß es von den Einsatzkräften. Großbritanniens Premierminister Andy Burnham versprach der Feuerwehr "jegliche Unterstützung, die sie benötigt", um den "sehr ernsten" Waldbrand zu bekämpfen.
218 Wiesen- und Feldbrände in London
Auch in den englischen Grafschaften Essex und Norfolk brachen große Flächenbrände aus. Die Feuerwehr in London, die auch bei dem Brand nahe Dunwich Heath unterstützte, spricht vom "einsatzreichsten Tag im Jahr 2026". Zu mehr als 500 Einsätze mussten die Feuerwehrleute am Mittwoch ausrücken. Allein 218 Mal handelte es sich um sogenannte Grasbrände, worunter jedoch auch Felder fallen. Feuerwehr und Polizei warnten in diesem Zusammenhang vor der Verwendung von Einweggrills in Parks. Auch solle man keine Zigarettenstummel achtlos wegwerfen.
"Wenn Sie zu Hause grillen, halten Sie ausreichend Abstand zu Zäunen, Schuppen, Bäumen und allem anderen, was Feuer fangen könnte", sagt der stellvertretende Polizeipräsident Andy Pennick in einer Mitteilung. "Kleine Maßnahmen wie diese können einen großen Unterschied machen, um das Brandrisiko zu verringern und Ihre Gemeinde sicherzuhalten."